„Demokratie ist nicht selbstverständlich“
Highlights der Jahresversammlung 2026 waren die Festversammlung mit einem Expertengespräch zur Zukunft der Demokratie, die Verleihung des Max-Planck-Gründungspreises des Stifterverbandes und die Verleihung der Otto-Hahn-Medaillen
Demokratie in der Krise – Aufwind für Autokratien – das ist keine gefühlte Wahrheit, sondern mit Zahlen belegt: Nach dem Democracy-Index des Economist leben nur noch 45 Prozent der Menschen weltweit in einer Demokratie, in der letzten Erhebung von 2025 wurden gerade mal 25 Prozent aller Länder als „vollständige Demokratien“ eingestuft. Auch in Deutschland wenden sich Menschen vermehrt rechtsextremen oder rechtspopulistischen Parteien zu. Beim Expertendialog während der Festversammlung sprachen Hedwig Richter, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München, und Steffen Mau, Direktor am Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft in Göttingen über historische und aktuelle Ursachen dieser Entwicklung und welche Auswege es geben könnte.
Die Forschung zeigt: Demokratien zerfallen selten über Nacht. Sie werden schrittweise und systematisch ausgehöhlt. Häufig werden Gerichte, Medien, Parlamente oder wissenschaftliche Einrichtungen Schritt für Schritt unter Druck gesetzt. Demokratische Normen werden so lange verletzt, bis ein Kipppunkt erreicht ist und der Weg in die Autokratie führt. Erst mit der Zeit wird sichtbar, wie weitreichend solche Veränderungen sind. Anlässlich der Festversammlung der Max-Planck-Gesellschaft sprach auch Patrick Cramer Gefahren für die Demokratie und die Wissenschaft an. Er betonte die Bedeutung freier Wissenschaft und wie sie helfen kann, Demokratien zu beschützen.
Technologie-Transfer - Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes
Auch wenn die Kernaufgabe der Max-Planck-Gesellschaft die Grundlagenforschung ist, fördert sie Ausgründungen aus ihren Instituten – mit verschiedenen Programmen, mit ihrer Technologietransfertochter Max-Planck-Innovation, die Start-ups aus den Instituten identifiziert und auf ihrem Weg berät und unterstützt. Auch der Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes ist ein relevantes Element für mehr Technologie-Transfer. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis, der alle zwei Jahre bei der Jahresversammlung verliehen wird, ging dieses Jahr an die Ovo Labs GmbH. Das erst 2025 gegründete Unternehmen will die Erfolgschancen bei der künstlichen Befruchtung deutlich verbessern: Die Wirkstoffe ihrer Produkte EmbryoProtect 1, 2 und 3 sollen Frauen dabei helfen, länger fruchtbar zu bleiben, und könnten damit die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung erhöhen.
Ovo Labs - Neue Wege bei der künstlichen Befruchtung
Ausgezeichneter Nachwuchs
Sie ist rund, golden und wiegt 400 Gramm. Wer sie erhält, hat im Rahmen der Promotion Außergewöhnliches geleistet: die Otto-Hahn-Medaille. Verliehen wird sie seit 1978 im Rahmen der Jahresversammlung. Und auch bei den diesjährigen Sektionssitzungen hieß es gleich dreißig Mal: „The Otto Hahn Medal goes to …“.
Je zehn Promovierende aus den drei Max-Planck-Sektionen wurden 2026 ausgezeichnet. Zusätzlich zur Medaille erhielten sie ein Preisgeld von jeweils 7500 Euro. Die Auszeichnung ist nach dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn (1879-1968) benannt, der von 1948 bis 1960 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft war. Seit 1978 wurden bereits über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet.
Max-Planck in Hessen
In Hessen sind sieben Max-Planck-Institute inklusive des Ernst-Strüngmann-Instituts sowie eine Forschungsstelle angesiedelt und rund 1.650 Mitarbeitende tätig. Von diesen haben rund 700 Mitarbeitende einen ausländischen Pass (43 Prozent). Der Frauenanteil beträgt rund 55 Prozent. Stand 31.12.2025)
- Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt am Main
- Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt am Main
- Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim
- Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main
- Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Marburg
- Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie, Frankfurt am Main
- Max-Planck-Forschungsstelle für Neurogenetik, Frankfurt am Main
- Ernst-Strüngmann-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Frankfurt am Main
Anmerkung: Die ursprüngliche Meldung vom 9. Juni wurde am 18. Juni aktualisiert.















