Steven Vertovec zum Präsidenten des neuen International Panel on Migration (IPM) ernannt

18. Mai 2026

Göttingen, 15. Mai 2026 – Steven Vertovec, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Politik- und Sozialwissenschaft (MPIPS), wurde zum Präsidenten des neu gegründeten International Panel on Migration (IPM) ernannt. Das IPM ist eine unabhängige, interdisziplinäre und auf Dauer angelegte wissenschaftliche Institution, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Kluft zwischen Migrationsforschung, Politikgestaltung und öffentlichem Diskurs zu überbrücken.

„Nie zuvor war die Kluft so groß zwischen den Ergebnissen fundierter wissenschaftlicher Migrationsforschung und den Annahmen, die dem Denken der Öffentlichkeit – und vieler politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger – über Migration zugrunde liegen.“ – Steven Vertovec, Präsident des IPM

Die Lücke zwischen Forschung und Politik schließen

Das IPM wurde aus einer gemeinsamen Überzeugung heraus gegründet: dass Migrationspolitik – eines der folgenreichsten Themen unserer Zeit – auf einer soliden Evidenzgrundlage beruhen muss. Was 2018 mit einem offenen Brief begann, der von mehr als 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterzeichnet und zeitgleich im Guardian und in Le Monde veröffentlicht wurde, ist inzwischen zu einer im Aufbau befindlichen globalen Institution herangewachsen. Inspiriert vom Weltklimarat (IPCC) entwickelt das IPM ein vergleichbares wissenschaftliches Format für den Bereich Migration: systematische und methodisch fundierte Bewertungen der Evidenzlage, die Politik, Medien und Öffentlichkeit eine verlässliche Wissensbasis bieten.

Leitung einer globalen wissenschaftlichen Initiative

Steven Vertovec übernimmt die Rolle des ersten Präsidenten des IPM – eine institutionenbildende Aufgabe, die führende Migrationsforschende aus verschiedenen Weltregionen zusammenführt. Er leitet das Panel gemeinsam mit drei regionalen Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten: Leander Kandilige (Afrika), Claudia Patricia Masferrer León (Amerika) und Brenda S. A. Yeoh (Asien). Das Sekretariat ist am Zolberg Institute der The New School (New York) angesiedelt.

Vier thematische Arbeitsgruppen

In seiner Gründungsphase (2025–2027) richtet das IPM vier thematische Arbeitsgruppen ein, die jeweils eine systematische wissenschaftliche Übersicht zur Evidenzlage einer global bedeutsamen migrationsbezogenen Forschungsfrage erarbeiten. Die Arbeitsgruppe „Umweltbedingte Migration“ bewertet die wissenschaftliche Evidenz zum Zusammenhang von Umwelt und Migration. „Migration und Gesellschaft“ fasst die Erkenntnisse zu den sozialen Dimensionen von Migration zusammen, darunter Integration, gesellschaftliche Einstellungen, Diskriminierung und sozialer Zusammenhalt in verschiedenen Weltregionen. Die Arbeitsgruppe „Fluchtmigration“ beleuchtet Vertreibung, Schutz und Perspektiven für dauerhafte Lösungen auf Grundlage der vorhandenen Evidenz. „Demografie und Migration“ untersucht die demografischen Dimensionen von Migration sowie deren langfristige gesellschaftliche Auswirkungen. Gemeinsam bilden die vier Arbeitsgruppen den wissenschaftlichen Motor des Panels; die ersten Berichte zur aktuellen Forschungslage werden für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.

Über das MPIPS

Das Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft (MPIPS) mit Sitz in Göttingen erforscht gesellschaftlichen Wandel, politische Krisen und Demokratien unter Druck. Es verbindet Politikwissenschaft und Soziologie mit einer breiten interdisziplinären Perspektive. Das MPIPS nahm seine Arbeit im März 2026 als programmatische Neuausrichtung des ehemaligen Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften auf, das von Steven Vertovec gegründet worden war.
 

Pressekontakt:
Christiane Kofri, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft
| +49 170 6537526 | www.ips.mpg.de

Weitere Informationen zum IPM:
www.migrationpanel.org

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