Hochhäuser und Fernmeldeturm in einer dunstigen Skyline bei Sonnenuntergang.

Wechselwirkungen von Luftverschmutzung, Extremwetter und Klima verstehen

Am MAC-Air-Center wollen Forschende die Basis für bessere Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und Klimawandel schaffen

Die Umweltbedingungen in der Atmosphäre verändern sich in China sehr schnell und ermöglichen es daher auf einzigartige Weise zu untersuchen, wie sich die verändernde Zusammensetzung der Atmosphäre auf Luftqualität, Wetter und Klima auswirkt. Die Forschenden des MAC-Air-Centers (Max Planck – Asia Center for unraveling the nexus of AIR pollution, extreme weather, and monsoon in a warming climate: pathways to global solutions) untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen, Sonneneinstrahlung und Wolken, um die Basis für effektivere Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und Klimawandel sowie für zuverlässigere Vorhersagen von Extremwettern zu schaffen. Neben der Chinese Academy of Sciences und dem Max-Planck-Institut für Chemie sind weitere führende Organisationen an der Kooperation beteiligt: das Indian Institute of Technology Madras (IITM), die Seoul National University (SNU), die Tsinghua University (THU), die Nanjing University (NJU) und die University of Helsinki (UHEL).

EarthLab: Supercomputer-Infrastruktur für Atmosphärenforschung

Für ihre Studien messen die Forschenden atmosphärenchemische Daten unter anderem mit dem 325 Meter hohen Tall Tower Observatory in Peking. Neben Messungen setzen sie zudem auf Modellrechnungen mit der Supercomputer-Infrastruktur des EarthLab (Earth System Science Numerical Simulator Facility). So wollen sie zum einen die Mechanismen verstehen, wie sich die Atmosphärenchemie auf Wetter und Klima auswirkt, und zum anderen entsprechende Vorhersagen erstellen. Neben der Rechnerinfrastruktur können sie dabei umfangreiche atmosphärenchemische Datensätze der jüngeren Vergangenheit sowie KI-gestützte Modelle für meteorologische Vorhersagen nutzen.

„Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind auch für Europa und Deutschland unmittelbar relevant“, sagt Yafang Cheng, Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemie, die das Center gemeinsam mit Hang Su vom Institute of Atmospheric Physics der CAS leitet. „Denn auch hier nehmen Überschwemmungen, Hitzewellen und andere Umweltschäden zu. Die Forschung kann dazu beitragen, Vorhersagen, Anpassungsstrategien und Widerstandsfähigkeit zu verbessern.“ Langfristig soll das MAC-Air-Center dazu beitragen, die Belastung durch Feinstaub zu verringern, Städte klimaresilienter zu machen und Frühwarnsysteme für Extremwetter zu verbessern.

Die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Gemeinsame Betreuung, Austauschprogramme und standortübergreifende Trainings sollen ihnen helfen, Erfahrungen mit unterschiedlichen Datensätzen, Methoden und Forschungsansätzen zu sammeln.

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