Batene erhält sechs Millionen Euro für nächste Entwicklungsphase

Die Finanzierung durch die Unternehmen der Schwarz-Gruppe und SPRIND ermöglicht die industrielle Validierung einer ressourcenschonenden Batterietechnologie aus der Max-Planck-Gesellschaft.

11. März 2026

Auf den Punkt gebracht

  • Sechs Millionen Euro Finanzierung: Unternehmen der Schwarz Gruppe und SPRIND unterstützen die Max-Planck-Ausgründung Batene bei der nächsten Entwicklungsphase ihrer Batterietechnologie.
  • Industrielle Validierung startet: Gemeinsam mit Batterieherstellern und OEMs soll ein Proof of Concept für leistungsfähigere und ressourcenschonendere Batteriezellen erbracht werden.
  • Neue Stromkollektor-Architektur: Das am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung entwickelte 3D-Metall-Vlies ermöglicht effizientere, kostengünstigere und umweltfreundlichere Batteriezellen.

Die Max-Planck-Ausgründung Batene GmbH hat eine Finanzierung in Höhe von knapp sechs Millionen Euro gesichert. Mit dem Investment der Schwarz Gruppe in Höhe von fünf Millionen Euro sowie einem Gründungszuschuss von knapp einer Million Euro durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) startet das Unternehmen in die nächste Entwicklungsphase zur industriellen Validierung seiner neuartigen Batterietechnologie. Das Ziel besteht darin, gemeinsam mit namhaften OEMs (Erstausrüstern) und Batterieherstellern einen extern validierten Proof of Concept für leistungsfähigere und ressourcenschonendere Batteriezellen zu erbringen. Kern der auf Forschungsarbeiten des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung basierenden Technologie ist ein neuartiger Batteriestromkollektor in Vlies-Struktur. Dieser ermöglicht eine höhere Performance und kann gleichzeitig deutlich kostengünstiger und umweltfreundlicher produziert werden. Die Finanzierung unterstreicht den Anspruch, zukunftsfähige Batterietechnologien in Deutschland erfolgreich in die industrielle Anwendung zu überführen.

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Bedarfs an Batteriespeichern, unter anderem für die Elektromobilität, gewinnt die Weiterentwicklung effizienter und ressourcenschonender Produktionskonzepte zunehmend an Bedeutung. Die technologische Grundlage von Batene adressiert diese Probleme an einer entscheidenden Stelle der Batteriezelle – dem Stromkollektor. Entwickelt wurde das neuartige, dreidimensionale Metall-Vlies ursprünglich am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Die besondere Architektur des Vlieses ermöglicht eine deutlich bessere Stromverteilung und Materialausnutzung als bei konventionellen Metallfolien. Damit schafft die Technologie die Voraussetzung für leistungsfähigere, kostengünstigere und zugleich ressourcenschonendere Batteriezellen.

„Der Stromkollektor ist eine strukturelle Stellschraube der Batteriezelle, die bislang kaum neu gedacht wurde. Mit unseren 3D-Elektroden realisieren wir eine neue Architektur der Elektroden, bei der sich der Leistungssprung aus der gegenseitigen Durchdringung des Stromsammlers mit dem Speichermaterial ergibt. Mit der industriellen Validierung treten wir nun den Beweis an, dass dieser Ansatz auch unter realen Produktionsbedingungen trägt“, kommentiert Prof. Dr. Joachim Spatz, Gründer der Batene GmbH und Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung.

Finanzierung ermöglicht industrielle Validierung

Die nun abgeschlossene Finanzierung in Höhe von rund sechs Millionen Euro ermöglicht es, den nächsten Entwicklungsschritt konsequent umzusetzen. Mit den Mitteln finanziert die Batene GmbH ein industrielles Validierungsprojekt und treibt die externe technische Prüfung der Technologie gemeinsam mit Industriepartnern voran. Geplant ist unter anderem die gemeinsame Entwicklung und Testung von Batteriezellen. Dabei werden unterschiedliche Zellchemien und Materialsysteme untersucht, darunter Lithium-Eisenphosphat- (LFP) sowie Nickel-Mangan-Cobalt- (NMC)-Zellen. Auf diese Weise soll die breite technologische und industrielle Einsetzbarkeit der Batene-Technologie nachgewiesen werden. Ziel ist es, bis Ende 2026 zentrale Meilensteine zu erreichen und die Validierung bis Mitte 2027 abzuschließen. Die Finanzierung ermöglicht damit den Übergang von der erfolgreichen Laborentwicklung zur belastbaren industriellen Erprobung. Auf dieser Basis soll die Technologie weltweit Industriepartnern zugänglich gemacht und die Grundlage für eine anschließende Skalierung im industriellen Maßstab gelegt werden.

Bereits in der Frühphase wurde die Technologie von SPRIND als Sprunginnovation eingestuft und mit einem Gründungszuschuss gefördert. „Der Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen Batterieproduktion erfordert mehr als Kapazität. Wer nur aufholt, bleibt abhängig. Europa braucht Sprunginnovationen, die eigene technologische Standards setzen – und die Industrie herausfordern, neu zu denken. Batene macht genau das.“, erläutert Rafael Laguna de la Vera, Direktor der SPRIND.

Effizientere Batteriezellen durch neue Kollektorarchitektur

Technologisch unterscheidet sich der Ansatz von Batene grundlegend von konventionellen Batteriekonzepten. Das neuartige, dreidimensionale Metall-Vlies ersetzt die bislang eingesetzten Metallfolien aus Kupfer oder Aluminium und wird mit dem jeweiligen Aktivmaterial von Anode und Kathode befüllt. Dadurch verbessert sich die elektrische Leitfähigkeit innerhalb der Elektrode ebenso wie die mechanische Anbindung der Aktivmaterialien. In Kombination mit trockenen Beschichtungsverfahren, die im Rahmen der Validierung ebenfalls umfassend getestet werden, kann zudem auf toxische Lösungsmittel und PFAS-haltige Bindemittel verzichtet werden, deren Verwendung in naher Zukunft in der EU eingeschränkt werden dürfte. Insgesamt ermöglicht die Technologie eine schnellere, energieärmere und potenziell um 30 Prozent kostengünstigere Zellproduktion, bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit.

„Die Finanzierung ermöglicht es uns, unsere Technologie erstmals umfassend unter realistischen industriellen Bedingungen zu validieren“, sagt Christian Böhm, Geschäftsführer der Batene GmbH. „Gemeinsam mit Industriepartnern wollen wir zeigen, dass sich leistungsfähigere Batteriezellen mit deutlich geringerem Ressourceneinsatz herstellen lassen.“

Begleitet wurde die Ausgründung von Batene durch die Max-Planck-Innovation GmbH, die Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft. Max-Planck-Innovation verantwortete die Patentierung der zugrunde liegenden Technologie, lizenzierte die Schutzrechte an das Start-up und unterstützte den Ausgründungsprozess von der frühen Konzeptphase über die Unternehmensgründung bis hin zu den laufenden Finanzierungen. Ziel der Max-Planck-Innovation GmbH ist es, Forschungsergebnisse aus den Max-Planck-Instituten systematisch in wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendung zu überführen. 

„Die erfolgreiche Finanzierung ist ein wichtiger Meilenstein für Batene und bestätigt das große Interesse an der Technologie aus der Industrie und von Investoren“, sagt Dr. Florian Kirschenhofer, Senior Start-up Manager bei der Max-Planck-Innovation GmbH. „Wir freuen uns sehr, dass mit den Unternehmen der Schwarz Gruppe ein langfristig orientierter Partner gewonnen werden konnte, der den weiteren Transfer der Technologie in die industrielle Anwendung unterstützt.“

 

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