Ausbau der Forschung zu politischen Institutionen und Konflikten

Politikwissenschaftlerin Ursula Daxecker an das Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften berufen.

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Daxecker wird Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Mit ihrer Berufung setzt die Max-Planck-Gesellschaft die Neuausrichtung des Instituts konsequent fort.

Nach der Berufung des Soziologen Steffen Mau im Oktober 2025 rücken nun verstärkt Fragen politischer Gewalt, demokratischen Rückschritts sowie die Rolle politischer Institutionen bei der friedlichen Bearbeitung von Konflikten in den Mittelpunkt der Forschung. Mit insgesamt drei Direktorenstellen soll am Standort Göttingen ein international sichtbarer sozialwissenschaftlicher Forschungsschwerpunkt etabliert werden.

Steffen Mau begrüßt die Berufung: „Ich freue mich sehr über die Berufung von Ursula Daxecker. Ihre Arbeit richtet sich auf politische Konflikte, die vermittelnde Rolle von Institutionen und die Anfechtungen der Demokratie. Sie bringt auch eine auf den globalen Süden ausgerichtete Forschungsorientierung mit, und stärkt somit die Positionierung des Instituts in zentralen politik- und sozialwissenschaftlichen Feldern.“

Politische Institutionen und Konflikte

Ursula Daxecker tritt ihre Stelle zum 1. Januar 2026 zunächst im Nebenamt an, ab 1. Septemer 2026 im Hauptamt. Ihre Abteilung untersucht das Verhältnis von politischen Institutionen und Konflikten im weitesten Sinne. Konflikte sind ein zentraler Bestandteil politischer Prozesse. Daxeckers Forschung fragt danach, unter welchen Bedingungen Institutionen zur friedlichen Konfliktlösung beitragen – oder Konfliktdynamiken verschärfen – und wie umgekehrt Konflikte institutionelle Ordnungen stärken oder untergraben können.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entstehung gesellschaftlicher Missstände in heutigen Demokratien und deren konfliktträchtigen Auswirkungen, etwa dem Aufkommen extremistischer und gewaltsamer Strategien politischer Parteien und ihrer Anhänger. Zudem analysiert die Abteilung kurz- und langfristige Folgen politischer Gewalt für demokratische Prozesse. Die Forschung adressiert damit zentrale Herausforderungen der Gegenwart, darunter die Erosion demokratischer Institutionen weltweit – im Globalen Norden ebenso wie im Globalen Süden – sowie anhaltende bewaffnete Konflikte und politische Gewalt.

Ursula Daxecker ist derzeit ordentliche Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Amsterdam und wird dieser im Rahmen einer Teilzeitprofessur weiterhin verbunden bleiben. Sie zählt zu den international führenden Wissenschaftlerinnen im Bereich politischer Gewalt in Demokratien. Ihre Forschung verbindet fortgeschrittene quantitative Methoden – etwa umfrage- und beobachtungsbasierte kausale Inferenzdesigns – mit qualitativen Ansätzen wie Feldforschung und Interviews. Dabei nutzt sie große, computergestützt erhobene Datensätze und entwickelt evidenzbasierte Erkenntnisse mit hoher gesellschaftlicher und politischer Relevanz.

Die Berufung für die dritte Direktorenstelle soll zeitnah abgeschlossen werden. MPG-Präsident Patrick Cramer befindet sich hierzu im Austausch mit einem ebenfalls renommierten Kandidaten.

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