3R‘s Implementation Award für Ronald Naumann
Der Wissenschaftler hat eine Methode entwickelt, mit der sich die Zahl von Versuchstieren in der Forschung verringern lässt
Auf den Punkt gebracht
- 3Rs Implementation Award: Ronald Naumann erhält den 3Rs Implementation Award 2025 für seine Methode zur Reduzierung von Versuchstieren in der Forschung.
- Innovative Methode: Naumann hat einen Analysetest entwickelt, das STR-Verfahren, um Spermien gezielt auf genetische Mutationen zu testen und unnötige Nachkommen zu vermeiden.
- Effiziente Zucht: Durch diese Methode konnten in den letzten vier Jahren etwa 5.600 Mäuse eingespart werden, was die Effizienz der Zucht erhöht.
Das in den USA tätige 3Rs Collaborative hat die Gewinner der 3Rs Awards 2025 bekannt gegeben, mit denen herausragende Beiträge zur Umsetzung der 3R-Prinzipien (replace, reduce, refine) in der Forschung gewürdigt werden. Ronald Naumann, Leiter der Transgenic Core Facility am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, wurde mit dem 3Rs Implementation Award 2025 ausgezeichnet. Gewürdigt wurde eine von ihm entwickelte Methode, die zur signifikanten Reduzierung von Versuchstieren in der Forschung beiträgt. Bereits im Jahr 2022 erhielt Naumann diese Auszeichnung in Zusammenarbeit mit Peter Dobrowolski, Experte für genetische Fingerabdruckanalysen, bei der GVG Genetic Monitoring GmbH in Leipzig, im Rahmen des 3Rs-Preises der International Society for Transgenic Technologies.
„Seit über 40 Jahren werden Tausende von Mäusen mit genetischen Mutationen gezüchtet. Häufig trägt jedoch trotz des Einsatzes vieler Tiere keines der Nachkommen die gewünschte Mutation“, erläutert Ronald Naumann. „Infolgedessen bleibt ein großer Teil der Nachkommen ohne wissenschaftlichen Nutzen. Im Einklang mit den 3R-Prinzipien zur Reduzierung der Anzahl von Versuchstieren haben wir eine neue Methode entwickelt, um Spermien von Mäusen vorhersagbar auf gewünschte genetische Mutationen zu testen. Diese Methode basiert auf einem speziellen Analysetest, dem STR-Verfahren (Short Tandem Repeat), das eine schnelle und sichere Identifikation genetischer Merkmale ermöglicht. Auf diese Weise werden ausschließlich Nachkommen erzeugt, die für das jeweilige Experiment von wissenschaftlichem Interesse sind. Der Ansatz erlaubt es, Mäuse effizient zu züchten, ohne eine große Zahl zusätzlicher Tiere zu benötigen. Dadurch konnten in den vergangenen vier Jahren bereits rund 5.600 Mäuse eingespart werden.“
Ronald arbeitet seit 1995 mit Labortieren und gründete 2002 die Transgenic Core Facility am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Etablierung zahlreicher Einrichtungen weltweit beteiligt und unterstützt bis heute internationale wissenschaftliche Institutionen mit seiner umfassenden Expertise.












