Leitungspositionen für Max-Planck-Forschungsgruppen

Leitungspositionen für Max-Planck-Forschungsgruppen

11. Januar 2011

Max-Planck-Forschungsgruppen werden an den Max-Planck-Instituten oft zusätzlich zu den Institutsabteilungen als kleinere, vollkommen selbständig forschende Einheiten eingerichtet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine hervorragende Qualifizierungsmöglichkeit für promovierte junge Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen darstellen, unter deren Führung Doktoranden sowie ein Postdoc gemeinsam ein spezifisches Forschungsthema bearbeiten. Ihre Leiter und Leiterinnen (MPFGL) werden vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft berufen.

Die häufigsten Fragen und ihre Antworten:

1. Wann kann ich mich auf die Leitungsposition einer Max-Planck-Forschungsgruppe bewerben?

Bewerben kann man sich grundsätzlich nur auf MPFGL-Positionen, die ausgeschrieben wurden. Dabei gibt es zwei verschiedene Ausschreibungsmodi:

institutsspezifische Ausschreibungen:
Diese institutsspezifischen Positionen werden, abhängig von den verfügbaren Ressourcen und Raumverhältnissen des jeweiligen Max-Planck-Instituts (MPI) und fortlaufend nach Bedarf ausgeschrieben. Grundsätzlich beziehen sich solche Positionen auf ein bestimmtes Forschungsgebiet. Diese Ausschreibungen werden in relevanten Fachzeitschriften und üblicherweise auch auf der Internetseite des jeweiligen MPI veröffentlicht.

zentrale Ausschreibungen im themenoffenen Verfahren:
Zentrale Ausschreibungen werden normalerweise einmal jährlich im Herbst veröffentlicht. Darüber hinaus werden sie in bedeutenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften und auf deren Internetplattformen publiziert. Diese Positionen sind nicht an festgelegte wissenschaftliche Themen gebunden. Bewerberinnen und Bewerber können in ihrer Bewerbung eigene Interessen formulieren und das bzw. die von ihnen bevorzugten MPI benennen. Die nächste Ausschreibung findet im Herbst 2017 statt.

2. An welche Zielgruppe richten sich die Leitungspositionen?

Dieses Programm eignet sich besonders gut für exzellente, junge Bewerberinnen und Bewerber, die bereits ein bis zwei Postdoc-Stellen inne hatten, jetzt gerne eine eigene Gruppe leiten und in ihrer Forschung unabhängig eigene Ideen vertiefen möchten. Die MPFGL-Positionen stehen nur promovierten Bewerbern und Bewerberinnen offen.

3. Wie sind die Max-Planck-Forschungsgruppen ausgestattet?

Das hängt sehr stark vom jeweiligen Forschungsgebiet und der Ausrichtung (theoretisch oder experimentell) ab. Den Max-Planck-Forschungsgruppen werden international wettbewerbsfähige Pakete angeboten, die eine Ausstattung mit Personal, Startkapital und jährlichen Betriebskosten beinhalten. Die Gehälter sind mit denen von Junior- und Assistenzprofessuren oder außerordentlichen Professuren in den USA vergleichbar. Der gesamte Finanzierungsbetrag entspricht dem Niveau von erstklassigen internationalen Startup- oder Career-Development-Programmen. Zudem verfügen die Gruppenleiter über ein hohes Maß an individueller Flexibilität und können die bewilligten Gelder im eigenen Ermessen nach Bedarf einsetzen.

4. Welche Karriereperspektiven bestehen danach?

Die Positionen für MPFGL sind üblicherweise befristet. In der Vergangenheit hat die Mehrheit der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nach ihrer befristeten Stelle eine ordentliche Professur an einer deutschen oder internationalen Hochschule oder eine vergleichbare Position an einer Forschungseinrichtung erhalten. Eine nicht geringe Zahl wurde später auch als Direktor oder Direktorin an ein Max-Planck-Institut berufen.

Eine Dauereinstellung (Tenure) kann nur in ausgewählten Fällen in Aussicht gestellt werden.

5. Wird von mir die Mitwirkung an Lehraktivitäten erwartet?

Eine solche Mitwirkung zählt nicht zu den formalen Anforderungen. Allerdings steht es Ihnen frei, sich an einer Hochschule vor Ort in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu engagieren.

6. Besteht eine Altersgrenze?

Nein. Die Ausschreibungen für die MPFGL-Positionen richten sich allerdings an begabte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Idealerweise haben Sie vor höchstens sieben (Promotion in Medizin: höchstens neun) Jahren promoviert. Wenn Sie diese Grenze überschreiten, teilen Sie uns bitte detailliert die Gründe dafür mit, weshalb sie trotzdem für das Programm geeignet sind.

7. Ist eine (abgeschlossene) Habilitation Grund für eine Nichtberücksichtigung von Bewerbungen?

Nein. Eine Habilitation ist weder eine Voraussetzung für eine MPFGL-Position, noch gilt sie als Nachteil. Oft habilitieren die Gruppenleiter an einer benachbarten Hochschule. Bitte beachten Sie, dass die Max-Planck-Gesellschaft selbst nicht berechtigt ist, Habilitationen zu vergeben.

8. Kann ich mich parallel zu einer Bewerbung bei der Max-Planck-Gesellschaft auch bei anderen Forschungsorganisationen bewerben?

Ja. Allerdings würde es die Max-Planck-Gesellschaft sehr begrüßen, wenn sie über solche Bewerbungen informiert wird.

9. Kann ich mich auf eine MPFGL-Position bei einem Max-Planck-Institut bewerben, an dem ich bereits beschäftigt bin?

Für Ihre Karriereplanung ist es in der Regel besser, wenn Sie einem Wechsel Vorzug geben, aber es kann gelegentlich gute Gründe für die Wahl des Max-Planck-Instituts als optimalen Ort für die künftigen Forschungsvorhaben geben, an dem Sie bereits forschen. Solche Bewerbungen werden besonders geprüft und individuell beurteilt. Bitte informieren Sie vor einer Bewerbung Ihr MPI und sprechen Sie sich mit den Direktorinnen und Direktoren vor Ort ab.

10. Müssen die Bewerbung und das Empfehlungsschreiben in englischer Sprache verfasst sein?

Ja. Da die Auswahlkommissionen, die über die Bewerbungen entscheiden, oft international besetzt sind, werden in der Regel nur Bewerbungen und Empfehlungsschreiben in englischer Sprache akzeptiert.

11. Welchen Veröffentlichungsstand müssen die eingereichten Publikationen erreicht haben?

Grundsätzlich werden nur Publikationen berücksichtigt, die veröffentlicht oder bereits zur Veröffentlichung angenommen wurden (in Vorbereitung/in press). Publikationen, die bislang nur zur Veröffentlichung eingereicht wurden, müssen als solche eindeutig gekennzeichnet sein.

12. Darf die Betreuerin oder der Betreuer meiner Promotionsarbeit oder ein Direktor oder eine Direktorin des Max-Planck-Instituts, bei dem ich mich bewerben möchte, ein Empfehlungsschreiben verfassen?

Ja.

Die folgenden vier Fragen und Antworten beziehen sich spezifisch auf das zentral ausgeschriebene, themenoffene Auswahlverfahren:

13. Kann im Rahmen der zentralen Ausschreibung eine Bewerbung oder ein Empfehlungsschreiben als Papierausdruck eingereicht werden?

Nein, das ist leider nicht möglich. Es werden nur Bewerbungen berücksichtigt und begutachtet, die vollständig in elektronischer Form in die Datenbank eingegeben werden; dieselbe Regelung gilt auch für Empfehlungsschreiben.

14. Warum sind oftmals bestimmte Max-Planck-Institute bei zentralen Ausschreibungen ausgeschlossen?

Nicht alle Max-Planck-Institute verfügen über ausreichend Platz, um eine MPFG angemessen unterbringen zu können. Vielen Instituten ist es bereits gelungen, eine oder mehrere Gruppen aufzunehmen und sie können deshalb auf absehbare Zeit keine weiteren Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stellen. Sollten Sie dennoch zu dem Schluss kommen, dass ein nicht aufgeführtes Institut das einzige ist, das geeignet ist, nehmen Sie bitte vor der Bewerbung Kontakt mit den zuständigen MPI-Direktoren auf. Manchmal lassen sich doch noch Lösungen finden.

15. Sollte ich bei einer zentralen Ausschreibung das oder die bevorzugten Max-Planck-Institute vor einer offiziellen Bewerbung selbst kontaktieren?

Ja, auf jeden Fall. So können Sie mit dem Institut gemeinsame Interessensbereiche identifizieren und es lässt sich herausfinden, ob ein Institut grundsätzlich daran interessiert und in der Lage ist, Ihnen gegebenenfalls Räumlichkeiten und Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

16. Wie setzt sich die Auswahlkommission im themenoffenen Verfahren zusammen?

Die Max-Planck-Gesellschaft ist in drei Sektionen unterteilt: die Biologisch-Medizinische, die Chemisch-Physikalisch-Technische und die Geistes-, Sozial und Humanwissenschaftliche Sektion. Jede Sektion verfügt über eine eigene Auswahlkommission, die sich aus Max-Planck-Direktorinnen oder -Direktoren sowie externen, meist internationalen Expertinnen und Experten zusammensetzt. Grundsätzlich übernimmt der Vizepräsident der jeweiligen Sektion den Kommissionsvorsitz. Dieses Gremium verantwortet sowohl die Vorauswahl von Bewerberinnen und Bewerbern, die zum Auswahlsymposium eingeladen werden, als auch die Empfehlungen an den Präsidenten nach diesem Auswahlsymposium. Die endgültige Auswahl derjenigen, die auf eine Leitungsstelle berufen werden sollen, erfolgt durch den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft.

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