Harnack-Medaille für Bundeskanzlerin Angela Merkel

Höchste Auszeichnung der Max-Planck-Gesellschaft für Verdienste um die Wissenschaft geht erstmals an eine Regierungschefin

29. Juni 2021

In einer feierlichen Veranstaltung am 29. Juni im Humboldt Carré in Berlin überreichte Max-Planck-Präsident Martin Stratmann die Harnack-Medaille an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am 12. März 2021 hatte der Senat der Max-Planck-Gesellschaft beschlossen, der Bundeskanzlerin „für ihre Verdienste um Wissenschaft und Forschung und in Anerkennung ihrer langjährigen Verbundenheit mit der Max-Planck-Gesellschaft“ die Harnack-Medaille zu verleihen. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Max-Planck-Gesellschaft zu vergeben hat. Erst 1953 hatte die MPG diese Tradition ihrer Vorgängerorganisation, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, wiederaufgenommen. Seither haben 22 Persönlichkeiten diese Auszeichnung entgegengenommen, darunter mit Theodor Heuss (1959), Heinrich Lübke (1964) und Richard von Weizsäcker (1990) auch drei ehemalige Bundespräsidenten.

MPG-Präsident Martin Stratmann verleiht Angela Merkel die Harnack-Medaille.

In seiner Laudatio hob Martin Stratmann hervor, dass der Wissenschaft in Deutschland in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten unter Angela Merkels Führung ein im internationalen Vergleich und auch im Kontext der eigenen Wissenschaftsgeschichte bemerkenswerter Entfaltungsraum geschenkt worden sei. Stratmann verwies dabei unter anderem auf die drei in Abstimmung mit den Ländern ausgebauten großen Pakte – die Exzellenzinitiative bzw. Exzellenzstrategie, den Hochschulpakt sowie den Pakt für Forschung und Innovation. Es sei insbesondere ein Verdienst Angela Merkels gewesen, dass die Bundesregierung 2008 mitten in einer der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrisen einen Mittelaufwuchs für die deutsche Wissenschaft beschlossen habe, der ihr langfristige finanzielle Perspektiven gegeben habe. Heute sei die Forschung in diesem Land exzellenter, besser vernetzt und internationaler als je zuvor: „Wir sind sichtbar geworden. Deutschland ist kein Kompromiss mehr. Es ist ein Wunschziel geworden für junge wie auch arrivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt“, so der Präsident

Stratmann sprach auch noch einmal die schwierige Situation in der Pandemie an und lobte Angela Merkel als eine Stimme der Vernunft. Die Worte "German Chancellor" und "Physics" seien im Ausland eine Einheit geworden und Ausdruck eines rationalen Verständnisses von Politik. „Einer Politik, die Tatsachen ins Auge sieht und diese nicht leugnet, einer Politik, die wissenschaftliche Erkenntnisse versteht und nicht alternativen Fakten hinterherläuft“, so der Max-Planck-Präsident. Die Bundeskanzlerin sei den daraus resultierenden Erwartungen auch im Binnenverhältnis der deutschen Wissenschaftspolitik nachgekommen. „Wenn die Bundeskanzlerin als wissenschaftsnah wahrgenommen wird, dann färbt das auf das ganze Land ab“, betonte Stratmann.

Erstmals verliehen „für besondere Verdienste um die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“ wurde die Harnack-Medaille 1925 an den protestantischen Theologen Adolf von Harnack, den Mitbegründer und ersten Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Der Entwurf stammte von dem renommierten und damals erfolgreichsten deutschen Bildhauer, Georg Kolbe, und zeigt auf der einen Seite der Medaille das Profil Harnacks, auf der anderen den Wahlspruch des Theologen „Spiritus Creator“ sowie die Minerva, die Beschützerin der Wissenschaften. Mit Angela Merkel erhält zum ersten Mal eine Frau diese höchste Auszeichnung der Max-Planck-Gesellschaft. Aber auch das sei für sie ja keine ungewohnte Situation, konstatierte der Präsident: „In vielem, das Amt der Bundeskanzlerin eingeschlossen, waren Sie die erste Frau und damit auch so etwas wie die Wegbereiterin für eine neue Zeit.“

 

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