Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung

Wirtschaft, Gesellschaft, Politik – diesen drei Themenfeldern widmen sich die wissenschaftlichen Arbeiten am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Im Sinne anwendungsoffener Grundlagenforschung soll eine empirisch fundierte Theorie der sozialen und politischen Grundlagen moderner Wirtschaftsordnungen entwickelt werden, wobei sich die Forscherinnen und Forscher insbesondere für die Zusammenhänge zwischen ökonomischem, sozialem und politischem Handeln interessieren. So erforschen sie zum Beispiel, wie Märkte und Wirtschaftsorganisationen in historisch-institutionelle, politische und kulturelle Zusammenhänge eingebettet sind, wie sie entstehen und wie sich ihre gesellschaftlichen Kontexte verändern.

Kontakt

Paulstr. 3
50676 Köln
Telefon: +49 221 2767-0
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Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS on the Social and Political Constitution of the Economy

Abteilung Soziologie des Marktes mehr
Abteilung Wirtschaftssoziologie und politische Ökonomie mehr
Viermal erfolgreich
Jeweils zwei Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in diesem Jahr mit dem Leibniz-Preis geehrt. mehr
Nur wer wählt, zählt?
Die politischen Entscheidungen des Bundestags sind systematisch zulasten der Armen verzerrt mehr
„Europa ist eine Wette…“
…und die kann schiefgehen. Fritz W. Scharpf, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, übt fundamentale Kritik an der Währungsunion. Und skizziert im Interview einen möglichen Ausweg. mehr
Töten für den Lifestyle
In Südafrika werden jeden Tag drei Nashörner getötet, ihr Horn auf dem internationalen Markt illegal verkauft mehr
Wie fiktionale Erwartungen wirtschaftliche Dynamik vorantreiben
Im Herbst 2008 erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt: Der Markt für verbriefte Wertpapiere US-amerikanischer Hypothekendarlehen implodierte. Warum hatten Investoren und Ökonomen die Vorzeichen der dann einsetzenden weltweiten Finanzkrise nicht erkannt? Ein Beitrag von Jens Beckert mehr
Macht und Ohnmacht der Milliarden

Macht und Ohnmacht der Milliarden

Meldung 24. Juli 2015
Zur politischen Ökonomie des Anleihen-Ankaufprogramms der Europäischen Zentralbank. Ein Meinungsbeitrag von Benjamin Braun mehr
Nicht jedes Netzwerk sichert Frauen den beruflichen Erfolg
Art und Mitgliederstruktur eines Netzwerks können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Besonders Frauen müssen ihre Netzwerke sorgsam auswählen, wenn sie mit den männlichen Kollegen Schritt halten wollen. mehr
Geburtenrate hängt nicht nur von Einkommen und Kindereinrichtungen, sondern von kulturellem Leitbild ab mehr
Wie der Kapitalismus die Familie verändert
Geburten und Geburtenraten sind normalerweise Thema der Familiensoziologie oder der Demografie. Was haben sie in einem Forschungsprogramm zur politischen Ökonomie des modernen Kapitalismus zu suchen? Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Streeck mehr
Kinder kauft man nicht

Kinder kauft man nicht

Meldung 3. November 2014
Auslandsadoptionen bringen Paare in eine Zwickmühle: Sie müssen Geld bezahlen für die Vermittlung eines Kindes. Trotzdem greifen die klassischen Charakteristiken von Märkten nicht. mehr
„Der Staat hat immer weniger Handlungsspielraum“
Dem Spannungsverhältnis zwischen demokratischer Politik und kapitalistischer Wirtschaft widmet sich Wolfgang Streeck in seiner Forschung als Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Hier spricht er über die Folgen fiskalpolitischer Entscheidungen wie etwa der Einrichtung einer Schuldenbremse und der gemeinsamen Haftung für Schulden im Euroraum. mehr
<p>Das Geheimnis teurer Weine</p>

Das Geheimnis teurer Weine

Meldung 9. August 2012
Klassifikationssysteme bestimmen über die Preisbildung auf dem Weinmarkt mehr
Eurokrise: Die Währungsunion selbst ist das Problem
Ein Meinungsbeitrag von Fritz W. Scharpf, emeritierter Direktor am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung mehr

Zwischen Pietät und Pleite

Meldung 17. November 2010
Bestattungsmarkt in Deutschland wandelt sich mehr
Grenzgängerin zwischen Sozialwissenschaft und politischer Praxis
Renate Mayntz erhält in diesem Jahr den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen für ihr Lebenswerk mehr
Max-Planck-Wissenschaftler kooperieren mit Partnern in mehr als 110 Ländern dieser Erde. Hier schreiben sie über persönliche Erlebnisse und Eindrücke. Marcin Serafin studierte an der Universität in Warschau Soziologie. Für seine Doktorarbeit ging er an eine Max Planck Research School und genoss dort die Möglichkeit, sich komplett auf diese Aufgabe zu konzentrieren – das sei ein großer Unterschied zu den Arbeitsbedingungen eines Doktoranden in Polen.
Die Abgrenzung ist alles andere als einfach: Seit 2012 widmet sich das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln dem Themenfeld „Illegale Märkte“. Doch nicht überall sind Herstellung, Vertrieb und Konsum gleichermaßen kriminell wie bei Drogen oder Kinderpornografie. Wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden um Direktor Jens Beckert forschen zu Produktfälschungen in Argentinien, zum Abbau und Handel mit Diamanten in Sierra Leone, zum Handel mit Rhinozeroshorn und zu Finanzmarktkriminalität – ein Blick auf ein innovatives, wirtschaftssoziologisches Projekt.
Im Rahmen der internationalen Ausweitung von Finanzmärkten hatten Mikrokredite die Hoffnung geweckt, die Armut im „globalen Süden“ einzudämmen und Frauen zu emanzipieren. Doch leider ist keine positive Wirkung der Mikrofinanz nachzuweisen, im Gegenteil: Die Disziplinierung der Armen und die Abschöpfung von Mehrwert haben zugenommen. Zudem hat der Mikrofinanzsektor eine Reihe verheerender Krisen ausgelöst. Unser Autor erklärt, warum wir nicht mit mehr Schulden mehr soziale Gerechtigkeit schaffen werden.
Interview mit Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, über das Spannungsverhältnis von demokratischer Politik und kapitalistischer Wirtschaft.
Begräbniswald statt Friedhof, Urne statt Eichensarg oder ein Grabstein „Made in India“ – die Bestattungskultur in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten vielfältig geworden. Standesgemäß gediegene Beerdigungen nach althergebrachtem Muster sind aus der Mode gekommen.
Scheitert Europa, wenn der Euro kippt? Viele glauben das und versuchen, den Euro zu retten. Unser Autor hält dagegen: Wer mit dem Euro die europäische Integration bewahren will, der müsste die Eurozone auf den Kern der dauerhaft stabilitätsfähigen Mitglieder verkleinern – und den übrigen EU-Mitgliedern die Rückkehr zu dem flexiblen Europäischen Währungssystem ermöglichen.
Alte buddhistische Tempel, Rückständigkeit der Landbevölkerung und extreme Armut auf der einen Seite, Wolkenkratzer, Hightech und Weltmeister im Export auf der anderen: China hat in den vergangenen 40 Jahren eine rasante Aufholjagd hingelegt, um zu den Industrienationen aufzuschließen.
Welche Bedeutung haben die Prognosen von Sozialwissenschaftlern für politische Entscheidungen? Eine kritische Analyse.
Ihren Wohlstand und ihr kollektives Wissen verdankt die Menschheit vor allem der Arbeitsteilung. Sie erst hat Wirtschaft und Wissenschaft so produktiv gemacht, wie sie heute sind.
Die Exzellenz-Initiative der Bundesregierung hat die Ausdifferenzierung der deutschen Hochschullandschaft katalysiert und beschleunigt. Kritiker befürchten eine zunehmende Trennung in Elite- und Massenuniversität.

Arbeitskampf vorm Kadi

MPF 4 /2007 Kultur & Gesellschaft
Im Tarifkonflikt bei der Bahn schalteten die Kontrahenten mehrfach Arbeitsgerichte ein. Die Politikwissenschaftlerin Britta Rehder sagt unangenehme Folgen voraus, wenn das zur Regel wird.
Die Bundespolitiker waren sich einig: Nur mit einer Föderalismus-
reform könnten der Bundestag und auch die Länderparlamente handlungsfähig bleiben. Ihr Ziel war klar: Weniger Bundesgesetze sollten im Bundesrat zustimmungspflichtig sein.
Die Aussichten auf ein langes Leben werden immer besser – mit weitreichenden Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft.
Abstimmungen gehören zum politischen Alltag der Parlamentarier. Welche Rolle spielen Lobbyisten auf der Bühne des europäischen Polittheaters?
Momentan sind keine Angebote vorhanden.
Das Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung kann auf eine lange Tradition der Forschung über die europäische Integration und über die europäischen Währungsordnungen zurückblicken. Die Europaforschung am MPIfG verbindet die Analyse von Mehrebenensystemen mit den Einsichten der Vergleichenden Politischen Ökonomie in die Eigenlogiken der Produktions- und Verteilungsregime, die in der EU und der Eurozone zu finden sind. Wie lässt sich auf dieser Basis die Eurokrise beurteilen und welche Lösungsansätze lassen sich ableiten? mehr
2008 implodierte der Markt für verbriefte Wertpapiere US-amerikanischer Hypothekendarlehen. Die notwendigen Wertberichtigungen und fällige Zahlungen aus Kreditversicherungen erschütterten das Finanzsystem. Warum erkannten Ökonomen die Vorzeichen der dann einsetzenden weltweiten Finanzkrise nicht? Die Rationalitätsannahmen der ökonomischen Theorie scheitern an der Komplexität der Wirklichkeit. Erwartungen lassen sich nicht als rational verstehen, sondern sind kontingente Imaginationen der Zukunft. Solche „fiktionalen“ Erwartungen spielen eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Dynamik. mehr
Niedrige Zinsen der Europäischen Zentralbank, massenweise Kreditangebote im Internet, Null-Prozent-Finanzierungen im Handel: Für Privatpersonen war es selten so leicht, einen Kredit aufzunehmen. Warnungen vor einem Konsumrausch und möglichen Kreditblasen ignorieren jedoch die Komplexität des Phänomens. Eine Politische Ökonomie der Privatverschuldung schafft Abhilfe. mehr

Der Kurze Marsch in den Kapitalismus

2014 ten Brink, Tobias
Sozialwissenschaften
China hat in den vergangenen vierzig Jahren in einer rasanten Aufholjagd zu den Industrienationen aufgeschlossen. Heute ist die Volksrepublik die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Wie kam es zu diesem Wirtschaftsboom, und welche Faktoren können zur Destabilisierung des chinesischen Erfolgsmodells führen? mehr
Die Vereinheitlichung der Unternehmenskontrollsysteme in der Europäischen Union ist bis heute an den gegensätzlichen Interessen der Mitgliedstaaten gescheitert. In seiner Rechtsprechung zu den „Goldenen Aktien“ hat der Europäische Gerichtshof inzwischen allerdings damit begonnen, eigenständig marktliberale Vorgaben zur Regulierung der Unternehmenskontrolle durchzusetzen. Warum war dieser politisch brisante Integrationsfortschritt gegen den Willen der Mitgliedstaaten möglich? mehr

Was unsere Güter wertvoll macht

2012 Beckert, Jens
Sozialwissenschaften
Wenn die Wirtschaftsleistung steigen soll, werden an die Politik zwei widersprüchliche Forderungen gerichtet. Verlangt wird entweder, dass Anreize für Investitionen geschaffen werden, oder aber die Löhne sollen umgekehrt gerade steigen und der Staat mehr Geld ausgeben, um die Nachfrage nach Gütern zu erhöhen. „Wachstum ist der Schlüssel zum Ganzen“ erklärte Kanzlerin Merkel. Stillschweigend vorausgesetzt wird hier allerdings, dass die Konsumenten tatsächlich immer mehr Güter kaufen möchten. Doch ist das überhaupt so selbstverständlich? Und wenn ja, was genau fragen Nachfrager eigentlich nach? mehr

Politik im Defizit

2011 Streeck, Wolfgang; Mertens, Daniel
Sozialwissenschaften
Politische Erblasten und gereifte Leistungsansprüche verzehren ebenso wie der Schuldendienst einen immer größer werdenden Teil der Steuereinnahmen des Staates. Dadurch schrumpft der finanzpolitische Handlungsspielraum für innovative Politik, und demokratische Wahlmöglichkeiten fehlen. Die Spielräume für Politik in Deutschland und den USA seit den Siebzigerjahren lassen sich anhand des Index für die „fiskalische Demokratie“ vergleichen. mehr
Wie kann man grenzüberschreitende wirtschaftliche Prozesse regulieren, um negative Folgen für Gesellschaften zu vermeiden? Diese Frage stellt sich mit besonderer Dringlichkeit angesichts einer Finanzkrise, zu deren Ursachen zahlreiche Kommentatoren eine Kombination aus zu wenig staatlicher Regulierung und zu viel privater Selbstregulierung zählen. Die Forschungsgruppe Grenzüberschreitende Institutionenbildung am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung untersucht die Bedingungen für eine wirksame transnationale Regulierung. mehr
Wie in vielen etablierten Demokratien sinkt auch in Deutschland die Wahlbeteiligung, während alternative Formen politischer Teilhabe zunehmen. Gemeinsam schaden beide Trends dem demokratischen Ideal politischer Gleichheit, weil Wahlen weniger als andere Arten politischen Engagements sozial verzerrt sind. mehr

Güter mit negativem Nutzen: Der Lotteriemarkt in Deutschland

2008 Beckert, Jens; Lutter, Mark
Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften
Lotteriemärkte sind umsatzstarke Märkte. Da nur weniger als die Hälfte der Einnahmen als Gewinne verteilt werden, haben Lotterielose einen geringeren erwarteten Nutzen als der Kaufpreis des Loses. Warum spielen dennoch Millionen Menschen Woche für Woche ein Spiel, das sie verlieren? mehr

Grundlagen des Vertrauens: Wissenschaftliche Fundierung eines Alltagsproblems

2007 Möllering, Guido
Sozialwissenschaften Verhaltensbiologie
Vertrauen im Alltag hat vielfältige Grundlagen, und die Vertrauensforschung benötigt eine entsprechend breite wissenschaftliche Fundierung. Forschung und Praxis führen zu der Erkenntnis, dass der Kern des Vertrauens letztlich das Aufheben – das gleichzeitige Negieren und Bewahren – von Ungewissheit ist. mehr

Lobbying in Brüssel: amerikanische Verhältnisse?

2006 Woll, Cornelia
Sozialwissenschaften
Lobbying galt in Europa lange als suspekt: eine politische Tradition, die man höchstens aus Amerika kannte. Dennoch wuchs die Lobbying-Industrie in Brüssel zur zweitgrößten der Welt heran. Ist das europäische Lobbying damit ein Abbild des amerikanischen? Sicherlich gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden politischen Systemen. Jedoch unterscheidet sich die europäische Art der Interessenvertretung deutlich von der amerikanischen, und sie ist langfristig auch weniger aggressiv. mehr
Bislang galt in der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion, dass die deutsche im Vergleich zur britischen Biotech-Industrie deutlich weniger wettbewerbsfähig sei. Auch sei die deutsche Biotech-Industrie vor allem mit staatlichen Geldern finanziert. Gegen diese Annahmen spricht das zentrale Ergebnis eines Forschungsprojekts am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung: Zwischen der deutschen und der britischen Biotech-Industrie ist kein klarer Unterschied in der Wettbewerbsfähigkeit zu erkennen. Außerdem sind die deutschen Biotech-Unternehmen im Wesentlichen über privates Risikokapital finanziert, wobei ausländische Finanzinvestoren von besonderer Bedeutung sind. Der staatlichen Förderung kommt lediglich eine ergänzende Funktion zu. mehr
Der Föderalismus galt bis vor kurzem als ein besonders positives Strukturelement des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. Nun wird er als hauptverantwortlich für die politische und wirtschaftliche Malaise Deutschlands angesehen. In einer Reihe aktueller Beiträge hat sich das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln mit seiner Funktionsweise beschäftigt. Übereinstimmendes Ergebnis der Studien ist, dass die gegenwärtige Kritik an der Blockadeanfälligkeit und der Ineffizienz der föderalen Politikverflechtung weitestgehend berechtigt ist, dass aber zugleich eine "Selbstreformierung" des föderalen Systems nicht aussichtslos ist. mehr
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