Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung

Wirtschaft, Gesellschaft, Politik – diesen drei Themenfeldern widmen sich die wissenschaftlichen Arbeiten am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Im Sinne anwendungsoffener Grundlagenforschung soll eine empirisch fundierte Theorie der sozialen und politischen Grundlagen moderner Wirtschaftsordnungen entwickelt werden, wobei sich die Forscherinnen und Forscher insbesondere für die Zusammenhänge zwischen ökonomischem, sozialem und politischem Handeln interessieren. So erforschen sie zum Beispiel, wie Märkte und Wirtschaftsorganisationen in historisch-institutionelle, politische und kulturelle Zusammenhänge eingebettet sind, wie sie entstehen und wie sich ihre gesellschaftlichen Kontexte verändern.

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Paulstr. 3
50676 Köln
Telefon: +49 221 2767-0
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Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS on the Social and Political Constitution of the Economy

Abteilung Die Politische Ökonomie von Wachstumsmodellen

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Abteilung Soziologie des Marktes

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Die Union der Verschiedenen

In Köln lotet die Europaforschung um Martin Höpner und Fritz Scharpf aus, wie stark sich die Mitgliedstaaten angesichts ihrer großen strukturellen Unterschiede überhaupt annähern können

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„Soziales und gemeinsame Kultur betonen“

Lisa Suckert vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung plädiert für eine differenziertere Wahrnehmung der Brexit-Kampagne und der ökonomischen Identität Großbritanniens. Doch auch die EU müsse sich verändern, um die Bedürfnisse von Austritts-Befürwortern innerhalb der EU besser zu verstehen und den europäischen Zusammenhalt zu stärken

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Die falsche Tautologie des Brexit

Brexit means Brexit – Brexit bedeutet Brexit, das verkündete Theresa May im Zuge ihres Amtsantritts als britische Premierministerin im Juli 2016. Tautologien wie diese sind in Prosa, Poesie und Politik gern genutzte Stilelemente, lassen jedoch auch erheblichen Raum für Missverständnisse

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„Die Zukunft offen halten“

Interview mit dem Soziologen Akos Rona-Tas über Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Prognosen

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Eine kleine Geschichte der Eigenheimidee

Von ursprünglich konservativer Sozialpolitik zum Sprengstoff in Hauspreis-­ und Kreditblasen. Ein Artikel von Sebastian Kohl vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln

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An der Frage, wie sich Europa weiterentwickeln soll, scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite stehen die Euroskeptiker, die sich stärkere Nationalstaaten wünschen. Es gibt aber auch zahlreiche Verfechter einer stärkeren europäischen Integration. Am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln lotet die Europaforschung um Martin Höpner und Fritz Scharpf aus, wie stark sich die Mitgliedstaaten angesichts ihrer großen strukturellen Unterschiede überhaupt annähern können.

Werbung ist eine Wunschmaschine: Mit dem richtigen Deo kann jeder ein cooler Typ werden, der neue Joghurt macht garantiert schlank, und im Urlaubsresort am Meer wartet das Paradies. Bekanntermaßen erzählen Werbespots nur Geschichten, die in uns die Erwartung wecken sollen, dass wir mithilfe des entsprechenden Produkts künftig cool, schlank oder gut erholt sein werden. Ganz ähnlich, sagt unser Autor, funktioniert das Wirtschaftssystem insgesamt. Auch in der scheinbar rationalen Welt der Investoren und Analysten spielen Geschichten eine wesentliche Rolle.

Max-Planck-Wissenschaftler kooperieren mit Partnern in mehr als 110 Ländern dieser Erde. Hier schreiben sie über persönliche Erlebnisse und Eindrücke. Marcin Serafin studierte an der Universität in Warschau Soziologie. Für seine Doktorarbeit ging er an eine Max Planck Research School und genoss dort die Möglichkeit, sich komplett auf diese Aufgabe zu konzentrieren – das sei ein großer Unterschied zu den Arbeitsbedingungen eines Doktoranden in Polen.

Die Abgrenzung ist alles andere als einfach: Seit 2012 widmet sich das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln dem Themenfeld „Illegale Märkte“. Doch nicht überall sind Herstellung, Vertrieb und Konsum gleichermaßen kriminell wie bei Drogen oder Kinderpornografie. Wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden um Direktor Jens Beckert forschen zu Produktfälschungen in Argentinien, zum Abbau und Handel mit Diamanten in Sierra Leone, zum Handel mit Rhinozeroshorn und zu Finanzmarktkriminalität – ein Blick auf ein innovatives, wirtschaftssoziologisches Projekt.

Im Rahmen der internationalen Ausweitung von Finanzmärkten hatten Mikrokredite die Hoffnung geweckt, die Armut im „globalen Süden“ einzudämmen und Frauen zu emanzipieren. Doch leider ist keine positive Wirkung der Mikrofinanz nachzuweisen, im Gegenteil: Die Disziplinierung der Armen und die Abschöpfung von Mehrwert haben zugenommen. Zudem hat der Mikrofinanzsektor eine Reihe verheerender Krisen ausgelöst. Unser Autor erklärt, warum wir nicht mit mehr Schulden mehr soziale Gerechtigkeit schaffen werden.

Interview mit Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, über das Spannungsverhältnis von demokratischer Politik und kapitalistischer Wirtschaft.

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Die Eigenheimidee – Garant für Stabilität oder Krisenmotor?

2018 Kohl, Sebastian

Sozialwissenschaften

Bis zur Finanzkrise 2007 herrschte in vielen Ländern die politische Idee vor, dass Gesellschaften mit möglichst vielen Hauseigentümern wünschenswert seien. Historisch war diese Idee als konservative Reaktion auf die Industrialisierung entstanden. Sie wurde in manchen Ländern aber auch bis weit in das linke Parteienspektrum hinein geteilt. Erst nach der Krise wurde klar, dass die Förderung von mehr Wohneigentum vielerorts eher zu kreditinduzierten Hauspreisblasen und wirtschaftlicher Rezession denn zu einer Verbreiterung der Hauseigentümerbasis im Rahmen einer stabilen Demokratie geführt hat.

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Ökonomisierung ist ein historischer Basisprozess, der die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Individuen seit den 1970er-Jahren tiefgreifend veränderte. Privatwirtschaftliche Akteure gewannen an politischer Macht und jenseits der Wirtschaft breiteten sich ökonomische Kategorien, Selbstverständnisse, Zielsetzungen und Instrumente aus. Nur wenn wir derartige historische Basisprozesse kennen, können wir die treibenden Kräfte der Gegenwart verstehen und ermessen, welche Möglichkeiten es gibt, zukünftige Entwicklungen zu beeinflussen.

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Das Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung kann auf eine lange Tradition der Forschung über die europäische Integration und über die europäischen Währungsordnungen zurückblicken. Die Europaforschung am MPIfG verbindet die Analyse von Mehrebenensystemen mit den Einsichten der Vergleichenden Politischen Ökonomie in die Eigenlogiken der Produktions- und Verteilungsregime, die in der EU und der Eurozone zu finden sind. Wie lässt sich auf dieser Basis die Eurokrise beurteilen und welche Lösungsansätze lassen sich ableiten?

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2008 implodierte der Markt für verbriefte Wertpapiere US-amerikanischer Hypothekendarlehen. Die notwendigen Wertberichtigungen und fällige Zahlungen aus Kreditversicherungen erschütterten das Finanzsystem. Warum erkannten Ökonomen die Vorzeichen der dann einsetzenden weltweiten Finanzkrise nicht? Die Rationalitätsannahmen der ökonomischen Theorie scheitern an der Komplexität der Wirklichkeit. Erwartungen lassen sich nicht als rational verstehen, sondern sind kontingente Imaginationen der Zukunft. Solche „fiktionalen“ Erwartungen spielen eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Dynamik.

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Niedrige Zinsen der Europäischen Zentralbank, massenweise Kreditangebote im Internet, Null-Prozent-Finanzierungen im Handel: Für Privatpersonen war es selten so leicht, einen Kredit aufzunehmen. Warnungen vor einem Konsumrausch und möglichen Kreditblasen ignorieren jedoch die Komplexität des Phänomens. Eine Politische Ökonomie der Privatverschuldung schafft Abhilfe.

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