Max-Planck-Institut für Ornithologie

Max-Planck-Institut für Ornithologie

Vögel stellen ideale Untersuchungsobjekte dar für eine Vielzahl grundlegender biologischer Fragestellungen. So hat zum Beispiel der Vogelgesang Gemeinsamkeiten mit der menschlichen Sprache. Forscher am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen wollen wissen, wie sich Vogelgesang durch Lernprozesse entwickelt hat und welche Rolle dabei neuronale Grundlagen und Hormone spielen. Darüber hinaus befassen sie sich mit der Evolution von Partnerwahl und Partnertreue. Warum unterscheiden sich Individuen in ihrem Paarungsverhalten und wie wirkt sich das auf deren Fortpflanzungserfolg aus?

Am Institut gibt es derzeit zwei Abteilungen und mehrere unabhängige Forschungsgruppen.

Kontakt

Eberhard-Gwinner-Straße
82319 Seewiesen
Telefon: +49 8157 932-0
Fax: +49 8157 932-209

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Organismal Biology

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

Abteilung Verhaltensneurobiologie

mehr

Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik

mehr

Verkehrslärm beeinträchtigt das Gesangslernen von Vögeln

mehr

Bayern fördert wettbewerbsfähigen Ausbau des Max-Planck-Campus Martinsried zu Standort für internationale Spitzenforschung mit bis zu 500 Mio. Euro

mehr

Ihre elterliche Fürsorge hängt aber ab von der Überlebenswahrscheinlichkeit der Küken

mehr

Konkurrenz um Paarungspartner lässt Vögel tiefer singen als aufgrund ihrer Größe erwartet

mehr

Bei Zebrafinken geht Unfruchtbarkeit vor allem auf die Männchen, der Tod von Embyronen auf die Weibchen zurück

mehr

Anna Proß vom Max-Planck-Institut für Ornithologie untersuchte in Ghana das Gesangsverhalten von Nachtigallen. Sie berichtet von ihren Begegnungen mit Giftschlangen und einem neuen Faible für Kochbananen. Und zeigt auf, wie Ornithologen das Beste aus der Corona-Pandemie machen.

Zwei Schatten umschwirren sich in der Abenddämmerung. In einem wilden Tanz von Jäger und Beute jagt eine Fledermaus einen Nachtfalter. Eine Verfolgungsjagd wie diese lässt das Herz von Holger Goerlitz höherschlagen. Der Leiter einer Emmy Noether-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen erforscht, wie sich Fledermäuse und Insekten mithilfe von Schall gegenseitig wahrnehmen.

Bei Zebrafinken fällt kein Meistersänger vom Himmel. Jeder Jungvogel muss zunächst Gesangsunterricht nehmen. Singvögel sind deshalb gute Modellorganismen dafür, wie Lernvorgänge bei Wirbeltieren ablaufen. Manfred Gahr erforscht mit seinem Team am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen an verschiedenen Singvogelarten, wie diese ihren Gesang erlernen und was dabei im Gehirn vorgeht.

Beim Autofahren kann schon ein kurzer Anfall von Schläfrigkeit fatale Folgen haben. Fregattvögel schlummern dagegen problemlos in der Luft, ohne abzustürzen. Während ihrer tagelangen Flüge über dem offenen Ozean kommen sie insgesamt aber mit extrem wenig Schlaf aus. Ein Team um Niels Rattenborg vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen hat erstmals nachgewiesen, dass Vögel im Schlafmodus fliegen können.

Vom tropischen Regenwald bis zum Dschungel der Großstadt – Vögel haben viele Lebensräume auf dieser Erde erobert. Und fast überall singen sie. Wie sie dabei miteinander kommunizieren, erforscht Henrik Brumm am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen. Ein außergewöhnlich begabter Sänger hat es ihm dabei besonders angetan.

Momentan sind keine Angebote vorhanden.

Wie Neurone die Kommunikation von Zebrafinken steuern

2020 Vallentin, Daniela

Neurobiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Während einer guten Unterhaltung fallen wir uns typischerweise selten ins Wort. Obwohl wir oft schon wissen, was wir sagen wollen, sprechen wir erst, wenn unser Gegenüber zu Ende gesprochen hat. Wie steuert das Gehirn dieses Verhalten? Um die Mechanismen besser zu verstehen, haben wir das Rufverhalten von Zebrafinken und die ablaufenden neuronalen Prozesse untersucht. Zebrafinken koordinieren ihre Rufe abhängig von der sozialen Situation, so wie wir unsere Lautäußerungen. Dieser Interaktion beruht auf einem zeitlich koordinierten Zusammenspiel zwischen hemmenden und anregenden Nervenzellen. 

mehr

Die neuronalen Grundlagen von Duettgesang – eine neurophysiologische Freilandstudie

2019 Susanne Hoffmann, Lisa Trost, Cornelia Voigt, Stefan Leitner, Alena Lemazina, Hannes Sagunsky, Markus Abels, Sandra Kollmansperger, Andries Ter Maat & Manfred Gahr

Neurobiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Duettgesang ist eine soziale Interaktion zwischen zwei Individuen, die eine präzise Koordination der Lautäußerungen beider Partner verlangt. Bisher war unbekannt, wie das Gehirn dieses kooperative Verhalten steuert. Mithilfe neuartiger Miniatursender konnten wir bei freilebenden Singvögeln die Laute beider Duettpartner gleichzeitig mit der jeweiligen Gehirnaktivität aufzeichnen. So zeigte sich, dass im Vogelgehirn vorprogrammierte zeitliche Duettmuster durch die Laute des Partners verändert werden, um eine optimale Koordination zwischen den Partnern zu erzielen.

mehr

Akustische Tarnkappen und gespitzte Ohren

2018 Goerlitz, Holger R.

Verhaltensbiologie Ökologie

Sinnessysteme sind unser Zugang zur Welt. Dabei basieren die Interaktionen zwischen Fledermäusen und Insekten in einem evolutionären Wettrüsten als Räuber und Beute ausschließlich auf akustischer Information. Mit Mikrofonsystemen beobachten wir im Labor und Freiland, welche Informationen und sensorische Strategien Fledermäuse nutzen, um Insekten zu jagen. Manche Fledermausarten sind als Antwort auf die Verteidigungsstrategien ihrer Beute mit einer Art akustischen Tarnkappe ausgestattet, andere wiederum horchen nach den Geräuschen ihrer Beute oder hören die Jagdlaute anderer Fledermäuse ab.

mehr

Schlaf zwischen Himmel und Erde

2017 Rattenborg, Niels C.

Mikrobiologie Neurobiologie Physiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Die Frage, ob Vögel auf langen Nonstop-Flügen schlafen, beschäftigt die Menschheit bereits seit Jahrhunderten. Dennoch fehlte bis vor kurzem ein eindeutiger Beweis. Den Max-Planck-Forschern ist es erstmals gelungen, die Gehirnaktivität von Fregattvögeln in freier Wildbahn zu messen. So haben sie herausgefunden, dass diese während des Fluges tatsächlich schlafen, entweder jeweils nur mit einer oder mit beiden Gehirnhälften gleichzeitig. Insgesamt schliefen die Vögel jedoch weniger als eine Stunde pro Tag, ein Bruchteil der Zeit, die sie an Land schlafend verbringen.

mehr

Individuelles Schrumpfen und erneutes Wachsen als Winteranpassung bei hochmetabolischen Tieren

2016 Dechmann, D.K.M.; Hertel, M.; Wikelski, M.

Physiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Schädel- und Hirngröße ändern sich im ausgewachsenen Tier meist nicht mehr. Eine Ausnahme bilden Spitzmäuse (Sorex spp.): Sie schrumpfen in Erwartung des Winters und wachsen im Frühjahr wieder. Dieser Prozess hat Auswirkungen auf das Gehirn, andere wichtige Organe, die Knochen und auch kognitive Fähigkeiten. Außerdem wurde das Phänomen erstmals auch in Wieseln gefunden, welche den Spitzmäusen in vieler Hinsicht ähneln, insbesondere in ihrer hohen Stoffwechselrate. Diese Resultate sind wichtig für das Verständnis der Evolution und eröffnen Möglichkeiten für die angewandte Forschung.

mehr
Zur Redakteursansicht