Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie

Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie

Die Aufgabenstellung des Instituts ist es, die Funktionsweise von Mikroorganismen auf molekularer, zellulärer und ökologischer Ebene zu verstehen. Die Wissenschaftler des Instituts beschäftigen sich zum einen damit, was der Stoffwechselvielfalt von Mikroorganismen zugrunde liegt. Zum anderen analysieren sie die Mechanismen, die es Mikroorganismen ermöglichen, sich wechselnden Umwelteinflüssen anzupassen und sich entsprechend zu verändern. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, wie die Organismen ihre Zellstruktur sowie ihre Vermehrung regulieren. Des Weiteren geht es um Untersuchungen der biogeochemischen Prozesse, die für den Austausch klimatisch relevanter Spurengase verantwortlich sind. Diese Analysen umfassen alle Funktionsebenen von der atomaren und strukturellen Ebene, der molekularen und zellulären Ebene, der Biochemie und Physiologie bis hin zu mikrobiellen Gemeinschaften und der Assoziation von Mikroorganismen mit Pflanzen.

Kontakt

Karl-von-Frisch-Str. 10
35043 Marburg
Telefon: +49 6421 178-0
Fax: +49 6421 178-999

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Environmental, Cellular and Molecular Microbiology

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

„Wir wollen CO<sub>2</sub> als Kohlenstoffquelle erschließen“

Ein Gespräch mit Tobias Erb über einen künstlichen Stoffwechselweg, der Kohlendioxid bindet, und die Synthetische Biologie

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Mit künstlicher Fotosynthese gegen den Klimawandel
Ein synthetischer, biologischer Stoffwechselweg bindet CO2 effizienter, als Pflanzen das schaffen mehr
Kosmetik statt wirkungsvoller Verteidigung

Kosmetik statt wirkungsvoller Verteidigung

Forschungsmeldung 29. Januar 2014
Der Brandpilz Ustilago maydis lässt Maispflanzen Farbstoffe anstelle von Lignin produzieren mehr
Ein Blick in die biochemische Methan-Produktion

Ein Blick in die biochemische Methan-Produktion

Forschungsmeldung 14. März 2013
Cryo-Elektronenmikroskopie-Aufnahmen enthüllen die Struktur einer Hydrogenase, mit der Archaebakterien Wasserstoff für die Methanbildung spalten mehr
Pflanzenschädling entstand durch Verschmelzung zweier Arten
Eine im Iran heimische Pilzart, die Gräser befällt, ist das Ergebnis einer natürlichen Hybridbildung, die erst wenige hundert Jahre zurückliegt mehr
Brandpilz schaltet Pflanzenabwehr aus

Brandpilz schaltet Pflanzenabwehr aus

Forschungsmeldung 5. Oktober 2011
Krankheitserreger manipulieren pflanzeneigenen Stoffwechsel und bereiten so die Infektion von Maispflanzen vor mehr
Brandpilze und Maispflanzen rüsten auf

Brandpilze und Maispflanzen rüsten auf

Forschungsmeldung 9. Dezember 2010
Max-Planck-Wissenschaftler entschlüsseln Genom von Mais-Schädling mehr
Ein Pilz mit vielen Strategien

Ein Pilz mit vielen Strategien

Forschungsmeldung 1. April 2010
Der Erreger des Maisbeulenbrandes erzeugt in Blättern und Blüten Tumore auf unterschiedliche Weise mehr
Mit den subtilen Waffen eines Pilzes

Mit den subtilen Waffen eines Pilzes

Forschungsmeldung 2. November 2006
Eine internationale Forschergruppe hat Gene identifiziert, die dem Erreger des Maisbeulenbrandes ein Leben als Parasit ermöglichen mehr
Erbgut neuartiger Methanproduzenten entschlüsselt

Erbgut neuartiger Methanproduzenten entschlüsselt

Forschungsmeldung 20. Juli 2006
Max-Planck-Forscher enthüllen Überlebensstrategie jener Mikroorganismen, die weltweit für die Methan-Emission aus Reisfeldern verantwortlich sind mehr
Hauptproduzenten für Methan im Reisfeldboden entdeckt

Hauptproduzenten für Methan im Reisfeldboden entdeckt

Forschungsmeldung 11. August 2005
Marburger Max-Planck-Forscher identifizieren Mikroorganismen, deren Methanausstoß das globale Klima beeinflusst mehr
Ernährung auf dem Holzweg

Ernährung auf dem Holzweg

Forschungsmeldung 25. Juli 2005
Warum Termiten eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoff-Kreislauf spielen mehr
Kein Treibhausgas aus dem Meeresboden

Kein Treibhausgas aus dem Meeresboden

Forschungsmeldung 17. Dezember 2003
Forscherteam aus drei Max-Planck-Instituten identifiziert ungewöhnliches Enzym in Nickel-Bakterien, das das Klimagas Methan im Meeresboden entsorgt mehr
DNA-Reparatur mit Fehlertoleranz

DNA-Reparatur mit Fehlertoleranz

Forschungsmeldung 11. September 2003
Marburger Max-Planck-Forscher haben entdeckt, wie Zellen nicht nur die Effizienz, sondern auch die Genauigkeit von DNA-Reparaturen steuern können mehr

Mehr als 50 Millionen Gene, 40 000 Proteine – für Tobias Erb und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg war die Auswahl in internationalen Datenbanken gewaltig. Am Ende haben die Wissenschaftler gerade mal 17 Enzyme für den ersten künstlichen Stoffwechselweg herausgepickt, der Kohlendioxid in andere organische Moleküle umwandeln kann. Nun müssen sie zeigen, dass der am Reißbrett entworfene Zyklus auch in einer lebenden Zelle funktioniert.

Methan oxidierende Bakterien spielen eine bedeutsame Rolle für unser Klima. Wie wichtig der Schutz jener Biotope sein könnte, die eine Heimstatt für diese Mikroben sind, machen Forschungsarbeiten im europäischen Projekt METHECO deutlich.
Zum Klimaschutz gehört auch, die Biotope Methan oxidierender Bakterien zu schützen.
Sie sind bisweilen mit bloßem Auge zu erkennen: kleine gelb-orange gefärbte kugelige Strukturen. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich als eine Ansammlung unzähliger Bakterien der Gattung Myxococcus.
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Synthetische Kohlenstoffdioxid-Fixierung

2017 Erb, Tobias
Genetik Mikrobiologie Ökologie
Die Umwandlung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) in organische Verbindungen ist ein Schlüsselprozess im globalen Kohlenstoffkreislauf. In den letzten Jahren wurden mehrere neue Stoffwechselwege und Enzyme zur CO2-Bindung in Mikroorganismen entdeckt. Parallel zu diesen Entdeckungen wurden Ansätze vorangetrieben, mit Hilfe synthetischer Biologie künstliche Stoffwechselwege zur Kohlenstoff-Fixierung zu realisieren, die effizienter als die natürlich existierenden Stoffwechselwege sind. Die synthetische CO2-Fixierung könnte neue Anwendungen in Bio- und Nanotechnologie ermöglichen. mehr

Architektur bakterieller Gemeinschaften

2016 Drescher, Knut
Entwicklungsbiologie Mikrobiologie Ökologie
Viele bakterielle Spezies besiedeln Oberflächen und bilden dicht gepackte Gemeinschaften, die als Biofilme bezeichnet werden. Solche Biofilme sind resistent gegen Antibiotika und machen einen Großteil der globalen bakteriellen Biomasse aus. Über den Entstehungsprozess von Biofilmen ist bisher nur wenig bekannt. Während des Prozesses, der mit der Oberflächenhaftung einer einzigen Zelle beginnt und nach vielen Zellteilungen zur Bildung von turmförmigen Strukturen führt, ändert sich die Biofilmarchitektur in einigen kritischen Phasen dramatisch, wie kürzlich entdeckt wurde. mehr

Wie anaerobe Bakterien und Archaeen Energie konservieren

2015 Buckel, Wolfgang
Mikrobiologie

In Clostridien ist die exergone Reduktion von Crotonyl-CoA zu Butyryl-CoA mit NADH an die endergone Reduktion von Ferredoxin mit NADH gekoppelt. Der Prozess, Elektronenbifurkation genannt, wird von Butyryl-CoA-Dehydrogenase (Bcd) und einem Elektronen transferierenden Flavoprotein (Etf), das zwei FAD enthält, katalysiert. Diese und ähnliche Systeme sind in anaeroben Bakterien und Archaeen weit verbreitet. Sie reduzieren Ferredoxin zur Bildung von H2, zur Erzeugung von ΔµNa+ mittels Ferredoxin-NAD Reduktase (Rnf) und zur Reduktion von CO2 in der Aceto- und Methanogenese.

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Wasserstoff ist ein Spurengas in der Atmosphäre, das überwiegend im Boden abgebaut wird. Bereits in den 1970er-Jahren war klar, dass es sich bei dem Abbauprozess um eine biologische Aktivität handeln muss. Es dauerte jedoch weitere 40 Jahre, bis der Abbauprozess aufgeklärt werden konnte. Heute wissen wir, dass für den Abbau des atmosphärischen Wasserstoffs Nickel-Eisen-Hydrogenasen der Gruppe 5 verantwortlich sind, die fast ausschließlich in den in Böden weitverbreiteten Actinobakterien, zum Beispiel Streptomyces oder Mycobacterium, vorkommen. mehr

Biochemie des mikrobiellen Methan-Zyklus

2014 Thauer, Rudolf Kurt
Mikrobiologie

Methan (CH4) ist ein wichtiges Zwischenprodukt im globalen Kohlenstoffkreislauf. Pro Jahr wird etwa 1 Gt Methan aus Biomasse gebildet und weiter zu CO2 oxidiert. An der Bildung sind vor allem anaerobe Mikroorganismen beteiligt, während an der Oxidation sowohl anaerobe als auch aerobe Mikroorganismen mitwirken. In der Atmosphäre wird Methan, wo es als Treibhausgas wirkt, hauptsächlich durch photochemische Oxidation remineralisiert. Die Untersuchungen zur Biochemie des Methan-Zyklus haben immer wieder zu neuen Entdeckungen geführt. Über zwei kürzlich gemachte Entdeckungen wird hier berichtet.

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Eisen-Schwefel (Fe/S) Cluster dienen als Co-Faktoren von Proteinen mit Funktionen in der Enzymkatalyse, dem Elektronentransport und der Regulation der Genexpression. Die Synthese eines Fe/S Clusters und dessen Insertion in Zielproteine ist ein komplizierter Prozess, der in Eukaryoten konserviert ist und mehr als 30 Proteine in Mitochondrien und Cytosol benötigt. Diese Komponenten wurden in ihrer molekularen Funktion in vivo und in vitro untersucht, und ein mechanistisches Modell der Fe/S Proteinbiogenese wurde erstellt. Beim Menschen führen Fehlfunktionen in diesem Prozess zu Erkrankungen. mehr

Struktur und Funktion der [Fe]-Hydrogenase

2013 Shima, Seigo
Mikrobiologie
Wasserstoff (H2) spielt eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Hydrogenasen - H2 produzierende und nutzende Enzyme - sind am Umsatz von H2 in biologischen Systemen entscheidend beteiligt. Drei Arten von Hydrogenasen sind bisher bekannt: [NiFe]-, [FeFe]- und [Fe]-Hydrogenasen. [Fe]-Hydrogenasen sind Bestandteil der Methanogenese in hydrogenotrophen methanogenen Archaebakterien. Sie enthalten einen speziellen Eisen-Guanylylpyridinol-(FeGP) Kofaktor. Die Struktur und Funktion des Enzyms und des FeGP-Kofaktors sowie dessen Biosynthese wurden eingehend untersucht. mehr
Eine Reihe von Bakterienspezies ist beweglich und fast alle sind in der Lage, sessile Gemeinschaften, so genannte Biofilme, zu bilden. Beide Fähigkeiten sind wichtig für das Überleben und eine erfolgreiche Ausbreitung in ihrer natürlichen Umgebung. Anhand von Spezies des Boden- und Sedimentbakteriums Shewanella wird untersucht, wie diese Organismen Motilität und Biofilmbildung regulieren und sich damit den Umwelteinflüssen anzupassen vermögen. mehr

DNA-Spuren bezeugen das Kräftemessen zwischen Viren und Bakterien

2011 Randau, Lennart
Evolutionsbiologie Mikrobiologie
Dem bloßen Auge verborgen ereignet sich ein Kräftemessen einerseits zwischen Bakterien und Archaeen und andererseits zwischen Viren und anderen mobilen genetischen Elementen. Dieser Kampf hinterlässt Spuren in den jeweiligen Genomen und kann so in Anbetracht der Ko-Evolution beider Parteien nachvollzogen werden. Eines der antiviralen Verteidigungsysteme von Bakterien, das CRISPR-System, beinhaltet Virenstücke im Genom, die die Geschichte der abgewehrten Angriffe darlegen. Ein weiterer Hinweis ist die Trennung von transfer-RNA-Genen, die Viren nutzen, um sich in das Wirtsgenom zu integrieren. mehr
Erforscht wird, wie neue Pathogene entstehen und wie sie sich an neue Umgebungen und Wirte anpassen. Untersucht werden die evolutionären Prozesse im Verlauf der Artbildung mit Hilfe von Genom-Vergleichen verwandter, Gras-befallender pilzlicher Erreger. Im Gegensatz zu ihren wild lebenden Verwandten, kommt es bei Nutzgräsern (Getreide) zu einer schnelleren Etablierung von für deren Pathogene vorteilhaften Mutationen. Die Analyse von über 9500 Genen führte zur Identifizierung derjenigen Merkmale, die für die Wirtsspezialisierung von Pathogenen von entscheidender Rolle sein könnten. mehr

Assemblierung und Funktion von Zelloberflächenstrukturen in Archaeen

2010 Albers, Sonja-Verena
Mikrobiologie Zellbiologie
Vertreter der dritten Domäne des Lebens, die Archaeen, besitzen eine Reihe verschiedenster Zelloberflächenstrukturen, die in ihrem Aufbau und ihrer Funktion bakteriellen Typ IV-Pili ähneln. Typ IV-Pili spielen eine große Rolle bei Motilität über und Anheftung an Oberflächen, beim DNA-Transfer und bei der Invasion eukaryotischer Wirtsorganismen. Da archaeale Filamente aus einem minimalen Satz von Untereinheiten aufgebaut werden können, vereinfacht dies die Aufklärung des Assemblierungsmechanismus in Archaeen und ähnlichen oder sogar komplexeren Systemen von Bakterien. mehr

Etablierung der kompatiblen Interaktion von Ustilago maydis mit seiner Wirtspflanze Mais

2010 Döhlemann, Gunther
Genetik Mikrobiologie Pflanzenforschung
Der Brandpilz Ustilago maydis ist Verursacher des Maisbeulenbrandes. Nach Infektion unterdrückt der Pilz die Abwehr der Pflanze, was die biotrophe Entwicklung des Pilzes ermöglicht. In Abwesenheit des von U. maydis sekretierten Effektorproteins Pep1 bleibt diese Unterdrückung der Pflanzenabwehr allerdings aus; die Infektion wird erfolgreich abgewehrt. Pep1 stellt demnach einen entscheidenden Faktor für die Kompatibilität zwischen Wirt und Pathogen dar. Die Aufklärung der Pep1-Funktion wird grundlegend zum besseren Verständnis von biotrophen Pilz-Pflanze- Interaktionen beitragen. mehr

Regulation der Zellteilung in Caulobacter crescentus

2009 Thanbichler, Martin
Mikrobiologie Zellbiologie
In den letzten Jahren wurden im Verlauf der Untersuchung zellulärer Organisation bei Bakterien große Fortschritte gemacht. Es stellte sich heraus, dass Bakterien ähnlich wie Eukaryonten komplexe regulatorische Mechanismen besitzen, um molekulare Prozesse in ihrem Inneren räumlich und zeitlich aufeinander abzustimmen. Die Funktion solcher Systeme soll in diesem Bericht am Beispiel der Koordination von Chromosomensegregation und Zellteilung in Caulobacter crescentus veranschaulicht werden. mehr

Regulation des Verlaufs der Entwicklung bei Myxococcus xanthus

2008 Higgs, Penelope Ilsa
Mikrobiologie Zellbiologie
Das Bakterium Myxococcus xanthus zeigt multizelluläres Verhalten: In nährstofflimitierter Umgebung durchlaufen die Zellen eine Entwicklung zur Bildung sporengefüllter Fruchtkörper. Die Regulation dieses Programms umfasst die Integration intra- und interzellulärer Signale sowie die Koordination verschiedener Zellgruppen. Die Steuerung beinhaltet ungewöhnliche Signalübertragungssysteme, die multiple Signale integrieren. mehr
Die sexuelle Entwicklung des phytopathogenen Pilzes Ustilago maydis wird über die Paarungstyp-Loci a und b bestimmt. Die a2-Locus-Gene lga2 und rga2 kodieren mitochondriale Proteine, deren Expression an den sexuellen Zyklus gekoppelt ist. Diese Proteine interferieren mit mitochondrialer Integrität und pathogener Entwicklung in der Abwesenheit des mitochondrialen Proteins Mrb1, das ein Mitglied der p32-Familie ist. Lga2 wirkt mitochondrialer Fusion entgegen und könnte mit Rga2 eine Rolle in der mitochondrialen Vererbung spielen. mehr

Denitrifikation: Mikrobielle Gemeinschaften und ihre Funktion in der Umwelt

2006 Braker, Gesche
Chemie Klimaforschung Mikrobiologie
Denitrifizierende Mikroorganismen spielen eine wichtige Rolle im globalen Stickstoffkreislauf. Die Denitrifikation ist einer der Hauptprozesse innerhalb dieses Kreislaufs und löst durch die Produktion von Treibhausgasen klimatische Effekte aus. Neue Erkenntnisse über Denitrifiziererpopulationen wurden auf dem Gebiet der mikrobiellen Ökologie gewonnen. Sie sind die Grundlage, Beziehungen zwischen Struktur und Funktion von Denitrifiziererpopulationen und den Einfluss von Umweltparametern auf die Entwicklung und Aktivität dieser Gemeinschaften in natürlichen Habitaten zu verstehen. mehr

Die Rolle von RNA-bindenden Proteinen während der pathogenen Entwicklung in Ustilago maydis

2005 Feldbrügge, Michael
Entwicklungsbiologie Mikrobiologie Zellbiologie
Das Maispathogen Ustilago maydis durchläuft während einer Infektion eine Reihe von morphologischen Veränderungen, die als einfache Entwicklungsprogramme angesehen werden können. Die Ausbildung eines unipolar wachsenden, infektiösen Filaments ist hierbei ein wichtiger Schritt. Um den Einfluss von RNA-bindenden Proteinen auf solche Entwicklungsprozesse zu untersuchen, wurden Mitglieder dieser Proteinklasse anhand von Sequenzähnlichkeiten zu bekannten RNA-bindenden Domänen identifiziert. Für 25 ausgewählte Kandidaten wurden Gendeletions-Stämme hergestellt und deren Pathogenität getestet. Im Fall von rrm4, ein Gen, das ein Protein mit drei N-terminalen RNA recognition motifs (RRM) und einer C-terminalen Proteininteraktionsdomäne kodiert, führt die Deletion zu vermindertem filamentösen Wachstum und reduzierter Virulenz: rrm4-Deletionsstämme bilden kurze, bipolar wachsende Filamente. Subzelluläre Lokalisation von Rrm4 in vivo zeigte, dass Rrm4 Partikel bildet, die sich bidirektional entlang von Mikrotubuli bewegen. Weitere Mutationsanalysen der verschiedenen Proteindomänen in Rrm4 ergaben, dass die N-terminalen RNA-Kontaktregionen RRM1 und RRM2 vermutlich für die Beladung der Partikel benötigt werden, wohingegen die C-terminale Proteininteraktionsdomäne für die Partikelbildung essenziell ist. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Rrm4-Partikel RNA vom Zellkern zu den Zellpolen transportieren und dass dieser Prozess für das unipolare Spitzenwachstum der infektiösen Hyphe entscheidend ist. Eine Beteiligung von RNA-Langstreckentransport entlang des Mikrotubuli-Zytoskeletts ist bereits aus höheren Eukaryonten bekannt, z. B. bei der Embryonalentwicklung oder der Signalweiterleitung in Neuronen. Unsere Arbeiten an U. maydis sind das erste Beispiel für derartige RNA-Transportprozesse in Mikroorganismen. Wahrscheinlich ist das zugrunde liegende Konzept konservierter als bislang angenommen. mehr

Interzelluläre Kommunikation in Bakterien

2005 Søgaard-Andersen, Lotte
Mikrobiologie Zellbiologie
Bakterienzellen sind in der Lage, mittels interzellulärer Signalmoleküle miteinander zu kommunizieren. In den meisten Fällen sind diese Signale kleine, diffusionsfähige Moleküle, die Teil eines Kommunikationssystems sind, das den Bakterien hilft, ihre Populationsgröße abzuschätzen. Untersuchungen zur Bildung der multizellulären, mit Sporen gefüllten Fruchtkörper in Myxococcus xanthus zeigten hingegen ein einzigartiges interzelluläres Kommunikationssystem, bei dem ein nicht diffusionsfähiges, mit der Zelloberfläche assoziiertes 17-kDa-Protein als Signalmolekül fungiert. Dieses Signalmolekül ist maßgeschneidert, um die sich langsam bewegenden M. xanthus-Zellen in die Fruchtkörper zu führen und die beiden zeitlich und räumlich getrennten morphogenetischen Ereignisse, Aggregation und Sporulation, während der Fruchtkörperbildung zu koordinieren. mehr

Mikrobielle Ökologie des Termitendarms

2004 Brune, Andreas
Mikrobiologie Ökologie
Die Assoziationen von Insekten mit Mikroorganismen stehen oft im Zusammenhang mit einer nährstoffarmen oder schwerverdaulichen Nahrung. Vieles deutet darauf hin, dass die Symbionten Stoffwechselleistungen bereitstellen, welche dem Wirt nicht zur Verfügung stehen. So ist die Mikrobiota des Termitendarms am Celluloseabbau beteiligt und spielt wichtige Rollen bei der weiteren Verdauung und im Stickstoffhaushalt. Gleichzeitig sind die hochstrukturierten mikrobiellen Lebensgemeinschaften hervorragende Modellsysteme für das Verständnis grundsätzlicher Probleme der mikrobiellen Ökologie. mehr
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