Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Die Erbsubstanz DNA enthält die Baupläne der Lebewesen auf der Erde. Das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik widmet sich deshalb der Entschlüsselung der DNA des Menschen und anderer Organismen. Die Wissenschaftler des Instituts erforschen die Funktion von Genen und deren Rolle während der Entwicklung von der befruchteten Eizelle über den Embryo bis hin zum ausgewachsenen Organismus. Ganz besonders interessieren sie sich für die Gene, die bei Fehlfunktion Krankheiten auslösen können. Für die schnelle und genaue Erfassung und Analyse des Erbmaterials setzen die Wissenschaftler auf hochmoderne Sequenziergeräte, mit denen in wenigen Tagen die gesamte Erbsubstanz des Menschen entschlüsselt werden kann. Eigens entwickelte Computerprogramme helfen ihnen bei der Analyse und Interpretation der anfallenden Datenmengen.

Kontakt

Ihnestrasse 63-73
14195 Berlin
Telefon: +49 30 8413-0
Fax: +49 30 8413-1207

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Computational Biology and Scientific Computing

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Wissenschaftler können die Wirkung eines Anti-Tumor-Medikaments auf Krebszellen im Labor vorhersagen mehr
Wissenschaftler entdecken neuen Ansatzpunkt zur Behandlung von aggressiven Hirntumoren mehr
Neue Aufgaben für Gene nach Verdopplungen im Erbgut
Berliner Forscher beschreiben, wie Verdopplungen im Erbgut die dreidimensionale Struktur des Genoms beeinflussen mehr
DNA-Struktur beeinflusst Wirkung von Transkriptionsfaktoren
Räumliche Anordnung der Bindungsstelle und benachbarter Abschnitte verändert Genaktivität mehr
„Keine Genehmigung für solche Versuche“
Der Humangenetiker Stefan Mundlos warnt vor Eingriffen in die menschliche Keimbahn, die die Genschere CRISPR/Cas möglich macht mehr
Wissenschaftler veröffentlichen erstes RNA-Interaktom des menschlichen Zellkerns mehr
Detaillierte molekulare Untersuchungen erlauben neue Einblicke in die Funktion von Tumorzellen und eröffnen neue Therapiemöglichkeiten mehr
Genetische Krankheiten verschieben Grenzen im Genom
Berliner Forscher erklären Entstehung seltener Erkrankungen durch Zerstörung funktionaler Grenzen innerhalb der DNA mehr
Wissenschaftler statten Mäuse-Stammzellen mit Gen-Defekten aus, wie sie bei menschlichen Erkrankungen auftreten mehr
Genanalyse deckt neue Mutationen auf X-Chromosom auf mehr
Zweisamkeit im menschlichen Erbgut

Zweisamkeit im menschlichen Erbgut

Meldung 26. November 2014
Die Genome der Menschen sind außerordentlich individuell – eine Herausforderung für die personalisierte Medizin mehr
PhenIX identifiziert aus Gen- und Symptomanalysen genetische Erkrankungen sicher und schnell mehr
Transkriptionsfaktoren: Funktion folgt Form
Räumliche Struktur bestimmt Aktivität von Transkriptionsfaktoren mehr
Verändertes Protein verursacht angeborene Gelenksteife und geistige Behinderung mehr
Protein-Methyltransferasen sind offenbar auch außerhalb des Zellkerns an wichtigen Funktionen beteiligt mehr
Darmkrebs zeigt bei Maus und Mensch übereinstimmende epigenetische Muster
Die epigenetische Untersuchung von Mäusen kann daher zur Früherkennung von Krebserkrankungen beim Menschen beitragen mehr
Epigenetische Kontrolle der Herzentwicklung
Nicht-kodierende RNA ist essenziell für Entstehung eines normalen Herzens im Embryo mehr
Verändertes Methylierungsmuster der DNA kann zu unkontrolliertem Wachstum von Prostatazellen führen mehr
Max-Planck-Innovation lizenziert neues Verfahren zur Strang-spezifischen cDNA-Sequenzierung an New England Biolabs mehr
Süßholzwurzel liefert Wirkstoffe gegen Diabetes
Mit der Naturstoffgruppe der Amorfrutine entdecken Forscher ein vielversprechendes Heilmittel gegen die Zuckerkrankheit mehr
Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik entwickeln online-Datenbank für genetische Daten bei der Parkinson-Krankheit mehr
Mögliche Zielmoleküle für die Krebstherapie entdeckt
Über die Hemmung des Proteins Hsp90 lassen sich an der Tumorentstehung beteiligte Enzyme ausschalten mehr
"Der virtuelle Patient"

"Der virtuelle Patient"

Meldung 1. Dezember 2011
Preisgekrönter Beitrag zum Essay-Wettbewerb "Gesundheit 2050" mehr
Schutz vor fehlerhafter Genexpression

Schutz vor fehlerhafter Genexpression

Meldung 13. Oktober 2011
Max-Planck-Wissenschaftler zeigen, dass schädliche Fehler bei der Genexpression bereits im Genom systematisch unterdrückt werden mehr
Genetische Defekte, bei denen nur ein Gen betroffen ist, führen zu geistigen Behinderungen und verwandten Störungen mehr
Zellen schützen sich kontrolliert vor freien Radikalen
Rückkopplungsmechanismus koordiniert zelluläre Atmung und Abbau freier Sauerstoffradikale mehr
Max-Planck-Forscher analysieren erstmalig beide Chromosomensätze des menschlichen Genoms voneinander getrennt mehr
Mitochondrien-Genom mutiert bei Reprogrammierung
In humanen induzierten pluripotenten Stammzellen stoßen Max-Planck-Forscher auf genetische Veränderungen im Genom der Zellkraftwerke mehr
Gendefekt verursacht Bewegungsstörungen in Fruchtfliegen und geistige Behinderung beim Menschen mehr
Protein im Blutserum könnte die Behandlung der Erbkrankheit verbessern mehr
Massenspektrometrie-Verfahren vereinfacht Proteom-Forschung
Max-Planck-Forscher analysieren Proteine und andere Makromoleküle in noch nie dagewesener Flexibilität und Empfindlichkeit mehr
Verändertes Muskelprotein verursacht Taubheit
Gen-Mutationen auf dem X-Chromosom führen zu fortschreitendem Hörverlust mehr
<strong>Vertrauen ist gut, Transkriptionsfaktoren sind besser</strong>
Viele angeborene Herzerkrankungen beruhen auf fehlerhafter Protein-Kontrolle mehr
<strong>Erster anatomischer Atlas für die Genaktivität eines Säugetiers</strong>
Internationales Wissenschaftlerkonsortium analysiert die aktiven Gene im Mausembryo mehr
<strong>Xenacoelomorpha – ein neuer Stamm im Tierreich</strong>
Wissenschaftler ordnen Stammbaum der Tiere neu mehr
Mutationsmuster verraten Darmkrebs-Typ

Mutationsmuster verraten Darmkrebs-Typ

Meldung 23. Dezember 2010
Max-Planck-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie verschiedene Darmkrebsarten schneller bestimmen können mehr
Leberzellen aus embryonalen und adulten Stammzellen unterscheiden sich kaum
Induzierte pluripotente Stammzellen aus fötalen Hautzellen und embryonale Stammzellen besitzen vergleichbares Potenzial mehr
Anti-Diabetes-Medikament schützt Gehirnzellen vor Zelltod mehr
Stammzellen aus dem Fruchtwasser

Stammzellen aus dem Fruchtwasser

Meldung 15. November 2010
Umprogrammierte Zellen aus dem Fruchtwasser können alle Zelltypen des Körpers hervorbringen mehr
Die genetische Variabilität des Menschen ist nun zum großen Teil bekannt mehr
Die Kunst des Teilens

Die Kunst des Teilens

Meldung 3. September 2010
Berliner Forscher entschlüsseln Funktion und Zusammensetzung des Zentrosoms mehr
Alle Gene auf einmal

Alle Gene auf einmal

Meldung 29. August 2010
Neue Methodik der Genomanalyse identifiziert Gendefekt bei seltener Erkrankung mehr

Ein genetisches Krebsregister

Meldung 15. April 2010
Das internationale Krebsgenomkonsortium, an dem sich Max-Planck-Wissenschaftler beteiligen, veröffentlicht seine Ziele mehr
Verpackungsproteine steuern Aktivität von Genen
Max-Planck-Forscher können anhand von Veränderungen an Verpackungsproteinen vorhersagen, wie aktiv Gene sind mehr

Hefe im Dornröschenschlaf

Meldung 8. Dezember 2009
Forscher identifizieren Gene, die die Langlebigkeit von Hefezellen bei geringen Temperaturen begrenzen mehr
Genvariante lässt Spermien flitzen

Genvariante lässt Spermien flitzen

Meldung 1. Dezember 2009
Eine Genvariante, welche die Beweglichkeit von Spermien beeinflusst, fördert ihre eigene Vererbung mehr
Das "Glückshormon" Serotonin reguliert den Zuckerstoffwechsel
Forscher klären den Wirkmechanismus von Serotonin in der Bauchspeicheldrüse und den Zusammenhang mit Diabetes auf mehr
Präsident Peter Gruss gratuliert der früheren Forschungsgrupppenleiterin Ada E. Yonath zum Nobelpreis für Chemie 2009 mehr
Freie Radikale lassen Haut schneller altern
Fehlerhaftes Gen schützt Hautzellen nicht mehr vor aggressiven Molekülen mehr
DNA-Duplikation führt zur Kurzfingrigkeit
Wie viele und wie lange Glieder ein Zeigefinger besitzt, wird von einer nicht-kodierenden Sequenz im Genom gesteuert mehr
Neue Methode entschlüsselt Erbinformation genauer als bisher
Berliner Wissenschaftler weisen die Sequenzen von Boten-RNA detailliert in der Zelle nach mehr
Krankheitsgenen auf der Spur

Krankheitsgenen auf der Spur

Meldung 1. Mai 2008
Wissenschaftler identifizieren einen Gendefekt, der geistige Behinderung verursacht mehr
Entstanden Knochen zuerst in der Haut?
Die Isolierung von bestimmten Genen aus den Hautzähnen des Katzenhais legt diese Vermutung nahe mehr

Gesteuerte Abwehrreaktion

Meldung 20. Dezember 2007
Molekularer Schalter schützt Zellen vor oxidativem Stress mehr

Ein Code jenseits der DNA

Meldung 14. November 2007
Das Ablesen genetischer Information wird über die Modifikation bestimmter DNA-Strukturproteine bestimmt mehr
Neue Details zum molekularen Postversand in der Zelle
Forschungsverbund unter Beteiligung des MPI für molekulare Genetik gelingt neuer Einblick in die Synthese- und Sortiermaschinerie für spezielle Proteine mehr
Neue Einsicht in die Zellteilung

Neue Einsicht in die Zellteilung

Meldung 26. Oktober 2006
Berliner Max-Planck-Wissenschaftler legen molekularen Mechanismus offen, der die Verteilung der Chromosomen bei der Zellteilung kontrolliert mehr
Schnappschüsse vom molekularen Postversand in der Zelle
Berliner Forschungsverbund gelingen wichtige Einblicke in die Synthese- und Sortiermaschinerie für sekretorische und Membranproteine mehr
Internationales Wissenschaftlerteam weist nach, dass Serotonin aus Blutplättchen für die Heilung von geschädigtem Lebergewebe unverzichtbar ist mehr
Gene, die ans Herz gehen

Gene, die ans Herz gehen

Meldung 13. Januar 2005
DNA-Chips als neue Werkzeuge der Medizin mehr
Das menschliche Genom in bisher höchster Präzision
Genaue Entschlüsselung der Gen-reichen Sequenzen des Humangenoms legt solides Fundament für künftige biomedizinische Forschung mehr
Vom Schicksal der Gehirnstammzellen
Max-Planck-Forscher beschreiben erstmals dynamische Aktivitätsänderungen zahlreicher Gene während der Differenzierung neuraler Vorläuferzellen mehr
Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse größer als gedacht
Scheinbar geringe Differenzen zwischen Schimpansen-Chromosoms 22 und menschlichem Chromosom 21 haben erhebliche Folgen für die kodierten Proteine mehr
Geschwätzige Zebrafinken

Geschwätzige Zebrafinken

Meldung 31. März 2004
Berliner Max-Planck-Wissenschaftler und ihre amerikanischen Kollegen weisen "Sprach-Gen" bei Singvögeln nach mehr
Kein Treibhausgas aus dem Meeresboden

Kein Treibhausgas aus dem Meeresboden

Meldung 17. Dezember 2003
Forscherteam aus drei Max-Planck-Instituten identifiziert ungewöhnliches Enzym in Nickel-Bakterien, das das Klimagas Methan im Meeresboden entsorgt mehr
Überlebenskünstler im Meer

Überlebenskünstler im Meer

Meldung 7. Juli 2003
Deutsches Forscherteam entschlüsselt komplette Genomsequenz eines Meeresbakteriums und gewinnt überraschende Einblicke in die Lebensweise im Ökosystem Meer mehr
Sequenziert ja - aber entschlüsselt? Wirklich verstanden ist das Erbgut des Menschen noch nicht. Die Lösung vieler Rätsel liegt in der diploiden Natur des Genoms, das Chromosomensätze von Vater und Mutter vereint. Margret Hoehe vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin hat erstmals beide Versionen des Erbguts eines Menschen getrennt sequenziert und festgestellt: Das Individuum ist individueller als gedacht.
Fast ein Viertel aller bekannten Krankheiten sind extrem selten: Sie betreffen weltweit nur wenige Tausend Patienten. Stefan Mundlos, Forschungsgruppenleiter am Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, hat sich mit seinem Team auf seltene Knochenerkrankungen spezialisiert. Die Wissenschaftler suchen nach den Genen, die diese Krankheiten auslösen.
Anlagemechaniker/-in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Berlin 1. November 2017

Epigenetische Möglichkeiten und Notwendigkeiten

2017 Kinkley, Sarah; Helmuth, Johannes; Chung, Ho-Ryun
Evolutionsbiologie Genetik
Chromatin-Modifikationen sind Informationen über der DNA-Sequenz: sie spiegeln transkriptionelle Aktivität wider, sind ein Gedächtnis für zurückliegende „Entscheidungen“ und könnten so zukünftige Entscheidungen der Zelle beeinflussen. Die direkte Untersuchung einer an sich widersprüchlichen Kombination von Chromatin-Modifikationen zeigte, dass diese Kombination nicht, wie vermutet, Möglichkeiten eröffnet, sondern notwendig ist, um die Mutationsrate in Schlüsselgenen niedrig zu halten, denn: Chromatin-Modifikationen beeinflussen die Nukleotidabfolge des Genoms und damit die Evolution. mehr

Unser Genom in 3D - wie DNA-Faltung unsere Gene reguliert

2016 Mundlos, Stefan
Entwicklungsbiologie Genetik Medizin
Damit die DNA von Säugetierorganismen in den Zellkern hineinpasst, muss sie geordnet gefaltet werden. Mittels chromosome conformation capture konnte gezeigt werden, dass die Faltung der DNA in Domänen (TADs) erfolgt. Strukturelle Varianten, wie sie oft bei genetischen Krankheiten identifiziert werden, können mit der Konfiguration der TADs interferieren und so zu veränderter Genexpression und Krankheit führen. Durch die Nachbildung humaner struktureller Varianten in Mäusen wird gezeigt, dass TADs und ihre Grenzen bei der Interpretation von Strukturvarianten berücksichtigt werden müssen. mehr

Molekulare Netzwerke in der Genom- und Proteomanalyse

2015 Stelzl, Ulrich
Genetik Medizin
Molekulare Wechselwirkungsnetzwerke können die Interaktionen und damit das Zusammenspiel der Moleküle innerhalb einer Zelle umfassend beschreiben. Zellen zeigen untereinander, zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder bei Krankheiten tausende physiologisch relevante molekulare Unterschiede. Dies können genetische Variationen, Veränderungen der Proteinmengen oder Veränderungen der Proteine durch Modifizierungen sein. Netzwerke sind somit eine Basis, um besser ursächliche von nebensächlichen Veränderungen unterscheiden zu können. Dadurch sind sie mittelbar auch in der Medizin von großer Bedeutung. mehr

Lange, nicht-kodierende RNAs als Regulatoren der Transkription beim Menschen

2014 Ørom, Ulf
Entwicklungsbiologie Genetik Medizin

Die Forschungsgruppe „Lange nicht-kodierende RNAs“ (long non-coding RNAs; ncRNAs) beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen von langen, nicht kodierenden RNAs, insbesondere mit der Frage nach deren Beteiligung an der Transkriptionsregulation und an Gen-Aktivierungen über große Distanzen. Ziel der Forscher ist es, grundlegende Prozesse der Genexpression besser zu verstehen. Das Wissen über die hochkomplexen ncRNAs ist bislang sehr begrenzt. Studien allerdings weisen eindeutig auf deren Bedeutung für die Regulation der Genaktivität und auch für die Entstehung von Krankheiten hin.

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Gibt es zwei Klassen von Promotoren?

2014 Vingron, Martin
Entwicklungsbiologie Genetik Informatik Medizin
Analysen der Sequenz von humanen Genen und deren Promotorsequenzen weisen auf zwei unterschiedliche Klassen von Promotoren hin. Mit diesen zwei Klassen geht eine Reihe von Eigenschaften einher, die nahelegen, dass auch die Regulation der jeweiligen Promotoren entsprechende Unterschiede aufweist. In diesem Artikel werden die Sequenzeigenschaften und Merkmale der jeweiligen Klasse dargestellt. Wir zeigen, wie mathematische Zusammenhänge, die man in den gesamtgenomischen Daten erkennen kann, auf biologische Mechanismen hinweisen können. mehr

Ein wahrlich egoistisches Gen und seine Helfer

2013 Herrmann, Bernhard G.
Entwicklungsbiologie Genetik Medizin
Bei der Zeugung erhalten wir von jedem Elternteil je einen Chromosomensatz und vererben entweder die väterliche oder die mütterliche Kopie (Allel) jedes Gens mit gleicher Wahrscheinlichkeit weiter an unsere Kinder. So zumindest lehrte Mendel. Der Hypothese Richard Dawkins‘ folgend, gibt es aber egoistische Gene, die sich nicht mit zufälliger Auswahl begnügen und die Chance ihrer Vererbung an die nächste Generation erheblich erhöhen. Einen Beleg für diese Annahme liefert ein Gen der Maus, das von männlichen Tieren mit einer Häufigkeit von bis zu 99% vererbt wird. mehr

Neue systembiologische Forschung für eine personalisierte Medizin bei Krebs

2013 Nietfeld, Wilfried; Lehrach, Hans
Genetik Medizin

Die Lösung medizinischer Herausforderungen hängt besonders von der Vorhersage des Verhaltens komplexer biologischer Netzwerke, beispielsweise aktiver Netzwerke in Tumor- und anderen Geweben unter bestimmten Bedingungen, wie zum Beispiel während einer Krebstherapie, ab. Bisher ist es nicht möglich, den Erfolg einer Therapie vorherzusagen. Forscher sequenzieren daher das Genom einzelner Krebspatienten sowie das Genom und Transkriptom ihres Tumors als Basis für ein Computermodell eines virtuellen Patienten, um Wirkung und Nebenwirkungen von Therapien individuell vorhersagen zu können.

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Seit über 15 Jahren konzentriert sich die Genomforschung auf die Suche nach genetischen Risikofaktoren für Volkskrankheiten – mit magerem Erfolg. Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf seltene Krankheiten. Wissenschaftler der Abteilung Molekulare Humangenetik befassen sich bereits seit Jahren erfolgreich mit der Untersuchung seltener, genetisch bedingter Krankheiten. Durch neue Methoden zur DNA-Sequenzierung ist es jetzt möglich geworden, die molekularen Ursachen aller Ein-Gen-Krankheiten aufzuklären. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Diagnose, Prävention und Therapie. mehr

Nutrigenomik: Natürliche Modulation der Genexpression

2012 Sauer, Sascha
Genetik Medizin
Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Forschungsgruppe liegt auf der systematischen Analyse der Modulation der Gen- und Proteinexpression. Dieser Prozess kann durch die Interaktion von Genen und natürlich vorkommenden Substanzen, wie sie in Nahrungsmitteln vorkommen, gezielt beeinflusst werden. Wir untersuchen, ob und durch welche Mechanismen Naturstoffe mit Genen und Genprodukten wechselwirken. Die Ergebnisse können für den optimierten Einsatz von Naturstoffen zur Verbesserung verschiedenster Stoffwechselprozesse von Nutzen sein. mehr
Spätmanifeste neurodegenerative Erkrankungen sind progressive Erkrankungen, die typischerweise im mittleren Lebensabschnitt beginnen und mit zunehmendem Alter in schwerwiegender neuronaler Degeneration resultieren. Obwohl das Vorkommen dieser Erkrankungen weltweit sehr hoch ist, sind die Mechanismen der Pathogenese noch nicht verstanden, und effektive therapeutische Strategien zur Heilung dieser verheerenden Krankheiten stehen bis heute nicht zur Verfügung. mehr
Die systematische Untersuchung von Protein-Protein-Wechselwirkungen ist ein wichtiger Teil der funktionellen Genomforschung. Eine Methode ist das Hefe-zwei-Hybrid-Verfahren, mit dem Millionen Kombinationen von Proteinpaaren auf mögliche Interaktionen geprüft werden können. Die gefundenen Interaktionen werden in Protein-Netzwerken dargestellt. Diese erlauben ein systembiologisches Verstehen molekularer Zusammenhänge innerhalb der Zelle und sind auch in der Medizin von Bedeutung. Mithilfe solcher Netzwerke können Krankheitsgene identifiziert und Patientendaten besser interpretiert werden. mehr

Gib mir fünf! Oder sechs? Oder sieben?

2010 Kuss, Pia
Entwicklungsbiologie Genetik Medizin
Gib mir fünf, schlag ein, Guten Tag, Auf Wiedersehen - alles mit der Hand. Und dass die Hand fünf Finger hat, weiß jedes Kind. Aber nicht jedes Kind wird mit fünf Fingern geboren. Erblich bedingt, entstehen bisweilen Skelettfehlbildungen der Extremitäten. Eine davon, die Synpolydaktylie, beinhaltet, dass Patienten mit zusätzlichen Fingern geboren werden, wobei diese Finger zudem fusioniert sind. Das Krankheitsbild entsteht aufgrund einer Mutation im Hoxd13-Gen, die einen Retinsäuremangel nach sich zieht und somit zu unkontrollierter Produktion von Knorpelzellen an den falschen Stellen führt. mehr
Die Fülle der heute zur Verfügung stehenden Genomdaten einer Vielzahl von Lebewesen erlaubt die vergleichende Analyse ihrer DNA-Sequenzen. Solche Untersuchungen ermöglichen, die Evolution und Entwicklung der genomischen DNA-Sequenzen zurückzuverfolgen. Prozesse, die bei der Veränderung der genomischen DNA-Sequenzen von Säugetieren eine wichtige Rolle spielen, sowie deren Wechselspiel mit anderen zellulären Vorgängen, können so besser verstanden werden. mehr

Computergestützte Modellierung biologischer Prozesse

2009 Wierling, Christoph; Herwig, Ralf
Informatik Mathematik Medizin Zellbiologie
Die Nachbildung biologischer Prozesse im Computer bietet die Möglichkeit, durch gezielte virtuelle Störungen neue Effekte vorherzusagen, die dann im Experiment überprüft werden können. Solche Vorhersagen sind für viele praktische Anwendungen sehr nützlich, z.B. für die Entwicklung neuer Medikamente. In der Arbeitsgruppe Bioinformatik wurden in den letzten Jahren verschiedene Entwicklungen vorgenommen, die eine Modellierung von biologischen Prozessen unterstützen, wie z.B. eine Datenbank zur Integration humaner funktioneller Interaktionen (ConsensusPathDB) und das Modellierungssystem PyBioS. mehr

Regulatorische Netzwerke bei der Bildung des Rumpfes in Säugetieren

2008 Herrmann, Bernhard G.
Entwicklungsbiologie Genetik
Die Mesodermbildung ist ein Prozess der Embryonalentwicklung, der eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Rumpf und Organen in Säugetieren spielt. Er wird von mehreren interagierenden Signalkaskaden kontrolliert, die auch bei der Tumorprogression eine Rolle spielen. Mithilfe neuer Verfahren sollen die aus Tausenden von Genprodukten bestehenden Regelnetzwerke aufdeckt werden, die diesen Prozess im Embryo und in Tumoren kontrollieren. mehr

Interaktionsnetzwerke in Proteinstrukturen

2008 Lappe, Michael
Strukturbiologie
Zentrales Thema der Gruppe Bioinformatik / Strukturelle Proteomforschung ist die bioinformatische Analyse und Vorhersage von Proteinstrukturen in Form von Netzwerken. Entwickelt werden Verfahren, aus diesen Netzwerken die 3D-Struktur zu rekonstruieren und die entscheidenden Kontakte in diesen Strukturnetzwerken zu ermitteln. Die interdisziplinären Arbeiten finden Anwendungen im Protein-Design und bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe. mehr
Die molekularbiologische Forschung gibt Einsicht in die Komponenten und Mechanismen der Wahrnehmung und Verarbeitung von Stress durch Zellen. Die mathematische Modellierung unterstützt das Verständnis grundlegender Prinzipien der Signalweiterleitung und Signalverarbeitung sowie von Sensitivität und Robustheit der Informationsübertragung und der damit einhergehenden Anpassung der Zellen. Zwei Beispiele werden für einen Modellorganismus, die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae, vorgestellt. mehr
Nach der Entschlüsselung des humanen Genoms stehen das Transkriptom, Proteom sowie Metabolom immer stärker im Vordergrund molekularbiologischer Forschung, weil deren Zusammenwirken die Ausprägung und Funktionsweise unserer Gene bestimmt. In diesem Zusammenhang haben neue, bahnbrechende Entdeckungen eine Art „Paradigmenwechsel“ der bisher beschriebenen Wirkungsweise von Hormonen eingeleitet und das Verständnis dieser Substanzen in der Zell- und Genregulation, insbesondere im Zusammenhang mit Krankheiten des Menschen, maßgeblich erweitert. mehr

Molekulare Mechanismen der Skelettentwicklung

2006 Mundlos, Stefan
Entwicklungsbiologie Medizin
Die Forschungsgruppe Entwicklung & Krankheit beschäftigt sich mit der Frage, wie angeborene Fehlbildungen entstehen und wie sie genetisch und entwicklungsbiologisch zu erklären sind. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der klinisch-genetischen Abteilung des Instituts für Medizinische Genetik und der Kinderklinik der Charité, in der viele dieser Patienten behandelt werden. Ein Fokus unserer Untersuchungen liegt in der Erforschung der normalen und pathologischen Skelettentwicklung und ihrer genetischen Steuerung durch molekulare in vitro und in vivo Verfahren. In den letzten Jahren konnten neue Erkenntnisse über die Ursachen von Fehlbildungen der Extremitäten, insbesondere bei der Entwicklung von Gelenken, gewonnen werden. Umfangreiche genetische Screens haben neue Gene aufgezeigt, deren Funktion bei Krankheit, bei der normalen Entwicklung und während der Regeneration von Knochen und Knorpel untersucht wird. mehr

Ribosomen, die Eiweißfabriken der Zelle, lüften ihre Geheimnisse

2006 Fucini, Paola; Nierhaus, Knud H.
Strukturbiologie Zellbiologie
Ribosomen übersetzen die genetische Information der DNA in die Aminosäuresequenz der Proteine; sie gehören zu den kompliziertesten Zellstrukturen. Hochauflösende Methoden wie Röntgenstrukturanalysen und Kryo-Elektronenmikroskopie sowie verfeinerte Funktionsmethoden haben in den letzten Jahren zu einer Umwälzung unseres Wissens geführt, sodass wir beginnen, die Funktionen der Translationsmaschine „Ribosom“ von der Struktur her abzuleiten. mehr

Von der genetischen Information zur Behandlung von Krankheiten

2005 Lehrach, Hans
Evolutionsbiologie Genetik Medizin
Der Sequenzierung des Humangenoms verdanken wir genaue und weit reichende Informationen über die Komplexität biologischer Prozesse. Der Vergleich von Human- und Schimpansengenom führt zu einem besseren Verständnis molekularer Abläufe im Organismus, wodurch Beiträge zu einer Optimierung der Diagnostik und Therapie von Krankheiten geleistet werden können. mehr
Transkriptionsfaktoren spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation von Genen. Die Abteilung Bioinformatik am MPI für molekulare Genetik nutzt verschiedene mathematische Methoden, um die Funktion und das Zusammenspiel von Transkriptionsfaktoren zu untersuchen und so weiterführende Erkenntnisse über die Regulation von Genen zu erhalten. mehr

Molekulare Ursachen genetisch bedingter kognitiver Störungen

2004 Ropers, Hans-Hilger
Genetik Kognitionsforschung Medizin
Die geistige Behinderung ist das größte ungelöste Problem der medizinischen Genetik, und auf die medizinische Versorgung und Betreuung von geistig Behinderten entfällt ein erheblicher Teil der Gesamtaufwendungen für die Krankenversorgung. Den meisten schweren Formen der geistigen Behinderung liegen Chromosomenveränderungen oder Gendefekte zugrunde, jedoch ist erst ein geringer Prozentsatz dieser Defekte bekannt. Zur Kartierung und Identifikation der beteiligten genetischen Faktoren verfolgen wir vier verschiedene komplementäre Strategien: 1. die Untersuchung von Patienten mit balancierten Chromosomenaberrationen, 2. die Entwicklung und Anwendung von Methoden zur hochauflösenden Erkennung unbalancierter Veränderungen in der DNS, 3. die systematische Suche nach Mutationen in Familien mit X-chromosomal vererbter geistiger Behinderung und 4. die Kartierung autosomal rezessiver Gendefekte durch Identifizierung homozygoter Genomabschnitte bei Kindern blutsverwandter Eltern. In den vergangenen Jahren konnten wir bereits zahlreiche molekulare Ursachen für kognitive Störungen identifizieren. Von der Charakterisierung dieser Gene versprechen wir uns wesentliche Fortschritte für die Diagnose und Prävention der geistigen Behinderung sowie neue Einblicke in die normale und gestörte Hirnentwicklung und -funktion. mehr

Regulatorische Netzwerke bei der Embryonalentwicklung der Säuger

2004 Herrmann, Bernhard G.
Entwicklungsbiologie
Die Entwicklung der Körperanlage mit ihren Organen wird durch eine Vielzahl komplexer Regelmechanismen gesteuert, die einem streng kontrollierten Ablauf folgen. Am Anfang dieser Ereigneisse steht die Mesenchymbildung, ein Vorgang, der Ähnlichkeiten zur Metastasierung von Tumoren aufweist. Mithilfe neuer Verfahren sollen regulatorische Netzwerke aufgedeckt werden, die Mesenchymbildung und Gewebedifferenzierung kontrollieren. mehr
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