Neues Team, neue Ideen

Senat der Max-Planck-Gesellschaft wählt neue Vizepräsidenten

1. Juli 2020

Ab 1. Juli 2020 treten eine neue Vizepräsidentin und zwei neue Vizepräsidenten ihr Amt an: Asifa Akhtar, Ulman Lindenberger und Klaus Blaum gehören nun zum Verwaltungsrat, der den Präsidenten Martin Stratmann berät und wichtige Entscheidungen der Gesellschaft vorbereitet. Sie folgen auf Bill S. Hansson, Angela D. Friederici und Ferdi Schüth, die sich sechs Jahre lang an der Seite von Martin Stratmann verdient gemacht hatten.

Das neue Team um Max-Planck-Präsident Martin Stratmann: Asifa Akhtar, Ulman Lindenberger und Klaus Blaum

„Mein Herz schlägt für die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, sagt Asifa Akhtar, seit 2013 Direktorin und Wissenschaftliches Mitglied am MPI für Epigenetik und Immunbiologie in Freiburg. 1971 in Pakistan geboren, ist die Biologin die erste weibliche Vizepräsidentin in der Biologisch-Medizinischen Sektion. Während ihrer Amtszeit wird sie für die Institute dieser Sektion zuständig sein und auch Ansprechpartnerin für die Max Planck Schools. Sie übernimmt das Amt von Bill S. Hansson, Geschäftsführender Direktor am MPI für chemische Ökologie in Jena. Der aus Schweden stammende Neuroethologe war als erster internationaler Vizepräsident an der Spitze der Max-Planck-Gesellschaft überhaupt für den Bereich Internationalisierung verantwortlich. Dabei war ihm auch die Integration neuer Wissenschaftlicher Mitglieder aus dem Ausland ein Herzensanliegen. Mit einem „Travel Guide to the Max Planck Society“ hat er ein neues und unkonventionelles Format geschaffen, das das Ankommen in Deutschland und in der MPG für viele erleichtert. 

Sie haben in den letzten sechs Jahren im Vizepräsidium viel bewegt: Bill S. Hansson, Angela D. Friederici und Ferdi Schüth. 

Diese Tradition will Asifa Akhtar nun fortführen. „Wissenschaft ist ein schönes Beispiel für gelungene Integration: Menschen aus der ganzen Welt tauschen ihr Wissen aus – über Grenzen, Kulturen und Vorurteile hinweg“, so Asifa Akhtar. Auch das Thema Gleichstellung will sie vorantreiben. „Wir müssen kontinuierlich an der Gleichstellung der Geschlechter arbeiten. Es gibt herausragende Frauen in der Wissenschaft, und wir sollten alles in Bewegung setzen, um sie für uns zu gewinnen.“ Darüber hinaus wirbt die neue Vizepräsidentin für transparente Kommunikation nach innen wie nach außen, wünscht sich mehr Diversität in der Max-Planck-Gesellschaft und will sich für die Zusammenarbeit mit lokalen Bildungseinrichtungen einsetzen. 

Vizepräsident für die Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion wird Ulman Lindenberger. Seit 2003 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Ulman Lindenberger folgt auf Angela D. Friederici, Direktorin am MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Friederici hatte sich in den vergangenen sechs Jahren unter anderem für die Initiative "Chefsache" stark gemacht, einem Netzwerk namhafter Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft zur Förderung der Chancengerechtigkeit in Deutschland. Auch das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm ging auf ihre Initiative zurück – ein Programm, das Nachwuchswissenschaftlerinnen einen transparenten Karriereweg innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft bietet. Lindenberger wird von seiner Vorgängerin die wissenschaftliche Geschäftsführung der Minerva Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel übernehmen. „Die Stiftung bietet viele Möglichkeiten, Wissenschaftskooperationen zwischen Deutschland und Israel voranzubringen“, sagt Lindenberger, der mehrmals in Israel war. Außerdem hält er es für wichtig, Max-Planck als Dachmarke zu stärken und dem Berufungsprozess in der Max-Planck-Gesellschaft neue Impulse zu geben. 

Der Dritte im Vizepräsidium ist Klaus Blaum. Seit 2007 Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, ist Blaum als Vizepräsident für die Institute der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion zuständig. Er übernimmt das Amt von Ferdi Schüth, der sich um das Cyber Valley an den Standorten Stuttgart und Tübingen, das neu gegründete Max-Planck-Institut für Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre in Bochum und die Max Planck Schools verdient gemacht hatte. Auch Blaum will sich für den Technologietransfer und das Cyber Valley engagieren. Ein Thema, das den Physiker mit seinem neuen Amtskollegen Lindenberger besonders verbindet, ist das der Nachhaltigkeit: „Ich glaube, in diesem Bereich kann man überall etwas bewegen und ich bin fest davon überzeugt, dass jeder, der das hört, sofort dabei ist und mitmacht.“ Darüber hinaus will Blaum, der seit vielen Jahren enge wissenschaftliche Kooperationen im asiatischen Raum pflegt, zum Austausch zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der Chinese Academy of Sciences beitragen. Doch auch innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft sieht sich Blaum als Brückenbauer: „Mir ist wichtig zu betonen, dass ich ein Bindeglied zwischen der Sektion, den Direktorinnen und Direktoren und dem Präsidenten sowie der Generalverwaltung sein möchte.“

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