Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern

Gemeinschaftsgüter sind Güter, mit denen die Märkte nicht ohne Weiteres fertig werden. Dazu kommt es vor allem, wenn der Zugang zu ihnen nur schwer begrenzt werden kann. Beispiele sind Luft, Wasser und Boden, physische und virtuelle Netze, Infrastrukturen und systemische Wirkungen von Finanztransaktionen. Die Wissenschaft kann der Gesellschaft einen Dienst erweisen, indem sie herausarbeitet, wo genau die Probleme mit diesen Gütern liegen, und indem sie institutionelle Regelungen vergleicht, die der Bereitstellung dieser Güter dienen. Das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn arbeitet an diesen Fragen interdisziplinär aus der Sicht von Ökonomie, Recht und Psychologie. Waren es früher überwiegend Fragen des Umweltschutzes, mit denen sich die Forscherinnen und Forscher beschäftigten, sind heute Kartellrecht, Regulierung und die Stabilität der Finanzmärkte die wichtigsten Anwendungsfelder.

Kontakt

Kurt-Schumacher-Str. 10
53113 Bonn
Telefon: +49 228 91416-0
Fax: +49 228 91416-55

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS on Adapting Behavior in a Fundamentally Uncertain World

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

„Zivilcourage ist überall nötig“
Die Psychologin Anna Baumert versucht mit ihrem Team Persönlichkeitsmerkmale zu identifizieren, die mutiges Einschreiten bei Unrecht ermöglichen mehr
Die Psychologie des Gebens
Warum wir teilen, auch wenn das keinen direkten Nutzen für uns hat mehr
Klischees über Nationen steuern unser Handeln
Wie Menschen aus unterschiedlichen Ländern miteinander kooperieren, hängt von Vorurteilen gegenüber anderen Nationalitäten ab mehr
„Aus jeder Nicht-Partei wird irgendwann eine Partei“
Interview mit Emanuel Towfigh vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern zum Thema politische Parteien mehr
Direkte Demokratie fördert Akzeptanz von Entscheidungen nicht automatisch mehr
Sicherheit und Umweltschutz, Infrastruktur und Internet – wenn Gemeinschaftsgüter ihren Segen entfalten sollen, müssen sich alle an Regeln halten. Fabian Winter vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn untersucht die Bedingungen dafür. Und liefert überraschende Belege für politische Eingriffe in die sozialen Medien.
Hier hat jemand ordentlich aufgeräumt. Selbst die Vorhänge sind alle akkurat in dieselbe Richtung geschoben. Das Blau der einzelnen Bildelemente harmoniert fast zu gut. Aber halt: Hätte man nicht auch die Sitzlehnen auf eine Höhe stellen können? Und warum sind die Zahlen auf den Schildchen der Kabinen so durcheinander? Wo sind wir eigentlich? In einem verlassenen Callcenter? In einem Wahllokal? Findet hier Wissenschaft statt, wenn niemand guckt? Lüften wir das Geheimnis: Das Bild zeigt das älteste Labor für experimentelle Wirtschaftsforschung in Europa, das BonnEconLab. Schon seit 1984 untersuchen hier Wissenschaftler das wirtschaftliche Verhalten von Menschen. Fast 30 000 Personen haben bis heute an ihren Experimenten teilgenommen. Auch das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern nutzt das Labor regelmäßig. Experimentierfreudige Probanden können bei den Versuchen im BonnEconLab „spielend“ Geld verdienen. Ob als Marktteilnehmer, als Bieter in einer Auktion oder in Verhandlungen: Ständig treffen die Versuchspersonen mehr oder weniger erfolgreiche Entscheidungen. Der Erfolg, von dem am Ende die Entlohnung der einzelnen Teilnehmer abhängt, wird dabei maßgeblich von den Entscheidungen der Mitspieler beeinflusst. Und auch der Zufall spielt eine Rolle – ganz wie im richtigen Leben. Innerhalb der Wirtschaftswissenschaften war die Experimentalökonomie lange umstritten. Mit der Spieltheorie kamen in den 1960er-Jahren erste ökonomische Experimente auf. Doch die Erkenntnis, dass man sich auch in der ökonomischen Forschung verstärkt auf experimentelle Ergebnisse stützen muss, setzte sich nur langsam durch. Heute ist das Experiment in der Ökonomie als Forschungsmethode anerkannt – deutsche Wissenschaftler waren von Anfang an ganz vorn mit dabei.
Korruption wird in allen Rechtsordnungen der Welt bestraft – aber ganz unterschiedlich. Wie, das untersuchen Christoph Engel, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn, und seine Mitarbeiter Sebastian Goerg und Gaoneng Yu im Rahmen eines Laborexperiments an zwei Universitäten in Deutschland und China.

Machen Boni Beine?

MPF 3 /2009 Kultur & Gesellschaft
Anreize für Manager gab es schon im 19. Jahrhundert. Aber für die Unternehmen erweisen sie sich nicht unbedingt als lohnende Investition.
Die Gier der Hypothekenbanken allein erklärt das Fiasko nicht.
Momentan sind keine Angebote vorhanden.

Kontinentaleuropäisches Rechtsdenken steht Empirie und Statistik traditionell eher fern. Und doch versuchen Juristen schon seit über einhundert Jahren, Erkenntnisse über den Ist- und den Soll-Zustand der Gesellschaft zusammenzubringen. Diese Versuche mussten sich immer wieder an neue Denkparadigmen anpassen und richten sich heute auf die argumentative Bewältigung verschiedener Weltbeschreibungen; insofern sind sie für die Rechtsarbeit unverzichtbar und werden auch die juristische Ausbildung künftig entscheidend prägen. Komplexe Rechtswirklichkeiten erfordern statistisches Rechtsdenken.

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Finanzstabilität und Staatsanleihen

2016 Luck, Stephan; Schempp, Paul
Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Banken vergeben langfristige Kredite, refinanzieren sich jedoch sehr kurzfristig. Diese Fristentransformation ist nicht nur eine wesentliche Funktion von Banken, sie ist auch einer ihrer größten Risikofaktoren. Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern zeigt, dass ein starker Staat das Refinanzierungsrisiko seiner Banken reduzieren kann, indem er ihnen Staatsanleihen zur Verfügung stellt. Bei international verflochtenen Finanzsystemen kann es im Interesse aller Teilnehmer sein, dass ein starker Staat schwächere Staaten durch eine Bankenunion schützt.

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Die kognitiven Prozesse in sozialen Dilemmaentscheidungen

2015 Fiedler, Susann
Kognitionsforschung Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften
Um Entscheidungen im Kontext sozialer Dilemmata besser zu verstehen, werden am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern die beteiligten kognitiven Prozesse untersucht. Mithilfe von Blickbewegungsaufzeichnung kann gezeigt werden, dass Unterschiede in den sozialen Präferenzen mit Unterschieden in der Informationssuche und -verarbeitung einhergehen. Kooperative Personen nutzen für ihre Entscheidungen alle verfügbaren Informationen, wägen eigene Gewinne gegen potenzielle Verluste anderer ab und benötigen länger als individualistische Entscheider. mehr
Wer persönliche Informationen preisgibt, nimmt dafür nicht selten erhöhten sozialen Druck in Kauf. Für den damit verbundenen Verlust von Verhaltensfreiheit lassen sich die meisten Menschen schon mit minimalen Geldbeträgen entschädigen. Zugleich scheint es nur wenige Menschen zu kümmern, dass persönliche Informationen dauerhaft gespeichert werden. Wenn die Löschung persönlicher Informationen nicht angeregt wird, machen nur wenige Menschen von einem Recht auf Vergessenwerden Gebrauch. mehr

Der Banker neue Kleider: Zur Eigenkapitalregulierung von Banken

2013 Hellwig, Martin
Sozialwissenschaften

Die umfassende Reform der Bankenregulierung, die man sich nach der Finanzkrise vorgenommen hatte, ist unterblieben. Jedoch gibt es ein gesellschaftliches Interesse an der Begrenzung der Verschuldung von Banken durch staatliche Regulierung. Die Bestimmung von Verschuldung und Konkursrisiken der Banken darf nicht allein den Banken selbst und ihren Gläubigern überlassen bleiben. Die vonseiten der Banken vorgelegten Argumente gegen höhere Eigenkapitalanforderungen enthalten fundamentale Fehler.

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