Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut

Das KHI in Florenz ist eine der ältesten Einrichtungen zur Erforschung der Kunst- und Architekturgeschichte Italiens, die in ihren europäischen, mediterranen und globalen Bezügen untersucht wird. 1897 in privater Initiative durch unabhängige Gelehrte gegründet, gehört es seit 2002 zur Max-Planck-Gesellschaft. Neben Einzelforschungen, Drittmittelprojekten und internationalen Kooperationen mit Universitäten, Museen und Forschungseinrichtungen wird an größer angelegten Projekten, die thematisch von der Spätantike bis zur Moderne reichen, gearbeitet. Eine besondere Rolle spielt dabei die internationale Nachwuchsförderung. Mit seinem dichten Programm an öffentlichen wissenschaftlichen Veranstaltungen und bis zu 100 Besuchern täglich versteht sich das KHI als Forum eines lebendigen, internationalen und interdisziplinär offenen wissenschaftlichen Austauschs.

Kontakt

Via Giuseppe Giusti 44
50121 Florenz, Italien
Telefon: +39 055 24911-1
Fax: +39 055 24911-55

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Pompeji im Wandel
Kunsthistoriker und Bauphysiker nutzen das antike Weltkulturerbe als Restaurierungsarchiv - die einen, um Mörtel und Architekturoberflächen zu untersuchen, die anderen, um anhand alter Text- und Bildquellen herauszufinden, warum wie restauriert wurde. mehr

Kulturräume

Forschungsmeldung 18. Oktober 2010
Geschichtsforschung mit Weitblick mehr

Die Eroberung der Neuen Welt fiel den spanischen Konquistadoren überraschend leicht. Mit Gewalt und Grausamkeit allein ließen sich jedoch die Gebiete nicht regieren. Ein Forscherteam unter der Leitung von Thomas Duve am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft festigte. Wie bedeutsam Bilder für die Konsolidierung von Recht – auch im alten Europa – waren, ergründet eine Gruppe unter Carolin Behrmann am Kunsthistorischen Institut in Florenz.

Im Zeitalter moderner Anatomieatlanten und online verfügbarer Bodybrowser muten Leonardo da Vincis Zeichnungen von Organen und Körperteilen mit Feder, Tinte und Rötel zwar kunstvoll, aber altmodisch an. Dennoch trägt fast jeder sein berühmtes Proportionsschema des vitruvianischen Menschen bei sich – auf der Krankenkassenkarte. Alessandro Nova, Direktor am Kunsthistorischen Institut in Florenz, hingegen sieht Leonardos Werk im Lichte der Generierung naturwissenschaftlichen Wissens.
Die herkömmliche Kunstgeschichte liefert eine verengte Sicht auf die Geschichte Europas. Die Verbindungen und Wechselwirkungen zwischen Artefakten in Zentralasien, Indien und dem Mittelmeerraum bleiben meist unberücksichtigt. Forscher um Gerhard Wolf, Hannah Baader und Avinoam Shalem wollen am Kunsthistorischen Institut in Florenz diese engen Grenzen aufbrechen und neue, globale Forschungsperspektiven eröffnen.
Momentan sind keine Angebote vorhanden.

Die kunstwissenschaftliche Forschungsbibliothek im globalen Kontext

2017 Nova, Alessandro; Simane, Jan
Kulturwissenschaften

Entsprechend den Anforderungen kunstwissenschaftlicher Forschung müssen Bibliotheken ihre Dienste den Standards digitaler Publikations- und Kommunikationsformate anpassen. Internationale Zusammenarbeit ist dabei unumgänglich. Das Kunsthistorische Institut in Florenz ist im Netzwerk der Kunstbibliotheken federführend beteiligt. Etabliert wurde eine virtuelle bibliografische Datenbank mit Beteiligung Dutzender Kunstbibliotheken aus 15 Ländern. Darüber hinaus werden innovative Ansätze zur Visualisierung semantischer und quantitativer Informationen in Katalogdaten erprobt.

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Piazza e monumento: Ein Projekt zur kunsthistorischen Erforschung der Stadt

2016 Nova, Alessandro; Sölch, Brigitte
Kulturwissenschaften
Plätze sind aus dem baulichen Gefüge der Stadt ausgespart und doch kein abgeschlossenes Ganzes. Sie werden umgebaut, neu justiert, rekonstruiert und können von Beginn an Eigenschaften besitzen, die ihre langfristige Entwicklung prägen. Da sie zudem in einer Vielzahl von Bildern dargestellt, gedeutet und vermittelt werden, ergibt sich für die Kunstwissenschaft folgende Aufgabe: Plätze in ihrer Gestaltetheit und Wirkung für die Stadt zu analysieren und nach dem Anteil des Platz-Bildes an Vorstellung und Wahrnehmung sozialer und politischer Öffentlichkeit zu fragen. mehr

Jacopo Ligozzi (1547–1627) galt seiner Zeit als universaler Maler. Berühmt waren seine kolorierten Zeichnungen von Flora und Fauna der Alten und Neuen Welt für den mediceischen Hof und Ulisse Aldrovandi. Sie sind nicht als Porträts individueller Pflanzen und Tiere, sondern als deskriptive Miniaturmalerei zur Generierung von Wissen zu verstehen. Dass Ligozzi Selbstbewusstsein aus seinem Können mit Zeichenstift und Pinsel schöpfte, wird am Beispiel seiner Signatur als „miniator‟ auf seiner monumentalen Leinwand im Salone dei Cinquecento in Florenz demonstriert.

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Florenz gilt gemeinhin als Renaissancestadt, wenn nicht als die Stadt der Renaissance par excellence. In welchem Licht erscheint dieser Topos, wenn man den Florentiner Stadtraum ins Zentrum der Betrachtung stellt?

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Bilder, Objekte und Zeichen des Rechts

2013 Behrmann, Carolin
Kulturwissenschaften
Das Recht ist auf seine Visualisierung angewiesen, da der positive Rechtstext lediglich eine Annäherung an die Realität darstellt. Nur durch Bilder, Objekte und Zeichen entkommt das Recht einer Tautologie, denn erst über seine Materialisierung erreicht es die Bereiche der kulturellen und sozialen Handlungen. Die Aufgabe der Kunst- und Bildgeschichte ist es, die für die Rechtswelt gebräuchlichen Artefakte in ihrer Form zu untersuchen, um davon ausgehend ihre Wirkung auf die Handlungen zu bestimmen. mehr
Der 500. Geburtstag Giorgio Vasaris (1511–1574), eines der Wegbereiter der modernen Kunstgeschichte, regt zu einem doppelten Perspektivwechsel an. Zum einen erfordert die lange unterschätzte künstlerische Bedeutung Vasaris, sein Oeuvre erneut grundlegend zu analysieren. Zum anderen kann die Auseinandersetzung mit Vasaris literarischem Hauptwerk, den Lebensbeschreibungen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten, eine neue wissenschaftshistorische Perspektive und eine verstärkte methodologische Reflexion in der Kunstgeschichte fördern. mehr

Inselstädte

2011 Baader, Hannah; Caraffa, Costanza
Kulturwissenschaften
Inselstädte gibt es sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinn. Ein Forschungsprojekt am Kunsthistorischen Institut in Florenz, MPI, widmet sich historischen und zeitgenössischen Inselstädten wie etwa Venedig, Tenochtitlan/Mexiko-Stadt, Stockholm, Manhattan, Dubai, Tyros, Mahdia, Syrakus, Gallipoli, Taranto, Dejima oder Koper. Parallel wird das Phänomen der Inselstadt auch auf einer abstrakteren Ebene betrachtet, wie etwa im Fall der Vatikanstadt, Westberlins oder verbundener Themen wie Utopia/Atlantis. mehr

Mediterrane Kunstgeschichte – 4. bis 16. Jahrhundert

2010 Wolf, Gerhard
Kulturwissenschaften
Der vormoderne Mittelmeerraum ist durch kulturelle Interaktion, den Austausch von Waren, Artefakten und von Wissen geprägt. Hafenstädte wie Genua, Venedig und Pisa schufen Netzwerke, die bis ans Schwarze Meer und nach Fernost reichten; die Höfe bildeten interkulturelle Repräsentationsformen aus. Um diese Phänomene zu erfassen, verbindet ein Forschungsprojekt am Kunsthistorischen Institut in Florenz Fallstudien mit der Untersuchung der methodologischen Grundlagen einer mediterranen Kunstgeschichte. mehr
Plätze verweigern sich dem dichten baulichen Gefüge der Stadt. Dennoch sind sie nicht leere Fläche, Vakuum oder Gefäß, sondern Räume, die in einer Vielzahl gestalterischer Beziehungen entstehen. Als räumlicher Ausdruck der Stadt wirken Plätze auf diese zurück. Besonders in der westlichen Tradition ist damit auch die Vorstellung vom Platz als einem „öffentlichen Raum“ verbunden, durch den sich politische und gesellschaftliche Handlungen vermitteln. Für die Kunstwissenschaft ergibt sich daraus die Aufgabe, Plätze in ihrer Gestaltetheit wie auch in ihrer Wirkung für die Stadt zu analysieren. mehr
Ein Projekt am Kunsthistorischen Institut in Florenz widmet sich einer neuen wissenschaftlichen Übersetzung der Vite, dem grundlegenden Werk zur italienischen Kunstgeschichte von Giorgio Vasari. Neben der Kommentierung der circa einhundertundsechzig Künstlerviten, ihrer Kunstwerke und Themen stehen auch Vasaris rhetorische Strategien im Forschungsinteresse, mögliche Subtexte, Fehler, Wiederholungen und Parallelen zu anderen Viten sowie Abweichungen zwischen den beiden Ausgaben der Vite von 1550 und 1568. mehr
CENOBIUM ist eine multimediale Darstellung von romanischen Kreuzgangkapitellen in Form hoch auflösender Digitalfotografien, 3D-Modellen und Panoramen. Das gemeinsam mit dem Institute of Information Science and Technologies (ISTI) des Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) in Pisa durchgeführte Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, Kapitelle mit ihren Originalstandorten virtuell zu verknüpfen, um sie in ihrem architektonischen und historischen Zusammenhang zu präsentieren und den künstlerischen Austausch im 12. und 13. Jahrhundert anhand der Bauskulptur aufzuzeigen. mehr

Digitales Archiv zur Kunsttopographie italienischer Städte

2006 Simane, Jan; Wolf, Gerhard; Haug, Henrike
Kulturwissenschaften
Ausgewählte historische Quellen zur Kunsttopographie italienischer Städte können mithilfe neuester Datentechnologie voll recherchierbar digitalisiert werden. Durch deren Einbindung in eine vielfältige Netzstruktur weiterführender Informationen innerhalb einer vereinheitlichten Konsultationsumgebung entsteht ein Forschungsinstrument, das zugleich neue historische wie kunsthistorische Erkenntnisse und Interpretationen ermöglicht. In einer ersten Projektphase wird die im Kunsthistorischen Institut vorhandene Guiden- und Inventarliteratur des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie die Sammlung gezeichneter Florentiner Wappen erschlossen. mehr
In den Forschungen des Kunsthistorischen Instituts im Jahr 2004 bildeten Kunst und Kultur der Stadt Genua in ihrem mediterranen Bezugsnetz einen Schwerpunkt. Die Hafenstadt war in diesem Jahr gemeinsam mit Lille Kulturhauptstadt Europas. Im Rahmen der Veranstaltungen fand in Genua eine Ausstellung statt, die es einem kleinen Team des Instituts erlaubte, den ersten Schritt eines größeren Forschungsprojektes zu realisieren und einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Gezeigt wurde die Ausstellung mit dem Titel „Mandylion: Intorno al Sacro Volto, da Bisanzio a Genova“, deren Konzept von Forschern des Kunsthistorischen Instituts entwickelt und mit Kolleginnen der Universität Genua realisiert wurde. Im Zentrum der Ausstellung stand ein einzelnes Objekt, das Mandylion von Genua, und seine Begegnung mit einem anderen, einer Ikone vom Katherinenkloster auf dem Sinai. Diese Fokussierung erlaubte eine besonders intensive Verbindung von Forschung und ihrer Vermittlung, wie sie auch für künftige Projekte des Kunsthistorischen Instituts von Interesse ist. mehr
Das Projekt untersucht am Beispiel der Stadt Lucca die politische Ikonographie eines mittelitalienischen Stadtstaates. Im Gegensatz zur bisherigen Erforschung politischer Ikonographie wird hier aber kein eng begrenzter Zeitabschnitt untersucht, sondern erstmals ein sehr weit gefasster Zeitraum von über einem Jahrtausend vom 9. bis zum 20. Jahrhundert. Auf diese Weise werden sehr viel differenziertere Aussagen zum politischen und historischen Selbstverständnis möglich. Anders als in anderen italienischen Stadtstaaten gab es in Lucca keine besonders stark entwickelte, nach außen gewandte Propaganda. Die Untersuchung dieses Phänomens einer bewusst "verhüllten politischen Ikonographie" führt zu überraschenden Ergebnissen. mehr