Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Das Ziel des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften ist die Erforschung von kognitiven Fähigkeiten und Gehirnprozessen beim Menschen. Das Hauptaugenmerk der Forschung gilt den neuronalen Grundlagen von höheren Hirnfunktionen wie Sprache, Musik und Handlung. Dabei interessiert die Wissenschaftler vor allem, wie diese wahrgenommen, verarbeitet, geplant und produziert werden, aber auch, wie sich Wahrnehmung und Produktion gegenseitig beeinflussen. Weiterhin untersuchen sie die plastischen Veränderungen des Gehirns nach Schlaganfällen und ihren Einfluss auf verschiedene kognitive Fähigkeiten. Seit Anfang 2007 gibt es eine Abteilung für Neurophysik, die sich speziell mit der Nutzung und Weiterentwicklung von bildgebenden Verfahren für die Neurowissenschaften beschäftigt.

Kontakt

Stephanstr. 1 a
04103 Leipzig
Telefon: +49 341 9940-00
Fax: +49 341 9940-221

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS on Neuroscience of Communication: Funktion, Structure and Plasticity

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Gehirn: anders als ein Computer

Warum das Gehirn gleiche Eingaben niemals gleich verarbeitet

mehr
Das geht ins Ohr

Operngesang. Vogelgezwitscher. Lautes Schreien. Eine nicht gestimmte Geige. Manche Töne finden wir instinktiv angenehm, andere unangenehm. Doch wie entscheiden wir, ob etwas gut oder schlecht klingt? Das Team um David Poeppel am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt, versucht Sprache und Musik in ihre elementarsten Bestandteile zu zerlegen

mehr
Forscher schauen dem Gehirn dabei zu, wie es sich Räume merkt

Ein neu entwickeltes Computermodell ermöglicht es, unser Gehirn direkt dabei zu beobachten, wie es sich orientiert

mehr
Vegetarier sind schlanker und weniger extrovertiert als Fleischesser

Fleisch, Wurst und Fisch erhöhen den Body-Mass-Index stärker als Milchprodukte und Eier

mehr
Die Hirnstruktur, die unser Verhalten steuert

Anhand eines einzigartigen medizinischen Falls haben Forschende erstmals eindeutig die Region im Gehirn identifiziert, die sogenannte exekutive Funktionen steuert

mehr

Operngesang. Vogelgezwitscher. Lautes Schreien. Eine nicht gestimmte Geige. Manche Töne finden wir instinktiv angenehm, andere unangenehm. Doch wie entscheiden wir, ob etwas gut oder schlecht klingt? Und wie wird Schall im Gehirn überhaupt verarbeitet? Um diese Fragen zu beantworten, versucht das Team um David Poeppel am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt, Sprache und Musik in ihre elementarsten Bestandteile zu zerlegen. Und am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig ergründen Forschende das Geheimnis von Superhits.

Dass Kinder irgendwann zu sprechen beginnen, scheint uns selbstverständlich. Doch das Erlernen der Sprache ist eine geistige Höchstleistung, die bis heute noch nicht komplett verstanden ist. Mithilfe verschiedenster Methoden ergründen die Abteilungen von Caroline Rowland am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen und von Angela Friederici am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, wie Kinder sich scheinbar mühelos dieses komplexe Kommunikationssystem aneignen.

Thomas Fritz, Leiter der Arbeitsgruppe Musikevozierte Hirnplastizität am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, weiß, wie man Menschen glücklich und furchtlos machen kann – quasi nebenbei. Er experimentiert mit Kraftmaschinen, die Töne von sich geben. Gleichzeitig zu trainieren und eigene Sounds zu kreieren mindert nicht nur die körperliche Anstrengung, es versetzt die Trainierenden auch in gute Stimmung und reduziert Angst und Schmerzen. Effekte, die sich therapeutisch nutzen lassen.

Schon früh zeigen Kinder ein erstaunliches Gefühl für Fairness und Gerechtigkeit. Je älter sie werden, desto mehr entwickeln sich Mitgefühl und Empathie. Nikolaus Steinbeis aus der Abteilung von Tania Singer am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig erforscht, wie sich das Sozialverhalten von Kindern mit zunehmendem Alter verändert und welche Netzwerke im Gehirn dabei eine Rolle spielen.

Nicht viele Max-Planck-Institute können von sich behaupten, einen Fitnessraum zu besitzen – und das auch noch für Forschungszwecke. Arno Villringer geht es am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig aber nicht um das Stählen von Muskeln. Mit den Übungsgeräten will er untersuchen, wie das Training von Bewegungsabläufen das Gehirn verändert.

Leiter IT/ Datenbanken (m/w/d)

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig 31. Juli 2020

Erinnerungen an die Zukunft

2019 Benoit, Roland

Kognitionsforschung

Wir Menschen stecken nicht im Hier und Jetzt fest: Dank unseres Gedächtnisses erleben wir längst vergangene Ereignisse lebhaft wieder. Das Gedächtnis dient aber nicht nur der Erinnerung. Mit seiner Hilfe können wir uns auch zukünftige Ereignisse ganz so vorstellen, als würden wir sie gerade erleben. Wir sind also imstande, auf mentale Zeitreisen zu gehen. Dadurch treffen wir bisweilen bessere Entscheidungen. Und wir lernen sogar aus solchen Vorstellungen, als hätten wir das Vorgestellte tatsächlich erlebt.

mehr

Ein Navigationssystem für unsere Gedanken

2018 Bellmund, Jacob L. S.; Doeller, Christian F.

Kognitionsforschung Neurobiologie Sprachwissenschaften

Wie organisiert unser Gehirn Erfahrungen und Wissen? Eine mögliche Antwort auf diese zentrale Frage zur Funktionsweise unseres Denkens: Das Navigationssystem unseres Gehirns bildet sogenannte kognitive Räume, in denen wir Erfahrungen anhand ihrer Merkmale anordnen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangten wir durch die Kombination einer Vielzahl an Befunden zur Arbeitsweise von Ortszellen im Hippocampus und Rasterzellen im entorhinalen Cortex, die unsere räumliche Orientierung ermöglichen. Diese Zellen kartieren auch kognitive Räume, die möglicherweise unseren Gedankengängen zugrunde liegen.

mehr

Spinnefeind: Angst vor Schlangen und Spinnen ist in uns angelegt

2017 Höhl, Stefanie

Kognitionsforschung Neurobiologie Sprachwissenschaften

Schlangen und Spinnen – bei vielen Menschen rufen sie Angst und Ekel hervor. Auch in den Industrieländern ist die Furcht vor diesen Tieren weit verbreitet, obwohl man dort kaum mit ihnen in Kontakt kommt. Bisher war umstritten, ob diese Abneigung angeboren oder erlernt ist. Wissenschaftlerinnen am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig und an der Uppsala University haben nun herausgefunden, dass sie in uns angelegt ist: Bereits sechs Monate alte Babys reagieren gestresst beim Anblick dieser Tiere – lange bevor sie diese Reaktion gelernt haben könnten.

mehr

Wie beeinflussen Sexualhormone Gehirn und Verhalten?

2016 Sacher, Julia; Barth, Claudia; Villringer, Arno

Kognitionsforschung Neurobiologie

Unser psychisches Wohlbefinden ist eng mit dem hormonellen Profil verknüpft. Frauen erkranken zum Beispiel doppelt so häufig an Depressionen wie Männer. Dies deutet darauf hin, dass Sexualhormonen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Depression zukommt. Allerdings sind die Mechanismen, die diesen stimmungsverändernden Effekt von Sexualhormonen vermitteln, bisher ungeklärt. Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe, dass die neurochemische Signalverarbeitung sowie funktionelle und strukturelle Netzwerke im Gehirn stark von physiologischen Schwankungen der Sexualhormone moduliert werden.

mehr

Sprachentwicklung im Gehirn – ein langer Weg bis zur vollen Blüte

2015 Skeide, Michael A.; Friederici, Angela D.

Kognitionsforschung Neurobiologie Sprachwissenschaften

Der zeitliche Ablauf der menschlichen Sprachentwicklung ist paradox. Manche Meilensteine werden in rasender Geschwindigkeit erreicht. So können Embryos bereits im Mutterleib Vokale voneinander unterscheiden [1]. Andere Meilensteine hingegen, wie das Verstehen grammatisch komplexer Sätze, liegen selbst für Grundschulkinder noch in weiter Ferne. Woran liegt das? Aktuelle neurobiologische Erkenntnisse belegen, dass ein Netzwerk im Gehirn, das an der Verarbeitung grammatischer Information beteiligt ist, bis ins Erwachsenenalter hinein reifen muss, um voll funktionsfähig zu sein.

mehr
Zur Redakteursansicht