Gründung des Start-ups QLi5 Therapeutics

Entwicklung neuer Proteasom-Inhibitoren zur Behandlung von von Krebs-, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen

16. Juni 2020

Die Lead Discovery Center GmbH (LDC) und der südkoreanische Arzneimittel-Entwickler Qurient haben in enger Kooperation mit weiteren Partnern die QLi5 Therapeutics GmbH gegründet. Die Partner sind die Max-Planck-Gesellschaft und der Nobelpreisträger Robert Huber, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie. Die in Dortmund ansässige QLi5 Therapeutics hat neue Proteasom-Inhibitoren vom LDC und seinen Partnern lizenziert, um sie in die präklinische und klinische Prüfung voranzubringen und für die Behandlung von Krebs-, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen zu entwickeln.

Das Proteasom ist ein Hohlzylinder, bestehend aus 28 Untereinheiten, die hier im Bändermodel farbig dargestellt sind. Im Inneren des Moleküls  befinden sich die aktiven Zentren als Bindungsstellen für verschiedene Inhibitoren (weiss). Das Proteasom baut nicht mehr benötigte Proteine ab und spielt daher eine wichtige Rolle in der Zellregulation. Neuartige Proteasom-Inhibitoren mit einzigartigen Bindungseigenschaften sollen die Basis für neue Therapien zur Behandlung von Krebs-, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen schaffen. Illustration: Robert Huber.

Die Proteasom-Inhibitoren wurden im Rahmen einer langfristigen erfolgreichen Kooperation von LDC und Robert Huber entwickelt, wobei Huber seine führende Expertise auf dem Gebiet des Proteasoms eingebracht hat und das LDC seine besondere Kompetenz im Bereich Wirkstoffentwicklung. Gemeinsam haben sie ein Portfolio an Proteasom-Inhibitoren mit einzigartigen Bindungseigenschaften und günstigen pharmakodynamischen Eigenschaften etabliert. Durch die erfolgreiche, strategische Zusammenarbeit von LDC, Qurient und der Max-Planck-Gesellschaft ist es dann gelungen, ein Joint Venture mit Qurient zur Weiterentwicklung dieses Ansatzes aufzubauen.


„Das Proteasom ist eine wahre Schatztruhe”, so Robert Huber, „und der Start von QLi5 Therapeutics erlaubt es uns, sein Potenzial zur Behandlung vielfältiger Krankheiten auszuschöpfen. Unsere neuen Proteasom-Inhibitoren haben beste Aussichten, die Schwierigkeiten der ersten Generation kovalent bindender Proteasom-Inhibitoren zu überwinden, die eine breitere Anwendung des Ansatzes bislang behindert haben.” Das Proteasom spielt eine wichtige Rolle in der Zellregulation, indem es Proteine abbaut. Als Zielstruktur zur Behandlung flüssiger Tumore ist es klinisch gut etabliert, insbesondere beim Multiplen Myelom.

„Wir sind vom Potenzial der innovativen Proteasom-Inhibitoren aus dem LDC überzeugt und freuen uns, diese im Team mit QLi5 in die präklinische und klinische Prüfung voranzubringen“, ergänzt Kiyean Nam, CEO und CSO von Qurient. „Wir schätzen das LDC als langfristigen Partner und wichtige Quelle von Innovation.“ Im Laufe der vergangenen Jahre hat Qurient zwei weitere Projekte vom LDC lizenziert, welche auf die Entwicklung von Kinaseinhibitoren abzielen. Beide Projekte haben seitdem deutliche Fortschritte gemacht, z.B. bis hin zu einer Nominierung für die klinische Entwicklung.

„Die Gründung von Qli5 Therapeutics ist der Höhepunkt einer vertrauensvollen, langfristigen Kooperation mit Robert Huber und Qurient, unserem außergewöhnlich leistungsfähigen und engagierten Partner in Südkorea”, meint Bert Klebl, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Direktor des LDC. „Dieses Joint Venture ist ein großartiger Schritt vorwärts in unserer Beziehung und eine wertvolle Chance, das Potenzial des Proteasoms in praktischen Nutzen für Patienten zu übertragen.“

„Nachdem wir bereits Projekte an Qurient lizenziert haben, freuen wir uns jetzt sehr, gemeinsam ein Unternehmen auf den Weg zu bringen. QLi5 hat beste Chancen, die dringend benötigte nächste Generation an Proteasom-Inhibitoren zu realisieren. Die gemeinsame Gründung von Qurient lief sehr zügig und konstruktiv“, so Dieter Link, Lizenzmanager bei Max-Planck-Innovation.

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