Quench Bio schließt Finanzierung ab

Das Unternehmen entwickelt Medikamente gegen schwerwiegende entzündliche Erkrankungen

27. Februar 2020

Quench Bio hat eine Serie-A-Finanzierung in Höhe von $50 Millionen abgeschlossen. Lead Investor ist RA Capital Management. Außerdem beteiligten sich Abbvie Ventures und die bisherigen Investoren Atlas Venture und Arix Bioscience.

Die Wissenschaftler am MPI für Infektionsbiologie entdeckten einen zuvor unbekannten Mechanismus: Neutrophile Granulozyten, Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems, können eine Art Netz auswerfen, mit dem sie Bakterien fangen und außerhalb der Zelle abtöten. In den gelben Netzen verfangen sich die roten Eindringlinge - hier Shigella-Bakterien

Quench Bio entwickelt Wirkstoffe, die Autoimmun- und Entzündungskrankheiten bekämpfen. Im Mittelpunkt des Ansatzes steht das porenbildende Protein Gasdermin D, das im Rahmen einer Kooperation des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie in Dortmund und des Lead Discovery Centers (LDC) als aussichtsreiche Zielstruktur identifiziert wurde.

In enger Zusammenarbeit haben die Partner eine Serie von Gasdermin-Hemmer entwickelt, die eine Ausschüttung von pro-inflammatorischen Zytokinen, Alarminen und die Entstehung von sog. Neutrophil Extracellular Traps (NETs) verhindern. Damit konnten sie Gasdermin als therapeutische Zielstruktur bestätigen und zeigen, dass das Protein eine zentrale Rolle bei vielen entzündlichen Prozessen spielt, die zum Zelltod führen, u.a. Pyropoptose und NETose. Die gezielte Modulation von Gasdermin ist ein neuartiges Wirkprinzip zur Behandlung zahlreicher Entzündungskrankheiten, die mit NETose assoziiert sind, u.a. Rheumatoide Arthritis, Lupus, Multiple Sklerose und nicht-alkoholische Leberentzündung.

Quench Bio hat eine exklusive Lizenz vom LDC und Max-Planck-Innovation für die therapeutische Nutzung von Gasdermin erhalten. Weitere Gründer sind daher auch die Max-Planck-Direktoren Arturo Zychlinsky und Herbert Waldmann. „Quench ist ein Beispiel für das Potenzial unseres kollaborativen Ansatzes zur Arzneimittelentwicklung. Gemeinsam ist es gelungen, die Entdeckung von Gasdermin und seiner Rolle bei Entzündungen in einen validierten Therapieansatz zu übertragen, der die Behandlung vielfältiger Entzündungskrankheiten wesentlich verändern kann“, sagt Bert Klebl, einer der Geschäftsführer des LDC. „Das LDC hat schon zahlreiche Lizenzvereinbarungen mit der Pharmaindustrie erfolgreich abgeschlossen. Die Gründung von Quench Bio ist ein wichtiger Meilenstein im Spin-off Sektor. Diese Risikokapital-finanzierte Form der Kommerzialisierung ermöglicht eine besonders fokussierte und schnelle Entwicklung von Projekten der Max-Planck-Gesellschaft und des LDC”, fügt Dieter Link, Lizenzmanager bei Max-Planck-Innovation hinzu.



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