Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis geht 2019 in die zweite Runde

Zwei Spitzenwissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften geehrt

19. September 2019

Ufuk Akcigit von der Universität Chicago ist der diesjährige Träger des Max-Planck-Humboldt-Forschungspreises. Der türkischstämmige Wirtschaftswissenschaftler erhält die Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Makroökonomik. Bei seinem mit dem Preis verbundenen Forschungsaufenthalt in Deutschland wird er sich mit den Ursachen der wirtschaftlichen Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland beschäftigen. Für seine Verdienste im Bereich der Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie wird Elliot Tucker-Drob von der Universität in Texas (Austin) mit der Max-Planck-Humboldt-Medaille geehrt. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, überreichen die Auszeichnungen am 5. November im Rahmen der Berlin Science Week.

Elliot Tucker-Drob (links) und Ufuk Akcigit

„Spitzenforschung nach Deutschland bringen, das ist ein wichtiges Ziel der Auszeichnung. Von den empirisch geprägten Forschungsergebnissen von Ufuk Akcigit erhoffen wir uns ein präziseres Verständnis der Ursachen für die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungspfade im Westen und Osten Deutschlands“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Dieses Jahr vergeben wir den Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis erstmals auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften. Mit Ufuk Akcigit und Elliot Tucker-Drob würdigen wir zwei Spitzenwissenschaftler, deren innovative und zukunftsweisende Ideen die Welt von morgen mitgestalten werden“, sagt Max-Planck-Präsident Martin Stratmann. „Von der Auszeichnung profitieren nicht nur die beteiligten Wissenschaftler und Institutionen. Beide Forschungsthemen sind gesellschaftlich extrem relevant, so dass wir wichtige Impulse für die öffentliche und politische Diskussion erwarten“, ergänzt Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Ufuk Akcigit wird bei seinem Forschungsaufenthalt in Deutschland unter anderem einer Frage auf den Grund gehen, die auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung aktuell ist: Warum besteht zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin eine wirtschaftliche Kluft? „Das Preisgeld von 1,5 Millionen Euro ermöglicht es mir, die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zu intensivieren. In drei gemeinsamen Projekten begeben wir uns auf die Suche nach den Ursachen für das unterschiedliche Produktivitätswachstum und die verschiedenen Lebensverhältnisse in Ost und West“, erklärt Preisträger Ufuk Akcigit. Der Professor of Economics an der Universität Chicago ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der modernen Wachstumstheorie. In seiner bisherigen Forschung gelang es ihm beispielsweise, starke Zusammenhänge zwischen Innovation und langfristigem Wirtschaftswachstum (in den USA), zwischen Innovation und sozialer Mobilität oder auch zwischen Innovation und Glück nachzuweisen.

Mit der Max-Planck-Humboldt-Medaille wird in diesem Jahr Elliot Tucker-Drob, Associate Professor an der Universität von Texas (Austin), für seine Beiträge in den Forschungsfeldern Entwicklungspsychologie, Gerontologie und Verhaltensgenetik geehrt. Er untersucht, wie soziale und biologische Prozesse die psychologische Entwicklung von Menschen über ihre gesamte Lebensspanne hinweg prägen. Seine Forschungen zu den komplexen Wechselwirkungen zwischen Genom und Umwelt geben wichtige Impulse für die Bildungs- und Sozialpolitik und bereichern den Diskurs um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Vorgeschlagen für die Auszeichnung wurde Elliot Tucker-Drob von Professor Ulman Lindenberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

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Die Max-Planck-Gesellschaft und die Alexander von Humboldt-Stiftung verleihen den 2018 neu ausgerichteten und mit 1,5 Millionen Euro dotierten Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis an eine Forscherin oder einen Forscher aus dem Ausland. Die Auszeichnung wird durch 80.000 Euro als persönliches Preisgeld ergänzt. Im Fokus stehen Persönlichkeiten, deren Arbeiten sich durch herausragendes Zukunftspotenzial auszeichnen. So werden mit dem Preis besonders innovative im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zeitlich begrenzte Aufenthalte an einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung gewonnen. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Preis löst den Max-Planck-Forschungspreis ab, den die Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft bisher jährlich an zwei Forscherinnen oder Forscher verliehen haben. Der Preis wird jährlich abwechselnd auf den Gebieten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Zudem können bis zu zwei weitere Personen nominiert und jeweils mit einer Max-Planck-Humboldt-Medaille ausgezeichnet werden. Diese ist mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro dotiert.

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