Horizon Europe braucht mutigen Budgetzuwachs

Standpunkt des Präsidenten zur Partiellen Einigung zum Gesetzespaket Horizon Europe zwischen EU-Parlament und EU-Rat vom 17.04.19

14. Mai 2019

Die Max-Planck-Gesellschaft begrüßt die von EU-Rat und EU-Parlament erzielte teilweise Einigung zum kommenden Forschungsrahmenprogramm HorizonEurope, in der generelle Strukturen und Rahmenbedingungen gesetzt wurden. In nicht einfachen politischen Zeiten zeigt die Europäische Union damit partei- und länderübergreifend deutlichen Gestaltungswillen. Dies ist ermutigend, aber auch dringlich, denn Europa befindet sich in einem scharfen internationalen Wettbewerb und verliert gegenüber den USA und China wissenschaftlich und technologisch an Boden. Den Europäischen Forschungsraum über Horizon Europe wie auch nationale Anstrengungen weiter zu stärken ist deshalb von immenser Bedeutung. Die Erfolge der bisherigen Forschungsrahmenprogramme gilt es fortzuschreiben: über europäische Programme wie den Europäischen Forschungsrat (ERC), die Öffnung europaweiter Karrierepfade, die Vernetzung und Kooperation von Forschungseinrichtungen, eine programmübergreifende Qualitätsorientierung oder die Stärkung vielversprechender Forschungsregionen in Europa.   

Die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten ist weit davon entfernt, das vereinbarte Ziel zu realisieren und 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Investitionen in Forschung und Innovation zu verwenden. Die Ausgaben für F&I der globalen Konkurrenten hingegen steigen kontinuierlich. Um sich in diesem globalen Wettstreit der Forschungsregionen behaupten zu können, braucht der Europäische Forschungsraum die besten Bedingungen für Forscherinnen und Forscher, mehr international sichtbare Exzellenzzentren und eine noch bessere Vernetzung. Um wissenschaftliche Qualität und Innovationsfähigkeit zu sichern und zu stärken, müssen auch auf europäischer Ebene die Ausgaben für F&I steigen. Gute Ideen sollten Europa nicht verloren gehen – in Horizon2020 wurde aber bislang lediglich eines von zehn beantragten Projekten bewilligt. Eine durch Etatsteigerung ermöglichte Verdoppelung der Förderquoten in Horizon Europe wäre deshalb wünschenswert. Essentiell ist es daher, nach der erzielten Teileinigung zu Horizon Europe nun bei den anstehenden Etatverhandlungen zum EU-Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 eine substanzielle Budgeterhöhung für F&I durchzusetzen.

Es sind die Forscherinnen und Forscher, welche die entscheidenden Erfolge in der Wissenschaft hervorbringen. Die Max-Planck-Gesellschaft ist daher davon überzeugt, dass die wissenschaftliche und administrative Autonomie des ERC in HorizonEurope nur durch Persönlichkeiten gesichert werden kann, die sowohl in der Forschung wie im Forschungsmanagement in herausragender Weise ausgewiesen sind. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Max-Planck-Gesellschaft den Vorschlag der Europäischen Kommission, den ERC im Programm Horizon Europe gesetzlich zu verankern, so wie dies bereits in Horizon2020 der Fall war. Ein Vorschlag, dem sich nunmehr auch der Europäische Rat und das EU-Parlament angeschlossen haben.

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