„Exzellenzförderung muss weiter ausgebaut werden“

Stellungnahme von Präsident Martin Stratmann zu „Horizon Europe“

29. Juni 2018

Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für das neue Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon Europe“ vorgestellt. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, begrüßt in einer Stellungnahme die Schwerpunktsetzungen, mahnt aber gleichzeitig mehr Mut an: „Gerade Exzellenzförderung in der Forschung ist zentraler Eckpfeiler für eine wettbewerbsfähige und wissensbasierte Wirtschaft in Europa.“

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Das auf sieben Jahre angelegte Budget für „Horizon Europe“ liegt bei knapp 100 Milliarden Euro und damit 30 Prozent über dem Vorgänger-Etat. Angesichts der politischer Herausforderungen im Zuge des Brexits würdigt die EU-Kommission mit dieser Mittelsteigerung „die Bedeutung von Forschung und Innovation in Zeiten der globalen Konkurrenz um Wissen und Technologie“, unterstreicht Martin Stratmann. Gleichzeitig liege das Ziel von Lissabon, 3% des Bruttoinlandsprodukts EU-weit in F&E zu investieren, immer noch in weiter Ferne. Deshalb, so Stratmann, seien weiterhin „große Anstrengungen nötig, damit die Europäische Union auf Zukunftskurs bleibt. Mehr denn je zuvor ist es von größter Wichtigkeit, die Attraktivität des Europäischen Forschungsraums (EFR) als Standort für Weltklasseforschung aufrecht zu erhalten und zu verbessern.“ Vor diesem Hintergrund unterstützt Stratmann auch Vorschläge unter anderem des Europäischen Parlaments, eine weitere signifikante Etatsteigerung für „Horizon Europe“ mit dem EU-Rat zu vereinbaren.

Mit Blick auf den Europäischen Forschungsrat (ERC), der im Ergebnis seiner Gründung vor elf Jahren heute europäische Exzellenzförderung im Weltmaßstab betreibe, unterstreicht Stratmann: „Die Max-Planck-Gesellschaft anerkennt die Entscheidung der Europäischen Kommission, den ERC einerseits als größten finanziellen Einzelposten in ‚Horizon Europe‘ zu verankern und gleichzeitig die Unabhängigkeit des ERC durch den Scientific Council analog zu Horizon 2020 wiederum zu garantieren. Eine undifferenzierte Gleichbehandlung mit anderen EU-Agenturen hätte für den ERC das Ende seiner Erfolgsgeschichte bedeuten können.“ Angesichts der Herausforderung, die dringend benötigten exzellenten Forscherinnen und Forscher in Europa zu halten und aus Drittstaaten für die EU zu gewinnen, sollten zugleich die Mittel des ERC über das von der Kommission vorgeschlagene Maß hinaus ausgebaut werden. „Europa kann es sich nicht leisten, dass weltweit begehrte Spitzenkräfte dem Kontinent den Rücken kehren, weil positiv evaluierte ERC-Projekte höchster Qualität nicht in ausreichender Zahl gefördert werden können“, sagt Stratmann. Die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt daher die bereits im Mai 2017 veröffentliche Stellungnahme des Scientific Council, in dem eine Verdoppelung des ERC-Etats begründet wird.

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