Jahrbuch 2018

Filterung nach Instituten

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Es ist ein klassisches Problem der Algebra, die Lösungen von polynomialen Gleichungen zu studieren. Da dies sehr schwierig sein kann, wurden gewisse algebraische Invarianten, sogenannte Kohomologietheorien, eingeführt, um qualitative Informationen zu erhalten. Ein Beispiel ist die kristalline Kohomologie. Sie gehört in das Gebiet der Algebra, kann aber auch, wie jüngst gezeigt werden konnte, durch eine topologische Invariante - die topologische periodische Homologie - ausgedrückt werden. Dies führt zu natürlichen Verallgemeinerungen, Weiterentwicklungen und erlaubt Berechnungen. mehr
Tensoren sind höher-dimensionale Matrizen. Sie erlauben die Speicherung und statistische Analyse grosser Datenmengen. Die Zerlegung in Tensoren vom Rang 1 ermöglicht es, vordergründig nicht erkennbare Strukturen und Zusammenhänge aufzudecken. Die Geometrie der Tensoren spielt dabei eine wichtige Rolle. mehr

Das Gehirn vernetzt sich von allein

Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin Brose, Nils; Sigler, Albrecht; Imig, Cordelia; Altas, Bekir; Kawabe, Hiroshi; Cooper, Benjamin; Kwon, Hyung-Bae; Rhee, Jeong-Seop
Nach der gängigen Lehrmeinung müssen Nervenzellen im Gehirn aktiv miteinander kommunizieren, um funktionsfähige Netzwerke zu etablieren. Neue Ergebnisse zeigen nun, dass sich Nervenzellen in einer für Lern- und Gedächtnisprozesse wichtigen Gehirnregion auch ganz ohne aktive Signalübertragung an ihren synaptischen Kontaktstellen zu normal strukturierten Netzwerken verknüpfen können. mehr
Die gemeinsame und koordinierte Bewegung von Zellen in einer Gruppe ist für die Neubildung und den Umbau von Gewebe von großer Bedeutung. Sie spielt nicht nur bei lebenswichtigen Prozessen wie Wundheilung und Embryonalentwicklung eine große Rolle, sondern auch bei der Verbreitung von Krebszellen im Körper. Den Heidelberger Max-Planck-Wissenschaftlern ist es gelungen, die hierbei entscheidenden physikalischen und molekularen Mechanismen zu entschlüsseln, welche die Vernetzung und Orientierung in wandernden Zellgruppen steuern. mehr
Seit mindestens 45.000 Jahren haben Menschen die tropischen Wälder durch verschiedenste Techniken verändert, wie Brandrodung, Tier- und Pflanzenmanagement, Kahlschlag und die Errichtung weitverzweigter urbaner Siedlungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Übersichtsarbeit, die erstmals die Daten von Studien aus aller Welt zusammengeführt hat. Sie widerspricht damit der gängigen Meinung, dass die Tropenwälder bis zum Aufkommen von moderner Landwirtschaft und Industrialisierung unberührte Naturgebiete waren. Diese Erkenntnis hat auch Auswirkungen auf heutige Naturschutzbemühungen. mehr
Als sich von 1998 bis 2012 die Erwärmung der Erdoberfläche verlangsamte, erklärten viele Klimawissenschaftler den Ozean, der mehr Wärme aufnahm als erwartet, zur Ursache. Die Autoren der hier beschriebenen Studie bezweifeln diese Ansicht: Die beobachtete Verlangsamung ließe sich ebenso gut der schwankenden Wärmeabstrahlung in den Weltraum zuschreiben. Zudem sind die mit einer Verlangsamung der Erwärmung verbundenen Energiemengen kleiner als bisher angenommen – und zwar so klein, dass die tatsächliche Ursache der Verlangsamung sich angesichts der Unsicherheitsmargen wohl nie herausstellen wird. mehr

Tiefseelebewesen gedeihen auf Öl – Teamwork als Schlüssel zum Erfolg

Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie Wegener, Gunter; Borowski, Christian; Laso-Pérez, Raphael; Rubin-Blum, Maxim; Boetius, Antje; Dubilier, Nicole
Wissenschaftler aus Bremen haben Lebewesen in der Tiefsee entdeckt, die Öl als eine Energiequelle verwenden. In mehreren tausend Metern Wassertiefe gibt es natürliche Ölaustritte am Meeresboden. Dort leben Mikroorganismen, die sich gemeinsam von flüchtigen Bestandteilen des Öls wie Ethan, Butan und Propan ernähren. Dazu haben sich sehr unterschiedliche Gruppen von Mikroorganismen zu Teams zusammengeschlossen. Einige ölabbauende Bakterien leben sogar in Symbiose mit Meerestieren und versorgen sie mit Nahrung. Die Bremer Forscher haben untersucht, wie sie das tun. mehr
Hochauflösende Einzelmolekül-Mikroskopie eröffnet ungeahnte Einblicke in lebende Zellen, sie ist jedoch in der Praxis  oft noch mit Schwierigkeiten verbunden. Durch die Verbesserung einer bedeutenden Fluorophoregruppe konnten wir die Schädlichkeit des Verfahrens für die zu untersuchenden Zellen stark reduzieren und gleichzeitig eine neuartige, aberrationsfreie Mehrfarbenstrategie etablieren. Diese ermöglicht unter anderem die vierdimensionale Rekonstruktion von Multi-Proteinkomplexen wie dem Kinetochor von Schizosaccharomyces pombe. mehr
Methan ist ein Endprodukt des anaeroben Abbaus von organischem Material und ein starkes Treibhausgas. Etwa die Hälfte der weltweiten Methanemissionen wird von methanogenen Archaeen durchgeführt. Wir interessieren uns für die an der hydrogenotrophen Methanogenese beteiligten Enzyme und berichten über die Kristallstrukturen der Formyl-Methanofuran-Dehydrogenase und des Heterodisulfid-Reduktase/Hydrogenase-Komplexes. Diese Enzymkomplexe sind an den sequentiellen Reaktionen der Ferredoxin-Reduktion und CO2-Reduktion/Fixierung im methanogenen Stoffwechselweg beteiligt. mehr
Vom 15. bis ins 20. Jahrhundert existierte ein südostchinesisches Handelsimperium rund um die Häfen Südostasiens. Dieses Handelsnetz war durch eine gemeinsame Sprache, durch soziale und kulturell-religiöse Einrichtungen verbunden. Seit drei Jahrzehnten nun orientiert sich das Netzwerk zurück nach China, so wurden über eine Million Tempel wiederaufgebaut. Die Restaurierung dieser lokalen und transnationalen Netzwerke ist ein bedeutsames Phänomen. Die Interaktion Chinas mit Südostasien ist weitaus komplexer, als es vereinfachende Modelle über die Ausbreitung chinesischer „soft power“ nahelegen. mehr
Zur Redakteursansicht