„Jugend forscht“ spürt Gravitationswellen nach

Bereits zum fünften Mal lud die Max-Planck-Gesellschaft zum Preisträger-Symposium

1. Februar 2018

Die besten Physik-Teilnehmer von „Jugend forscht“ des Jahrgangs 2017 waren jüngst zu Gast am MPI in Hannover. Sie besuchten den Gravitationswellendetektor GEO600 und erfuhren, wie am Institut vor gut zwei Jahren die erste Erschütterung der Raumzeit aufgespürt wurde.

Der Physiker Benjamin Knispel (l.) führte die Gruppe auch durch den Zentralbau von GEO600, im Institut hatten die Preisträgerinnen und Preisträger von „Jugend forscht“ reichlich Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden.

Theorie und Experiment – diese zwei Facetten der Physik und ihr Zusammenspiel erlebten die Preisträger von „Jugend forscht“ am MPI für Gravitationsphysik hautnah. Ging es beim Auftaktvortrag doch einerseits um Albert Einsteins Vorhersage von Gravitationswellen und andererseits um die theoretische wie experimentelle Arbeit, dank der in einer internationalen Kollaboration von mehr als 1000 Forschern der Nachweis möglich wurde. Dieses erste Signal wurde in der Messanlage Advanced LIGO in den USA eingefangen; in den Daten erkannt aber wurde es von einem Spezialisten am Max-Planck-Institut in Hannover, wie Gastgeber Benjamin Knispel berichtete. Auch, weil es in den USA gerade mitten in der Nacht war.

Zur Datenauswertung genutzt wird am MPI der Großrechner ATLAS, den die Besuchergruppe genauso besichtigte wie ein Prototypen-Laserlabor. Dort erklärten Doktorandinnen und Doktoranden, wie am Institut um die Direktoren Bruce Allen und Karsten Danzmann an der nächsten Generation von Gravitationswellendetektoren geforscht wird. Zum Abschluss gab es eine Führung im etwa 20 Kilometer entfernt gelegenen Detektor GEO600. Der Name rührt daher, dass die zwei Vakuumröhren, in denen die Laserstrahlen zur Erfassung der winzig kleinen Erschütterung der Raumzeit verlaufen, jeweils 600 Meter lang sind. Auf dem Rundgang erklärte Knispel, wie am Institut entwickelte Technologien beim deutlich größeren Advanced LIGO-Detektor genutzt werden, wo im September 2015 der bahnbrechende Nachweis von Gravitationswellen gelungen war.

Schon lange engagiert sich die Max-Planck-Gesellschaft bei „Jugend forscht“, seit 2012 stiftet sie die Preise im Bereich Physik auf Regional-, Landes- und Bundesebene. Um zusätzlich persönliche Einblicke in den Forschungsalltag zu geben, lädt sie jedes Jahr die Physik-Preisträger zu einem Max-Planck-Institut ein. Dieses Symposium fand nun bereits zum fünften Mal statt. Auch die Preisträger 2018 werden wieder eingeladen; die Entscheidung, zu welchem Max-Planck-Institut die Reise geht, ist aber noch nicht gefallen. Mit einer der Facetten der Physik hat es aber auf jeden Fall zu tun.

JE

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