Die Macht der Poesie. Die Max-Planck-Gesellschaft beim Salon Sophie Charlotte 2018

Veranstaltungen Berlin

  • Datum: 20.01.2018
  • Uhrzeit: 18:00 - 23:59
  • Vortragender: Winfried Menninghaus, Mathias Scharinger, MPI für empirische Ästhetik
  • Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin
  • Raum: WissenschaftsForum/Atrium (via Leibniz-Saal)
  • Gastgeber: Max-Planck-Gesellschaft und BBAW
  • Kontakt: mpgberlin@gv.mpg.de
Die Macht der Poesie. Die Max-Planck-Gesellschaft beim Salon Sophie Charlotte 2018
Gedichte können uns zum Weinen oder Lachen bringen oder eine Gänsehaut hervorrufen. Der seit der Antike bekannten emotionalen Macht der Poesie widmet sich Winfried Menninghaus mit seiner Forschungsgruppe, die erstmals systematisch die körperlichen Wirkungen emotionaler Affizierung durch Gedichte untersucht hat.

Beim Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Berlin präsentiert die Max-Planck-Gesellschaft einen Ausschnitt der Forschungen am neuen Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik. Das Institut wurde 2015 in Frankfurt/M. eröffnet. Es geht der Frage nach, was wem warum und unter welchen Bedingungen ästhetisch gefällt und welche Funktionen ästhetische Praktiken und Präferenzen für Individuen und Gesellschaften haben.


19:00 Uhr │ Herzrasen und Gänsehaut. Gedichte als physiologische Erregungskunst

Vortrag & Musik aus dem Studiencorpus. Prof. Dr. Winfried Menninghaus, Direktor am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik Frankfurt/M. und Akademiemitglied

 

20:00 Uhr │Mein Herz und deine Stimme. Romantische Liedvertonungen von Schubert bis Strauss

Philipp Mayer, Bass-Bariton & Kristina Krahn, Klavier, Hochschule für Musik „Hanns Eisler“

 

21:00 Uhr │Gedichte sind buchstäblich melodisch: Die Macht der Musik in der Sprache

Vortrag & Musik aus dem Studiencorpus. Prof. Dr. Mathias Scharinger, Philipps Universität Marburg und Assoziierter Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik Frankfurt/M.

 

18:00 – 24:00 Uhr │Was ist schön? Testen Sie sich selbst!

Die Max-Planck-Gesellschaft und das neue Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main stellen sich vor.

Gedichte gelten seit der Antike als emotional besonders wirkungsmächtige Sprache. Winfried Menninghaus präsentiert Studien, die erstmals auch systematisch die körperlichen Wirkungen emotionaler Affizierung durch Gedichte untersucht haben. Die Studien zeigen insbesondere, dass Gedichte besonders starke physiologische Wirkungen (Tränen, erhöhter Herzschlag, Gänsehaut) erzeugen, wenn sie gleichzeitig positive und negative Gefühle ansprechen. Die Kraft der negativen Gefühle wirkt dabei sogar als Verstärker der Leselust.

Diese physiologisch-emotionalen Wirkungen werden durch bestimmte formale Eigenschaften von Gedichten unterstützt. Als „melodisch“ wahrgenommene Gedichte werden zugleich als „schöner“ und „emotional bewegender“ wahrgenommen. Mathias Scharinger berichtet Studien, in denen es erstmals gelungen ist, genuin melodische Konturen von Tonhöhen und Tondauern in Einsprechungen von Gedichten zu identifizieren. Diese Melodien unterscheiden Gedichte genauso voneinander, wie sie musikalische Lieder unterscheiden. Das der Musikanalyse entlehnte statistische Mass für die Sprachmelodie von Gedichten sagt nicht nur die ästhetische Bewertung der Gedichte voraus, es vermag auch zu erklären, warum einige Gedichte eher als andere vertont worden sind. Die alte Metapher vom Gedicht als Lied (griechisch melos) wird so buchstäblich als eine machtvolle Realität erwiesen.

 

Eintritt frei

Keine Anmeldung

Zur Redakteursansicht