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Sandra Jacob
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Originalpublikation

Kay Prüfer, Cesare de Filippo, Steffi Grote, Fabrizio Mafessoni, Petra Korlević, Mateja Hajdinjak, Benjamin Vernot, Laurits Skov, Pinghsun Hsieh, Stéphane Peyrégne, David Reher, Charlotte Hopfe, Sarah Nagel, Tomislav Maricic, Qiaomei Fu, Christoph Theunert, Rebekah Rogers, Pontus Skoglund, Manjusha Chintalapati, Michael Dannemann, Brad Nelson, Felix M. Key, Pavao Rudan, Željko Kućan, Ivan Gušić, Liubov V. Golovanova, Vladimir B. Doronichev, Nick Patterson, David Reich, Evan E. Eichler, Montgomery Slatkin, Mikkel H. Schierup, Aida Andrés, Janet Kelso, Matthias Meyer, Svante Pääbo
A high-coverage Neandertal genome from Vindija Cave in Croatia.

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Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das Erbgut eines Neandertalers in hoher Qualität entschlüsselt, das 1980 in der Vindija-Höhle in Kroatien entdeckt worden war. Nach dem Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Sibirien, das die Forscher 2014 entschlüsselt hatten, ist dies das zweite in dieser Qualität analysierte Neandertaler-Genom. Im Vergleich zum Neandertaler aus Sibirien ist das Individuum aus Kroatien näher mit den Neandertalern verwandt, die sich mit den Vorfahren jetzt lebender Menschen vermischten. Dank des nun entschlüsselten Genoms können die Forscher mehr Neandertaler-DNA im Erbgut heutiger Menschen identifizieren.
Eingang zur Vindija-Höhle in Kroatien. Bild vergrößern
Eingang zur Vindija-Höhle in Kroatien.

Der Vergleich der beiden Neandertaler-Genome hat zudem ergeben, dass diese näher miteinander verwandt waren als zwei beliebige jetzt lebende Menschen. „Eine so nahe Verwandtschaft zwischen zwei Individuen, die mehrere Tausend Kilometer und Jahre voneinander entfernt lebten, zeigt, dass Neandertaler in einer kleinen Population gelebt haben müssen“, sagt Fabrizio Mafessoni, ein Forscher am Max-Planck-Institut in Leipzig.

Um mehr über die Vermischung zwischen Neandertalern und den Vorfahren von heute außerhalb Afrikas lebender Menschen zu erfahren, hat das Forscherteam die zwei Neandertaler-Genome auch mit denen von heute lebenden Menschen verglichen. „Dabei haben wir herausgefunden, dass der Neandertaler aus Kroatien im Vergleich zu dem älteren Individuum aus Sibirien enger mit den Neandertalern verwandt ist, die sich mit unseren Vorfahren vermischten“ erklärt Steffi Grote, die die Genome in Leipzig untersuchte. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass zwischen 1,8 und 2,6 Prozent im Erbgut eines modernen Menschen außerhalb Afrikas auf diese Vermischung zurückgehen.

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Mit Hilfe der neuen Daten gelang es den Forschern auch, zusätzliche Genvarianten zu identifizieren, die durch die Vermischung in das Erbgut heutiger Menschen gelangten. „Das neue Genom hilft uns dabei, mehr Neandertaler-DNA in heutigen Menschen zu finden“, erläutert Kay Prüfer, der zusammen mit Svante Pääbo das Forscherteam zur Untersuchung des Neandertalergenoms leitete. „Einige dieser Varianten scheinen dabei vor Krankheiten zu schützen, während andere die Entwicklung von Krankheiten begünstigen könnten.“

KP, SJ/HR

 
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