Max-Planck-Gesellschaft vergibt Technologie zur Krebstherapie

Daiichi Sankyo, Max-Planck-Innovation und das Lead Discovery Center kooperieren in der Krebsforschung

11. Juli 2017

Das Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo, die Max-Planck-Innovation und das Lead Discovery Center (LDC) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Damit erhält Daiichi Sankyo die Option, exklusive Rechte an einer neuen Leitstruktur zur Behandlung von Krebs zu erwerben, die am LDC entwickelt wird.

Die neue Partnerschaft beruht auf Forschungsergebnissen von Matthias Geyer am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund und dem Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) in Bonn. Daiichi Sankyo, die Max-Planck-Wissenschaftler und das LDC werden eng zusammenarbeiten, um diese neuartigen Wirkstoffe weiter zu optimieren, die die Transkription und das Wachstum von Krebszellen hemmen. Dabei werden sie von der besonderen Expertise des LDC in der Entwicklung hochselektiver Kinase-Inhibitoren profitieren.

Daiichi Sankyo und die Max-Planck-Gesellschaft mit Unterstützung der Max Planck Förderstiftung werden die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten am LDC gemeinsam finanzieren. Sobald das Programm den ‚Proof-of-Concept‘ in relevanten in vivo Modellen erreicht, kann es Daiichi Sankyo zu vorab vereinbarten Konditionen exklusiv lizenzieren, um es in die präklinische und klinische Entwicklung zu überführen. Die Vereinbarung beinhaltet eine Vorabzahlung sowie entwicklungs- und verkaufsbezogene Meilensteinzahlungen plus Royaltys. Die Lizenzeinnahmen werden zwischen der Max-Planck-Gesellschaft, dem LDC und allen beteiligten Forschungsinstituten geteilt.

Von der Grundlagenforschung zu neuen Wirkstoffen

„Das LDC ist unser bevorzugter Partner für innovative Drug-Discovery-Projekte und für die Entwicklung von Wirkstoffen mit hohem therapeutischem Potenzial, die aus Max-Planck-Instituten hervorgehen. Daiichi Sankyo zählt fraglos zu den führenden Unternehmen in der Entwicklung und Bereitstellung innovativer pharmazeutischer Produkte, und diese Vereinbarung bestätigt erneut die hohe Qualität der Forschungsprojekte in den Max-Planck-Laboren. Außerdem bietet sie eine großartige Gelegenheit, die Forschungsergebnisse in die pharmazeutische Entwicklung voranzubringen und Krebspatienten somit möglicherweise neue therapeutische Optionen zu eröffnen“, so Matthias Stein-Gerlach, Patent- und Lizenzmanager bei Max-Planck-Innovation, der Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft.

„Diese Kooperations- und Optionsvereinbarung baut auf den hervorragenden Erfahrungen auf, die Daiichi Sankyo und das LDC bereits in einer 2014 begonnenen Zusammenarbeit gemacht haben, und auch auf den engen Beziehungen zwischen Daiichi Sankyo und der Max-Planck-Gesellschaft, u.a. durch die Kollaboration mit dem Labor von Axel Ulrich. Max-Planck-Innovation hat maßgeblich zum Zustandekommen dieser Partnerschaft beigetragen”, ergänzt Bert Klebl, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Vorstand des LDC.

Entwicklung neuer Krebsmedikamente

„Daiichi Sankyo Cancer Enterprise freut sich sehr, diese Forschungskooperation mit Max-Planck-Innovation und dem LDC zu beginnen, um innovative Wirkstoffe gegen Krebs zu generieren”, sagte Antoine Yver, Executive Vice President und Global Head of Oncology Research & Development bei Daiichi Sankyo. „Wir sind begeistert, die hochqualitative Wissenschaft der Max-Planck-Gesellschaft und die Expertise des LDC in der Wirkstoffforschung in die Forschungs- und Entwicklungsplattform für neue Medikamente bei Daiichi Sankyo zu integrieren.”

Daiichi Sankyo, das LDC und die Max-Planck-Gesellschaft beabsichtigen, ihre Zusammenarbeit künftig auf weitere Programme auszuweiten.

MB/HR

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