Europa im Nord-Süd-Konflikt. Muss die Währungsunion um jeden Preis erhalten bleiben?

Max-Planck-Forum Berlin

  • Datum: 31.05.2017
  • Uhrzeit: 19:00
  • Vortragender: Prof. Dr. Fritz Scharpf, Direktor em. MPI für Gesellschaftsforschung
  • Ort: WissenschaftsForum, Markgrafenstr. 37, 10117 Berlin-Mitte
  • Gastgeber: Max-Planck-Gesellschaft
  • Kontakt: mpgberlin@gv.mpg.de
Europa im Nord-Süd-Konflikt. Muss die Währungsunion um jeden Preis erhalten bleiben?
Fritz W. Scharpf gehört zu den führenden Politikwissenschaftlern weltweit und hat die Diskussion über Arbeitsmarktpolitik, Europapolitik und die Reform des deutschen Föderalismus nicht nur in Deutschland im Laufe seiner Karriere nachhaltig geprägt. Er wurde 1986 Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. 2003 emeritiert, beschäftigt er sich aktuell mit der Frage, wie die Eurokrise gelöst werden kann und welche Politik die EU in Zukunft benötigt.

Vortrag von Prof. Dr. Fritz W. Scharpf, Direktor em. Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln

Anschließend im Gespräch mit Matthias Krupa, Die Zeit, Europaredakteur

Acht Jahre nach dem Beginn der „Großen Rezession“ ist die Eurozone tief gespalten in Länder, welche die Krise erfolgreich überwunden haben, und solche, die nach wie vor mit deren katastrophalen Folgen kämpfen. Der Grund sind fundamentale Strukturunterschiede zwischen nördlichen und südlichen Mitgliedsökonomien und ein Euro-Regime, das die strukturelle Übereinstimmung verschiedenster nationaler Wirtschaftssysteme erzwingen muss, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Dieses Regime kann jedoch ökonomisch scheitern, wenn seine strikten Regeln gelockert werden müssten, und es kann politisch scheitern, wenn es nicht länger gelingen sollte, den potenziell explosiven Nord-Süd-Konflikt zu lösen. Denn Stagnation der Binnenwirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit und geringe Einkommen stellen die südlichen Länder vor gewaltige soziale Probleme.

Fritz Scharpf stellt seine jüngsten Analysen vor und sucht Lösungsansätze: Wäre angesichts der Risiken eine flexible Europäische Währungsgemeinschaft, in der strukturell unterschiedliche Wirtschaftssysteme eng verflochten sind, das bessere Ziel europäischer Wirtschafts- und Sozialpolitik?

Eintritt frei

Anmeldung: Bitte nutzen Sie den Link in der rechten Spaltung.

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