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Ein Skalpell für das Erbgut

Mithilfe des CRISPR/Cas9-Systems lässt sich das Erbgut unterschiedlichster Organismen manipulieren. Doch wie funktioniert die neue Gentechnik-Methode mit dem unaussprechlichen Namen?

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Manchmal kann eine einzige Entdeckung ein ganzes Leben verändern. Für Emmanuelle Charpentier war die Entschlüsselung der Funktionsweise eines bis dahin nur Experten bekannten Enzyms ein solcher Moment. Das als CRISPR-Cas9 bekannt gewordene Trio aus einem Enzym und zwei RNA-Molekülen hat weit über die Wissenschaft hinaus Furore gemacht. Seitdem ist im Leben der Französin vieles anders geworden. Anfang Oktober 2015 ist sie als Direktorin ans Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie gekommen.

Künstlerin an der Gen-Schere

27. September 2016

Manchmal kann eine einzige Entdeckung ein ganzes Leben verändern. Für Emmanuelle Charpentier war die Entschlüsselung der Funktionsweise eines bis dahin nur Experten bekannten Enzyms ein solcher Moment. Das als CRISPR-Cas9 bekannt gewordene Trio aus einem Enzym und zwei RNA-Molekülen hat weit über die Wissenschaft hinaus Furore gemacht. Seitdem ist im Leben der Französin vieles anders geworden. Anfang Oktober 2015 ist sie als Direktorin ans Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie gekommen. [mehr]
Mit den Methoden der Genom-Editierung können Wissenschaftler das Erbgut in bislang unerreichter Weise schneiden und verändern

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Mit den Methoden der Genom-Editierung können Wissenschaftler das Erbgut in bislang unerreichter Weise schneiden und verändern [mehr]

Japan-Preis

Max-Planck-Gesellschaft gratuliert Emmanuelle Charpentier zum Japan-Preis 2017

Renommierter Preis geht zum dritten Mal an einen Wissenschaftler aus der Max-Planck-Gesellschaft

6. Februar 2017

Er wird gerne als der Japanische Nobelpreis bezeichnet. 88 Preisträger aus 13 Ländern haben ihn erhalten, seitdem er 1985 erstmals vergeben wurde – darunter auch zahlreiche spätere Nobelpreisträger. Für die Entwicklung der CRISPR-Cas9-Methode, einer sehr effektiven Gen-Schere, erhalten Emmanuelle Charpentier vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley, den diesjährigen Japan-Preis ebenso wie Adi Shamir vom Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel. Die Preisverleihung findet am 19. April dieses Jahres im Nationaltheater in Tokio statt.
Emmanuelle Charpentier erhält den Japan-Preis in den Lebenswissenschaften gemeinsam mit Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley. Bild vergrößern
Emmanuelle Charpentier erhält den Japan-Preis in den Lebenswissenschaften gemeinsam mit Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley.

Das CRISPR-Cas9-System von Bakterien lässt sich als extrem präzises Werkzeug einsetzen, um genetisches Material zu bearbeiten und die Funktion von Genen zu untersuchen. Daran knüpft sich die Hoffnung, dass diese Gen-Schere dereinst auch genutzt werden kann, um neue Behandlungsmöglichkeiten für schwerwiegende Krankheiten des Menschen zu entwickeln. Die Entdeckung war ein Meilenstein in der Molekularbiologie – und wurde schon mehrfach ausgezeichnet: So erhielt Emmanuelle Charpentier u.a. den Breakthrough Prize in Life Sciences, den Ernst Jung-Preis, den Louis-Jeantet-Preis für Medizin sowie den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis.

Die Max-Planck-Gesellschaft gratuliert Emmanuelle Charpentier nun zum Japan-Preis: „Mich freut ganz besonders, dass eine Wissenschaftlerin ausgezeichnet wird, die noch mitten in ihrer Forschungsarbeit steckt. Ich wünsche mir, dass das auch Motivation für andere junge Frauen in der Wissenschaft ist,“ sagt Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Adi Shamir wird mit der Auszeichnung im Bereich „Elektronik, Information und Kommunikation“ geehrt. Bild vergrößern
Adi Shamir wird mit der Auszeichnung im Bereich „Elektronik, Information und Kommunikation“ geehrt.

Im Oktober 2015 hatte die Max-Planck-Gesellschaft Emmanuelle Charpentier berufen. Sie ist der dritte Japan-Preisträger in der Max-Planck-Gesellschaft. Vor ihr hatten bereits Gerhard Ertl (1992 für seine Beiträge zur Chemie und Physik von Festkörperoberflächen) und Jozef Schell (1998 für die Entdeckung, dass sich mithilfe der T-DNA des Bodenbakteriums Agrobacterium tumefaciens Gene in Pflanzen einschleusen lassen) den Japan-Preis erhalten.

Auch der Kryptologie-Experte und Turing-Preisträger von 2002 Adi Shamir vom Weizmann Institut gehört zu den diesjährigen Preisträgern. Shamir war 2016 Key Note Speaker auf der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft. Der Wissenschaftler hat unter anderem eine innovative Verschlüsselungstechnik, das "RSA Kryptosystems" entwickelt, sowie mathematische Methoden, die eine Identifikation von Einzelpersonen in gemeinen Informationen möglich macht, ohne dass die Verschlusssachen offen gelegt werden müssen.

Der Japan-Preis ist je Preissegment mit 50 Millionen Japanischen Yen dotiert. Das entspricht rund 412.000 Euro.

BA

 
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