Forschungsbericht 2016 - Max-Planck-Innovation

Technologietransfer als Brücke zwischen Wissenschaft und Markt

Autoren
Berninger, Markus
Abteilungen
Max-Planck-Innovation, München
Zusammenfassung
Als Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft stellt die Max-Planck-Innovation GmbH seit 1970 das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft dar. Unser Ziel ist die schutzrechtiche Sicherung von Erfindungen aus den mehr als 80 Max-Planck-Instituten sowie deren Vermarktung. Damit erfüllen wir eine wichtige Aufgabe: den Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in ökonomisch und gesellschaftlich nützliche Projekte.

Max-Planck-Innovation tritt TechnologieAllianz bei

Max-Planck-Innovation ist seit 2015 Mitglied des bundesweiten Verbands für Wissens- und Technologietransfer aus deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Technologien, die aus den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft hervorgehen, finden so Eingang in Deutschlands größten Pool von schutzrechtlich gesicherten Erfindungen. Unternehmen aus Deutschland und weltweit nutzen diesen zentralen Zugang, um deutsche Spitzentechnologien zu lizenzieren.

Die TechnologieAllianz erhöht damit die Anzahl der in diesem Netzwerk zusammengeschlossenen Institutionen auf insgesamt 40 Mitglieder. Diese repräsentieren insgesamt weit über 250 wissenschaftliche Einrichtungen und betreuen mehr als 130.000 Wissenschaftler aus sämtlichen Bundesländern. Sie erschließen damit das gesamte Spektrum innovativer Forschungsergebnisse deutscher Hochschulen und außeruniversitärer Forschungsstätten sowie der Universitäten und Hochschulen in Österreich. Auf dieser Basis eröffnet das gegenwärtig größte deutsche Portal für patentierte Spitzentechnologien aus der Wissenschaft den interessierten Unternehmen unter www.technologieallianz.de einen exklusiven Zugang zur ganzen Bandbreite schutzrechtlich gesicherter Erfindungen aus allen Branchen.

„Wir freuen uns sehr, Max-Planck-Innovation neben weiteren neu hinzugekommenen Einrichtungen an unserer Seite zu wissen. Das macht unser Netzwerk sowohl für die Wissenschaftseinrichtungen als auch für die Industriepartner künftig noch attraktiver“, sagt Alfred Schillert, Vorstandvorsitzender der TechnologieAllianz. Der Geschäftsführer der Max-Planck-Innovation GmbH, Jörn Erselius, bewertet die Mitgliedschaft in der TechnologieAllianz als konsequenten Schritt zur weiteren Verbesserung des Transfers von Ergebnissen der Grundlagenforschung in ökonomisch und gesellschaftlich nützliche Projekte: „In den vergangenen drei Jahrzehnten haben wir ein dichtes Netzwerk in Wissenschaft und Industrie geknüpft. Diese Erfahrungen und Kontakte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer Arbeit. Daher ist die Entscheidung, der TechnologieAllianz beizutreten, aus unserer Sicht nur folgerichtig. Nicht zuletzt um die Entwicklung professioneller Standards und neuer Instrumente für den Technologietransfer voranzubringen und die TechnologieAllianz als zentrale Interessenvertretung gegenüber Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu etablieren.“

Lizenzverträge

Die Firma Aircloak hat eine Lizenz für eine Software zum Schutz von Daten erworben. Die Technologie, die ursprünglich am Max-Planck-Institut für Software Systeme in Kaiserslautern entwickelt wurde, ermöglicht es, Daten von Nutzern und Kunden datenschutzkonform auszuwerten, da keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können. Auf diese Weise kann das Potenzial von Daten optimal für Analyse- und Marketingzwecke erschlossen werden, ohne die Privatsphäre einzelner Nutzer zu gefährden.

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Abb. 1: Sebastian Probst Eide und Paul Francis vom Aircloak Team

Als Internetnutzer hinterlassen wir durch unser Surfverhalten ein spezielles Profil. Unser Weg durch das Internet wird dabei von vielen Unternehmen, die den Besuchern ihrer Webseiten einen „Tracker“ anhängen, genau mitverfolgt. Die gesammelten Daten werden zwar pseudonymisiert gespeichert, indem beispielsweise die IP-Adresse des Nutzers gekürzt wird, dennoch erhält jeder Nutzer eine eigene Nummer. Diese Daten sind für Unternehmen wertvoll, da sie etwa den Nutzer bei seinem nächsten Besuch auf Basis seines Surfverhaltens mit gezielter Werbung ansprechen können. Auch offline werden viele Daten von uns gesammelt. So haben Firmen, von denen wir verschiedene Leistungen beziehen, wie etwa Energieversorger und Banken, Informationen über unseren Stromverbrauch, Finanzstatus oder das Konsumverhalten.

Brisant wird es aus datenschutzrechtlicher Sicht vor allem, wenn Kunden- und Nutzerdaten (wenn auch pseudonymisiert) an andere Firmen verkauft werden, was in der Praxis oft der Fall ist. Denn durch die Kombination von Daten aus verschiedenen Quellen ist es in einigen Fällen möglich, genaue Rückschlüsse auf einzelne Personen zu ziehen und diese zielsicher zu identifizieren. Die Gefahr hierfür steigt mit zunehmendem Grad an Informationsdetails, der aus Sicht des Datenkäufers möglichst groß sein sollte, damit im Rahmen einer Datenanalyse aussagekräftigere Informationen zutage treten. Um einen Ausgleich zwischen diesen gegenläufigen Interessen von Datenschutz und Datennutzung zu schaffen, verfolgt das Team von Aircloak einen völlig neuen Ansatz.

Der Weg von Aircloak in die Anonymität berücksichtigt neben technischen auch juristische, ökonomische sowie soziologische Aspekte. Die Cloak stellt sicher, dass Firmen und deren Daten-Analysten aus Datensätzen keine Individuen herausfiltern können. Sie stellt dabei einen undurchdringlichen Schutzmantel (engl.: Cloak) für Informationen dar, hinter dem Nutzerdaten aus einer oder mehreren Quellen verwaltet werden. Sie ist eine Art Blackbox, in die man von außen nicht eindringen kann.

Daten, die in die Cloak fließen, werden bereits auf dem Endgerät eines Nutzers verschlüsselt und können ab diesem Zeitpunkt als faktisch anonymisiert angesehen werden. Ehe die Daten dorthin fließen, erhält die Datenquelle eine Beglaubigung, dass die Informationen tatsächlich in die Cloak fließen und nicht zu einem Ort, der lediglich vorgibt, eine solche zu sein. Diese Rohdaten stehen auf der Cloak zur Verfügung. Niemand kann direkt auf sie zugreifen, selbst Auditoren oder Aircloak nicht. Außerdem sind Manipulationen in jeglicher Form unmöglich. Anfragen von Kunden werden mithilfe der Rohdaten beantwortet. Sie werden auf ihrem Weg zum Kunden unter Nutzung spezieller kryptografischer Hardware gefiltert. Die Daten beinhalten ein Maximum an Informationen und sind so optimal für anonyme Analysen geeignet. Darüber hinaus wehrt das Unternehmen Aircloak auf Individuen zielende Anfragen ab. Aircloak kann diese anhand bestimmter Muster erkennen.

Eine Technologie, basierend auf Single-Stranded RNA interference (ssRNAi), wurde co-exklusiv an die US-Firmen WAVE Life Sciences und IONIS lizensiert. Die Technologie stammt vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Beide Firmen wollen diese nun mit dem Ziel weiterentwickeln, neue Behandlungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von seltenen genetischen Krankheiten zu schaffen. „Die RNA-Interferenz ist ein vielversprechender Mechanismus, der Proteine daran hindert, Krankheiten auszulösen. Jedoch sind Ansätze, die auf doppelsträngigen RNA-Molekülen basieren, weitgehend auf den Einsatz bei Lebererkrankungen limitiert. ssRNAi-basierte Ansätze hingegen könnten die Grundlage neuer Behandlungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Krankheiten sein“, erläutert Paul Bolno, Geschäftsführer von WAVE Life Sciences. „Wir freuen uns, die Arbeiten des Instituts weiterführen zu können, um sichere und effektive Nukleinsäure-Therapien für die Patienten zu entwickeln“, so Bolno weiter.

Ausgründungen

Die Max-Planck-Gesellschaft und Actelion haben das Start-up-Unternehmen Vaxxilon gegründet, um Kohlenhydrat-basierte Impfstoffe zu kommerzialisieren.

Zucker macht eine Impfung nicht nur süß. Manche Impfstoffe verdanken Kohlenhydraten, zu denen Zucker gehören, auch ihre Wirkung. Solche Impfstoffe auf Kohlenhydrat-Basis wird das Unternehmen Vaxxilon erforschen, entwickeln und vermarkten. Die synthetischen Impfstoffe sollen in erster Linie vor bakteriellen Infektionen schützen. Für ihre Kommerzialisierung hat Vaxxilon die exklusiven Rechte für verschiedene präklinische Impfstoffkandidaten und Methoden von Max-Planck-Innovation erworben. Die wissenschaftliche Grundlage für das Geschäftsmodell von Vaxxilon legten Wissenschaftler um Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam/Golm.

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Abb. 2: Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam/Golm

In Entwicklungsländern etwa können sich viele Menschen Antibiotika nicht leisten, wenn sie überhaupt eine Chance haben, an sie zu gelangen. Aber auch in Industrienationen suchen Mediziner fieberhaft nach neuen Ansätzen, um Bakterien zu bekämpfen. Denn manche Bakterien sind gegen alle oder fast alle Antibiotika resistent geworden – und die Situation verschärft sich zusehends. Vaxxilon könnte dazu beitragen, die Lücken im Arsenal gegen die Mikroben zu schließen. Die Grundlagen dafür hat die Gruppe von Peter Seeberger am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung mit ihrer Forschung zu Kohlenhydrat-basierten Impfstoffen geschaffen. „Diese neue Klasse von Impfstoffen lässt sich schneller und günstiger herstellen und bietet darüber hinaus weitere Vorteile in der Verteilung und Verabreichung, die den weltweiten Zugang zu Impfstoffen verbessern können“, sagt der Max-Planck-Direktor.

Vaxxilon soll dieses Potenzial ausschöpfen. „Die Arbeit des Teams von Professor Seeberger hat uns beeindruckt“, sagt Jean-Paul Clozel, Geschäftsführer und CEO von Actelion. „Deshalb bin ich sehr froh, dass Actelion dazu beitragen kann, die Forschungsergebnisse in prophylaktische und therapeutische Optionen umzusetzen.“ Mit einer Finanzierungszusage von bis zu 30 Millionen Euro, die in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren in mehreren Tranchen fließen sollen, wird Actelion Hauptinvestor und Hauptgesellschafter von Vaxxilon. „Dieses Investitionsprojekt steht für einen innovativen Weg, Synergien zwischen Forschung und Industrie zu nutzen“, sagt Jean-Paul Clozel. „Mit Vaxxilon schaffen wir die Möglichkeit, synthetische Kohlenhydratimpfstoffe innerhalb eines Jahrzehnts auf den Markt zu bringen.“

Peter Seebergers Team hat präklinische Kandidaten für Impfstoffe gegen diverse bakterielle Infektionen erforscht und entwickelt. Eine entscheidende Methode für die Entwicklung und Produktion neuer Impfstoffe ist zudem aus einer gemeinsamen Arbeit von Peter Seeberger und Gennaro de Libero, Medizinprofessor am Universitätsspital Basel, hervorgegangen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass die Forschung und technische Entwicklung, die wir in der Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam mit meinem Kollegen Gennaro de Libero vom Universitätsspital Basel verfolgt haben, bei Vaxxilon jetzt weiter vorangetrieben wird“, sagt Peter Seeberger. „Ich bin davon überzeugt, dass die neuen Impfstoffe dank der Agilität und Flexibilität eines kleinen Unternehmens in Kombination mit den Finanzmitteln von Actelion in die klinische Testphase eintreten können und den betroffenen Patienten schnell und effizient zur Verfügung stehen werden.“ Die ersten Studien am Menschen mit einem neuen Impfstoff plant Vaxxilon in den kommenden drei Jahren.

Die Ausgründung Venneos GmbH hat in einer Seed-Finanzierungsrunde mehr als eine Million Euro eingeworben. Die Firma mit Sitz in Stuttgart entwickelt ein neuartiges Imaging System für die Analyse biologischer Zellen. Für die Entwicklung zur Marktreife und die Vorbereitung des Markteintritts der ersten Produktgeneration investieren ein Konsortium aus Business Angels und Family Offices, der High-Tech Gründerfonds und die Max-Planck-Gesellschaft in das Unternehmen.

Venneos entwickelt ein Siliziumchip-basiertes Imaging System für die Analyse biologischer Zellen. Das System beruht auf einem innovativen Messansatz, der es Kunden ermöglicht, zelluläre Veränderungen zu erkennen, die mit anderen Technologien unsichtbar bleiben. Durch die automatisierte parallele Analyse von bis zu mehreren Tausend Zellen auf Einzelzellebene werden Experimente objektiver, reproduzierbarer und verlässlicher. Die Mikroskopie-ähnliche Visualisierung der Ergebnisse erlaubt zudem eine intuitive Interpretation. Dank der kompakten Dimensionierung lässt sich das System leicht in den Laboralltag integrieren.

Für die Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro konnte das Gründerteam ein Konsortium aus Business Angels der Region Stuttgart und Family Offices, den High-Tech Gründerfonds und die Max-Planck-Gesellschaft als Investoren gewinnen. „Mit diesen finanzstarken Investoren an Bord können wir gemeinsam daran arbeiten, einen neuen Standard für die Zellanalyse zu etablieren“, so David Wehner, Geschäftsführer und einer der Venneos-Gründer. Aktuell entwickelt das Unternehmen mit Pilotkunden, darunter Forscher aus den Bereichen der Tumorbiologie, Immunologie und Pharmakologie sowie Pharma- und Biotechunternehmen, den Prototypen weiter. „Die Zusammenarbeit mit Pilotkunden zeigt, dass es für unsere Systeme sowohl in der akademischen Forschung als auch in der Medikamentenentwicklung Bedarf gibt“, erklärt Gründer Jonas Lehmann. Für die weitere Entwicklung sucht das Gründerteam jetzt Mitarbeiter an der Schnittstelle zwischen Physik, Elektrotechnik, Informatik und Biologie.

„Wir freuen uns, dass für die Finanzierung dieser disruptiven Technologie in der Zellanalyse ein starkes Investorenkonsortium gefunden wurde“, sagt Marco Winzer vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Dies bildet eine solide Grundlage, um die Finanzierung auch in Zukunft weiter zu begleiten. Florian Kirschenhofer, Start-up-Manager der Max-Planck-Innovation zum Engagement: „Wir freuen uns, dass die Venneos GmbH mit dem Business Angels-Konsortium aus der Region Stuttgart, den Family Offices sowie dem HTGF zwei sehr erfahrene Investoren gewinnen konnte, mit deren Hilfe die vielversprechende Technologie aus dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried ihr Potenzial entfalten kann.“ Die Venneos GmbH wurde im Jahr 2014 gegründet und wird derzeit durch den EXIST-Forschungstransfer gefördert. Das Team besteht zurzeit aus fünf Personen und zählt zu den Gewinnern der Gründerinitiative WECONOMY 2014 und des Science4Life Wettbewerbs 2015.

Das Spin-off Body Labs im Rahmen einer Serie-A-Finanzierung acht Millionen Dollar für seine 3D-Body Modeling-Technologie erhalten. Das 2013 gegründete Unternehmen Body Labs mit Sitz in Manhattan hat eine Technologie entwickelt, die das Ergebnis von fast zehn Jahren intensiver Forschung der Brown University und des Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen ist. Mit dieser Technologie lassen sich auf einfache Weise hochpräzise und realistische Avatare herstellen, die das gesamte Spektrum menschlicher Bewegungsabläufe imitieren können. Mit dem Geld will Body Labs den Wachstumskurs des Unternehmens vorantreiben, den Produktinnovationsprozess beschleunigen und seine führende Marktposition in der 3D-Körpermodellierung ausbauen.

„Mit unserer Technologie ist es zum ersten Mal möglich, die menschliche Körperform über eine digitale Plattform automatisch, präzise und preisgünstig zur Verfügung zu stellen“, erläutert Bill O'Farrell, Mitgründer und CEO von Body Labs. „Zukunftsorientierte Unternehmen können jetzt zuverlässig Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die auf die individuellen Körperformen ihrer Kunden zugeschnitten sind. So wird die kundenspezifische Massenproduktion, die sich der jeweiligen menschlichen Körperform anpasst, schnell zur Realität. Wir spielen dabei eine entscheidende Rolle in dem Prozess, wie Waren designed, hergestellt, gekauft, verkauft und empfohlen werden.“

Die von Body Labs angebotenen Produkte und Dienstleistungen umfassen BodyHub, BodyKit und BodySnap. Der Technologie von Body Labs liegen exklusive Lizenzvereinbarungen mit der Brown University sowie der Perceiving Systems Group des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen zugrunde, wo auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Körpermodellierungstechnologie vorangetrieben wird. Federführend bei der Serie-A-Finanzierung war Intel Capital, die für strategische Investitionen sowie Fusionen und Übernahmen zuständige Organisation von Intel. Sie unterstützt weltweit innovative Technologie-Startups und -unternehmen. Zu den weiteren Investoren zählen FirstMark Capital, Max-Planck-Innovation, Osage University Partners, Catalus Capital, sowie die Firmengründer und einige Firmenangestellte von Body Labs.

Für rund 200 Millionen Euro hat der Pharma- und Medtech-Konzern Baxter die SuppreMol GmbH erworben. SuppreMol wurde im Jahr 2002 als Spin-off des Labors von Robert Huber, Nobelpreisträger für Chemie 1988, am Max-Planck-Institut für Biochemie gegründet und entwickelt in Martinsried innovative Protein-Therapeutika. Der Kauf durch ein weltweit führendes biopharmazeutisches Unternehmen bildet eine ideale Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung neuartiger Medikamente zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Allergien.

SuppreMol verfügt über ein Portfolio neuartiger Immuntherapeutika, die sich auf die Modulation von Fc-Rezeptor-Signalwegen fokussieren. Dieser Therapieansatz basiert auf therapeutischen Proteinen, die eine überschießende und für den Körper schädliche Immunreaktion „ausbremsen“, und könnte so breite Anwendungen bei Autoimmunerkrankungen finden. Für den am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffkandidaten SM101 wurde im Rahmen einer klinischen Phase IIa-Studie bereits erfolgreich die Wirksamkeit bei Patienten gezeigt. SM101 dient der Behandlung von primärer Immunthrombozytopenie (ITP, eine niedrige Thrombozytenzahl verursachende Störung) sowie von systemischem Lupus erythematodes (SLE, eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen gesundes Gewebe richtet).

Das Portfolio umfasst darüber hinaus weitere Wirkstoff-Projekte für andere Autoimmunkrankheiten und allergische Erkrankungen. „SuppreMols Portfolio neuartiger Therapieansätze ergänzt und baut unser führendes und differenziertes Immunologie-Portfolio weiter aus und gibt uns die Möglichkeit, in neue Bereiche mit signifikantem Marktpotenzial sowie erheblichem ungedeckten medizinischen Bedarf vorzudringen“, sagte Ludwig Hantson, Präsident von Baxter BioScience.

Der Kauf bringt die deutsche Biotech-Industrie in Bewegung, handelt es sich laut dem Biotech-Nachrichtenmagazin Transkript doch um die größte Übernahmesumme seit 2011. „Wir freuen uns, dass die Max-Planck-Ausgründung SuppreMol mit Baxter einen sehr starken Partner für die Weiterentwicklung der innovativen Autoimmune-Pipeline, die ursprünglich auf Erkenntnissen vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried basiert, gewinnen konnte“, so Ulrich Mahr, Mitglied der Geschäftsleitung bei Max-Planck-Innovation GmbH und langjähriges Beiratsmitglied von SuppreMol.

Max-Planck-Innovation hat SuppreMol als Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft bereits in der Vorgründungsphase intensiv beraten und dabei unterstützt, das initiale Investorenkonsortium für das Unternehmen zu gewinnen und im Anschluss daran die Ausgründung bis zum erfolgreichen Verkauf an Baxter im Beirat begleitet. Zu den Hauptaktionären des Unternehmens gehörten bisher unter anderem MIG-Fonds, Santo Holding, eine Beteiligungsgesellschaft der Gebrüder Strüngmann, BioMedPartners, FCP Biotech Holding, die KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Z-Cube, Bayern Kapital und die Max-Planck-Gesellschaft.

Neben dem Technologie-Portfolio wird Baxter auch SuppreMols Standort in München erwerben und unterhalten. So werden die mittlerweile 20 Mitarbeiter auch weiterhin am Standort bei München ihre Forschung betreiben und eng mit Baxter zusammenarbeiten: „Neue Therapeutika an die Marktbedürfnisse anzupassen ist eine Herausforderung für Biotechnologie-Unternehmen. Die Zusammenarbeit mit Baxter, einem globalen Marktführer im Bereich Immunologie, ist der ideale Rahmen für SuppreMols vielversprechende therapeutische Projekte und für die Erfüllung unseres ehrgeizigen Ziels, wichtige Autoimmunerkrankungen und schwere Allergien behandeln zu können“, so Klaus Schollmeier, CEO von SuppreMol.

Betrachtet man alle Zusammenschlüsse und Übernahmen in der Life Science-Branche zwischen 2005 und dem ersten Quartal des Jahres 2015, so befinden sich sechs Ausgründungen der Max-Planck-Gesellschaft unter den Top 20. Drei davon sind sogar unter den Top 10 (Biotech M&A Ranking von Ernst and Young).

Im Jahr 2015 hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst and Young zum 19. Mal Unternehmer mit dem Titel „Entrepreneur of the year 2015“ geehrt. Sie werden damit für ihre Innovationskraft und ihr vorbildliches unternehmerisches Engagement gewürdigt, das zur Besetzung neuer Geschäftsfelder geführt hat. Gewinner 2015 in der Kategorie Start-up sind Nobelpreisträger Stefan Hell und Gerald Donnert, die mit der Abberior Instruments GmbH eine wissenschaftliche Revolution in der Mikroskopie weltweit wirtschaftlich nutzbar machen. Der renommierte Unternehmerpreis wurde am 15. Oktober 2015 auf einer feierlichen Galaveranstaltung im Deutschen Historischen Museum Berlin überreicht. Den Festvortrag hielt Günter Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Grundlage für die Ausgründung der Abberior Instruments GmbH aus dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg war die bahnbrechende Entdeckung von Hell, dass man die Abbe'sche Beugungsgrenze überwinden und das Auflösungsvermögen herkömmlicher Lichtmikroskope um das bis zu Zehnfache steigern kann – und prinzipiell noch mehr. Bei den von Abberior Instruments bis zur Produktreife entwickelten STED- (Stimulated Emission Depletion) und RESOLFT- (REversible Saturable Optical Fluorescence Transitions) Mikroskopen werden eng benachbarte Details unter Verwendung eines speziellen Lichtstrahls sequenziell dunkel gehalten, sodass sie nicht gleichzeitig, sondern nacheinander aufleuchten. Somit können sie im Lichtmikroskop deutlich unterschieden werden. Für diese bahnbrechenden Arbeiten wurde Hell im Jahr 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Abberior Instruments mache dieses Mikroskopieverfahren in seiner leistungsfähigsten Form verfügbar. Das bringe die industrielle und akademische Forschung voran und helfe, die Systematik von Krankheiten oder des Lebens zu erkennen, lobte die Jury.

Inkubatoren

Um Erfindungen, die unter anderem aus der Grundlagenforschung der Max-Planck-Institute stammen, industriekompatibel beziehungsweise gemäß den Anforderungen von Eigenkapitalinvestoren zu validieren und damit näher an die Industrie und den Markt heranzubringen, hat Max-Planck-Innovation in den letzten Jahren verschiedene Inkubatoren ins Leben gerufen. Auch im Jahr 2015 gab es bei diesen zahlreiche positive Entwicklungen.

Die von Max-Planck-Innovation im Jahr 2008 in Dortmund eingerichtete Lead Discovery Center GmbH (LDC) beschäftigt sich mit der pharmazeutischen Wirkstoffforschung und treibt Projekte, die aus der Forschung der Max-Planck-Gesellschaft und aus anderen Forschungseinrichtungen stammen, bis zur sogenannten Leitstruktur („Lead“) voran. Im Jahr 2015 hat das LDC eine Million Euro von der Max-Planck-Förderstiftung erhalten. Der Projektzuschuss wird für die Entwicklung von zwei innovativen Wirkstoffansätzen verwendet. Die Mittel stammen paritätisch von der Max-Planck-Förderstiftung und der Helmut Storz-Stiftung, die von der Max-Planck-Förderstiftung (MPF) treuhänderisch verwaltet wird.

Das erste der beiden geförderten Projekte ist ein neuer Wirkstoff zur Behandlung von Entzündungskrankheiten, den das LDC zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik sowie der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung in Halle (Saale) weiterentwickelt. Er adressiert eine Gruppe von Enzymen, sogenannte Cyclophiline, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung akuter Entzündungsreaktionen spielen. Durch ein neues, gezielteres Wirkprinzip soll der neue Wirkstoff unerwünschte Nebenwirkungen bisheriger Cyclophilin-Inhibitoren, wie etwa die Unterdrückung der natürlichen Immunreaktion oder die Schädigungen von Leber und Nieren, vermeiden und zudem niedriger dosiert werden können. Das Projekt birgt Potenzial für die Behandlung von entzündlichen Krankheiten in der Kardiologie und bei Autoimmunerkrankungen.

Das zweite Projekt verfolgt die Hemmung einer hochinnovativen neuen molekularen Zielstruktur zur Behandlung unterschiedlicher Krebsformen, unter anderem Brustkrebs und Ovarialkarzinom. In diesem Projekt profitiert LDC von seinem reichhaltigen Wissen zur Auffindung von neuen Wirkstoffen für diese Enzymklasse und arbeitet eng mit der Forschungseinrichtung Caesar (Center of Advanced European Studies and Research) zusammen, die mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert ist. Beide Forschungsvorhaben wären ohne diese Förderung nicht realisierbar gewesen. Zielsetzung der anwendungsnahen Projekte ist eine Weiterentwicklung durch geeignete Industriepartner im Anschluss an den Förderzeitraum.

Ferner hat das LDC mit Qurient Co., Ltd ein Lizenzabkommen unterzeichnet, mit dem Qurient die weltweiten, exklusiven Rechte an einer Serie hochselektiver CDK7-Inhibitoren aus dem LDC erhält. Zielindikationen sind Krebs, Entzündungen und virale Infekte. Die Partner werden eng zusammenarbeiten, um das Projekt vom aktuellen Stand einer fortgeschrittenen Leitstruktur bis in die klinische Entwicklung voranzubringen. Spätestens mit Erreichen des klinischen Wirksamkeitsnachweises werden sie gemeinsam einen geeigneten Partner für die nachfolgende Lizenzierung und Vermarktung auswählen.

Dies ist der zweite Lizenzvertrag zwischen dem LDC, Max-Planck-Innovation und Qurient. Zugleich markiert er den Start einer umfangreichen Allianz, mit der die Partner den Erfolg der laufenden Kooperation zur Entwicklung von Axl-Kinase-Inhibitoren ausbauen wollen. Sie haben vereinbart, weitere ausgewählte Projekte aus dem LDC-Portfolio im Bereich von Krebs- und Entzündungskrankheiten gemeinsam zu entwickeln. Dabei werden sie über alle Stufen – von der Projektauswahl bis hin zur klinischen Entwicklung und Sublizenzierung – eng zusammenarbeiten. Das LDC wird die frühe Wirkstoffentwicklung und -optimierung leiten, Qurient die präklinische und klinische Entwicklung, typischerweise bis zum Wirksamkeitsnachweis in Patienten. „Wir freuen uns sehr, mit dem LDC einen Partner zu haben, der unserer Entwicklungspipeline innovative Projekte zuführt“, sagt Kiyean Nam, Geschäftsführer von Qurient. „Wie das Axl-Inhibitor-Programm zeigt, erzielen wir gemeinsam eine außergewöhnlich hohe wissenschaftliche Qualität und operative Spitzenleistungen, um Projekte gezielt und effizient voranzutreiben.“

Darüber hinaus hat das LDC die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern vorangetrieben. So hat das LDC mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) eine Partnerschaft zur Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen multiresistente Krankenhauskeime (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus; MRSA) abgeschlossen. Mit AstraZeneca baut das LDC die Partnerschaft zur Identifizierung neuer Medikamente zur Behandlung von Krankheiten mit hohem medizinischen Bedarf weiter aus. Die Partner werden für drei weitere Jahre eng zusammenarbeiten, um neue Projekte in der Onkologie und Neurologie sowie in den Bereichen Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Atemwegs- und Entzündungskrankheiten voranzubringen. AstraZeneca stellt LDC dafür ein erweitertes Set qualitativ hochwertiger Screening-Substanzen zur Verfügung, welches die interne Substanzbibliothek des LDC ergänzt.

Das LDC kooperiert nun mit Johnson & Johnson Innovation, um innovative Wirkstoffansätze, insbesondere aus akademischen Projekten, zu identifizieren und beschleunigt in die Anwendung zu überführen. Der Fokus liegt dabei auf der Behandlung und Prävention von Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf. Künftig wird das LDC auch mit Infinity Pharmaceuticals, Inc. zusammenarbeiten, um gemeinsam besonders aussichtsreiche Projekte zur Entwicklung von Krebsmedikamenten zu identifizieren. „Wir freuen uns sehr, mit Infinity zusammenzuarbeiten. Infinity besitzt beachtliche Kompetenz in der Wirkstoffforschung und -entwicklung und hat bereits ein potenzielles Krebsmedikament in zulassungsrelevanten klinischen Studien. Damit ist das Unternehmen bestens aufgestellt, um innovative Projekte in der Onkologie bis in die Klinik und letztlich zum Patienten zu bringen“, sagt Bert Klebl, Geschäftsführer des LDC.

Die Life Science Inkubator GmbH (LSI), die seit 2009 in Bonn und seit 2013 in Dresden operativ tätig ist, nimmt Gründungsprojekte aus den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik in ihren Räumlichkeiten auf, um diese in ein finanzierungsfähiges Stadium zu bringen. Das inkubierte Ausgründungsprojekt Bomedus GmbH, das einen neuen Lösungsansatz zur dauerhaften Reduktion von chronischen Schmerzen oder Phantomschmerzen mithilfe eines „intelligenten Rückenbands“ beziehungsweise Stumpfbands entwickelt hat, konnte im Rahmen einer strukturierten Finanzierungsrunde zusätzliches Kapital in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro einwerben. Mit dem aufgestockten Kapital soll die Markteinführung weiterer, in der Pipeline befindlicher innovativer Medizinprodukte zur Therapie von chronischen Schmerzen und Phantomschmerzen intensiviert werden, und klinische Forschungsvorhaben sollen in Vorbereitung gehen. Als neue Investoren und Gesellschafter beteiligen sich die NRW.Bank, die Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen, sowie als Privatinvestor Christoph Schug, Financial Expert und im Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen. Weitere Gesellschafter des Unternehmens sind der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der LSI Pre-Seed Fonds (PSF) sowie Andreas Hoeft, Bonn.

Die Bomedus GmbH entwickelt und vertreibt innovative Medizinprodukte zur Therapie von chronischen Schmerzen. Basis des Produktportfolios ist ein neu entwickeltes elektrotherapeutisches Verfahren, die sogenannte Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS). Sie ermöglicht erstmals, nicht-invasiv eine Modulation der krankhaft veränderten neuronalen Reizweiterleitung zu erreichen, die im Zuge der Schmerzchronifizierung entstanden ist. Dies gilt als Voraussetzung für eine nachhaltige Schmerzlinderung beziehungsweise Schmerzbeseitigung. Pharmakologisch ist das bislang nicht möglich, und auch bisherige nicht-invasive elektrotherapeutische Verfahren können es nicht leisten. Damit ist die neu entwickelte Technologie bislang einzigartig. „Die Bomedus GmbH verfügt über eine hochinteressante Technologieplattform, die sich zur Behandlung von sehr verschiedenartigen Schmerzen eignet und damit große Märkte in der Medizintechnik adressiert“, so Thomas Raueiser, Senior Investment Manager der NRW.BANK.

Das ebenfalls vom LSI auf den Weg gebrachte Start-up NEUWAY Pharma GmbH konnte im Rahmen der Erweiterung der Serie A-Finanzierungsrunde um 3,15 Millionen Euro das Gesamtvolumen auf insgesamt 5,85 Millionen Euro erhöhen. Die neu eingeworbenen Gelder wurden vom Lead Investor Wellington Partners, der LSI Pre-seed Fonds GmbH, der KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau und mehreren privaten Gesellschaftern zur Verfügung gestellt. NEUWAY Pharma beschäftigt sich mit der präklinischen und klinischen Entwicklung von innovativen Therapeutika für die Behandlung von seltenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems auf der Basis einer proprietären ZNS Drug Delivery-Plattform.

Neben der Weiterentwicklung ihrer proprietären ZNS Drug Delivery-Plattform ermöglichen die Mittel NEUWAY die Herstellung von Prüfsubstanzen unter GMP-Bedingungen. Ferner konnte der kooperierende LSI Pre-Seed Fonds neue Mittel in Höhe von rund sieben Millionen Euro einwerben und auf dieser Basis die erfolgreiche Kooperation mit LSI um weitere fünf Jahre verlängern.

Im März 2015 wurde die IT Inkubator GmbH in Saarbrücken offiziell eröffnet. Ideen und Erfindungen, die aus Forschungsprojekten der Saarbrücker Informatik und der Max-Planck-Gesellschaft heraus entstehen, sollen künftig auf dem Universitätscampus weiterentwickelt und dann für die Anwendung vermarktet werden. Die Wissenschaftler können dafür entweder selbst Firmen gründen oder die Technologie so weit vorantreiben, dass etablierte Industrieunternehmen Lizenzen erwerben. Zu ihrer Unterstützung haben die Max-Planck-Innovation GmbH und WuT GmbH, die Patent- und Verwertungsagentur der Universität des Saarlands, gemeinsam die IT Inkubator GmbH gegründet. Sie soll die Strukturen schaffen, die Erfinder und Jungunternehmer benötigen, um neue Technologien zur Marktreife zu bringen.

Zur offiziellen Eröffnung des IT-Inkubators stellten am 4. März die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Max-Planck-Präsident Martin Stratmann und Universitätspräsident Volker Linneweber die neue Einrichtung vor. „Große Durchbruchsinnovationen sind ohne solide Grundlagenforschung nicht denkbar“, sagte Martin Stratmann. „Aber um wissenschaftliche Erkenntnisse in Innovation zu überführen, müssen sich Wissenschaft und Unternehmertum zusammenfinden. Das ist die Idee hinter den Inkubatoren – und Saarbrücken ist dafür im Bereich der Computer Science die erste Wahl der Max-Planck-Gesellschaft. Zwei herausragende Max-Planck-Institute, die Universität des Saarlands mit ihrem sehr sichtbaren Schwerpunkt im Bereich Informatik, dem Exzellenzcluster für multimodales Rechnen sowie weitere starke Akteure in der Region zeigen: Hier ist der richtige Ort für den IT-Inkubator.“

In Göttingen wurde im Jahr 2014 die Photonik Inkubator GmbH gegründet. Der Photonik-Inkubator bietet Unternehmensgründern mit zukunftsträchtigen Ideen das bestmögliche Umfeld für deren Umsetzung. Innovative Forschungsvorhaben aus den Bereichen Photonik/Optische Technologien und Plasma reifen hier zu einem marktfähigen Produkt. Zusätzlich erhalten die Forscher das betriebswirtschaftliche Know-how, um als Unternehmer erfolgreich am Markt zu agieren. Gute Forschungsbedingungen und kompetente Projektsteuerung bei kompletter Finanzierung – mit der umfassenden Unterstützung des Photonik-Inkubators gelingt der Sprung von der Wissenschaft in die Wirtschaft.

Das erste am Photonik-Inkubator angenommene Projekt FiberLab hat 2015 den 1. Platz in der Kategorie „Gründung“ beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen erhalten. Das Gründer-Team hat einen Sensor mit dem Namen FiberLab entwickelt, der im Prinzip auf dem „Faser-Bragg-Gitter“ basiert, erweitert um die Komponente der Formmessung im dreidimensionalen Raum und der Brechungsindexerfassung von umgebenden Flüssigkeiten. Neben Informationen wie Temperatur, Kraft oder Druck ist dieser faseroptische Sensor in der Lage, seine eigene dreidimensionale Form sehr präzise zu erfassen. Dazu gehören Biegungen, Torsionen und letztlich auch seine eigene Bewegung im Raum. Flexibel integrierbar verleiht er Instrumenten, Textilien und anderen Geräten eine intelligente Wahrnehmung. Bei einem Durchmesser von weniger als einem Viertel Millimeter spielt die Faser ihren entscheidenden Vorteil vor allem bei Anwendungen mit nur minimalem Platzangebot aus, wie es etwa bei Gehirnkathetern der Fall ist. Zudem sind die Sensoren unabhängig von elektrischen oder magnetischen Einflüssen und durch die hohe Temperaturbeständigkeit auch sterilisierbar. Im Laufe des Projekts wird die Prozessierung der Fasern zu einem automatisierten Standard weiterentwickelt, damit bei entsprechenden Stückzahlen die Faser auch als Einmalprodukt verwendbar sein wird.

Forschungsförderung

Max-Planck-Innovation unterstützt Wissenschaftler auch bei der Einwerbung von Fördergeldern. So hat ein vielversprechendes Ausgründungsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft Fördergelder im Rahmen des EXIST-Forschungstransfer, einem Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, für die Weiterentwicklung seiner Technologie und des Geschäftsmodells erhalten: ambiverse hat eine neue Software zum maschinellen Verstehen von Texten entwickelt, das Unternehmen den Zugang zu mehr relevanten Informationen im Internet und besseren Zugriff auf Informationen in eigenen Datenbeständen eröffnet. Im Internet sowie bei großen Datenbeständen in Unternehmen führt die schiere Masse an Texten oftmals dazu, dass mehrdeutige oder variierende Namen von Personen, Orten, Firmen oder Ereignissen nicht eindeutig zugeordnet werden können. Menschen erschließen beim Lesen in der Regel durch den Kontext, wer oder was gemeint ist. Wenn man etwa „Müller war Torschützenkönig in Südafrika“ liest, erkennt ein informierter Leser aus dem Kontext, ob es sich um Gerd Müller, den ehemaligen „Bomber der Nation“, Thomas Müller, seinen würdigen Nachfolger und Torschützenkönig 2010, oder den Namensvetter des ehemaligen Fußballers Gerd Müller, den aktuellen deutschen Entwicklungsminister, handelt. Maschinen können dies jedoch nicht ohne Weiteres verstehen, gleichzeitig ist dieses Wissen jedoch essenziell für ein tiefergehendes Verständnis von digitalen Inhalten.

ambiverse, ein Ausgründungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken, hat eine intelligente Softwarelösung für die automatische und akkurate Erkennung und Auflösung von mehrdeutigen Wörtern und Phrasen in Texten entwickelt. Die Software bildet Wörter im Text auf bestimmte Entitäten wie Personen, Unternehmen, Filme oder Bücher in Referenzrepositorien ab, wie beispielsweise den freien Wissensbasen Wikipedia und WikiData oder auch unternehmensspezifischen Datenbanken. Unternehmen können zudem ihre eigenen Datenbanken und Archive in die Suche einfließen lassen. Diese innovative Technologie ermöglicht so leistungsfähigere Such- und Analysewerkzeuge für Nachrichtenarchive, Unternehmensdokumente, Produktreviews und vieles mehr. Ziel von ambiverse ist es nun, die Software mit den über EXIST erhaltenen Geldern zur Marktreife zu bringen und ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwerfen.

Auch das MPG-Ausgründungsprojekt ultralumina konnte im Jahr 2015 Fördergelder im Rahmen von EXIST-Forschungstransfer für die Entwicklung seiner Technologien sowie des Geschäftsmodells einwerben. ultralumina will mit Produkten aus dem Bereich der Photonik Anwendungen in der Halbleiterindustrie und Materialbearbeitung verbessern. Optische Glasfasern leiten Licht nahezu verlustfrei und finden daher in vielen technischen Bereichen Anwendung, wie etwa in der Datenübertragung, Mess- oder Medizintechnik. Die Nutzung herkömmlicher Glasfaserkabel für die Leitung von (Laser-)Licht im ultravioletten Spektralbereich ist jedoch nur bedingt geeignet, da dieses Licht die Faser beschädigt. UV-Licht wird aber in vielen Bereichen benötigt, insbesondere zur Charakterisierung sensibler Halbleiterbauelemente, in der industriellen Materialbearbeitung sowie der Medizintechnik.

ultralumina, ein Gründungsprojekt des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts in Erlangen, hat nun neue UV-Lichtquellen durch Verwendung von Glasfasern mit hohlem Kern entwickelt. Durch diese hochspezialisierten Fasern kann UV-Laserlicht nicht nur mit sehr geringen Verlusten und ohne Schädigung der Fasern geleitet werden, sondern die neuen Fasern erlauben auch, breitbandiges und hochintensives UV-Licht zu erzeugen. Dies macht die spezifische Bauart möglich, bestehend aus einer mikrostrukturierten photonischen Kristallfaser mit einem hohlen Kern von einigen zehn Mikrometern Durchmesser. Das Team von ultralumina konnte nun mit Unterstützung von Max-Planck-Innovation Fördergelder über das Programm EXIST-Forschungstransfer gewinnen. Mihilfe der Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden die bisherigen Forschungsergebnisse sowie ein Geschäftsmodell zur Gründung eines Unternehmens weiterentwickelt. ultralumina will so in Zukunft optische Geräte (UV-Lichtquellen und Hochleistungslaser) und photonische Hohlkernfasern herstellen und vertreiben.

Ein weiteres Projekt aus dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München konnte mithilfe von Max-Planck-Innovation Fördermittel über den Vorgründungswettbewerb m4 einwerben. Der m4 Award fördert insbesondere Projekte im Bereich der personalisierten Medizin und unterstützt Wissenschaftlerteams bei der Überführung exzellenter Forschung in innovative Produkte und Technologien. Die Förderung soll dazu beitragen, herausragende Projekte zu validieren und zur Ausgründungsreife zu bringen. Das Projekt beschäftigt sich mit der Fettleibigkeit, die eine ernste Erkrankung mit zahlreichen Folgeerkrankungen darstellt und an der aktuell 175 Millionen Menschen leiden. Die derzeitigen medikamentösen Therapieoptionen führen nur zu einem geringen Gewichtsverlust und haben oft schwere Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler des Instituts erforschen eine neue Klasse von Medikamenten, sogenannte selektive FKBP51-Inhibitoren. Diese Wirkstoffe können oral eingenommen werden und wirken lokal in Muskeln und Fettgewebe. Da sie nicht ins Gehirn gelangen, sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten. Mithilfe der Förderung sollen der Wirkstoff optimiert und umfangreiche präklinische Daten erhoben werden. Die m4-Förderung ermöglicht es, die Technologie in den nächsten 24 Monaten weiterzuentwickeln und unter Umsänden im Anschluss ein Unternehmen zur Vermarktung der Technologie zu gründen.

Das Projekt iPAM konnte mit Unterstützung von Max-Planck-Innovation eine Verlängerung der Fördermaßnahme Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP erreichen. Mit dieser Maßnahme will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes die vorhandene Lücke zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung schließen. Das iPAM-Projekt hat die Entwicklung und Validierung eines im Vergleich zu herkömmlichen Techniken deutlich schnelleren Vollbild-Mikroskops, etwa für dreidimensionale Fluoreszenzmessungen, zum Ziel. In der Zellbiologie werden oftmals Konfokalmikroskope eingesetzt. Hier wird eine Probe Punkt für Punkt abgerastert. Die Daten werden erst später zu einem Bild zusammengefügt – ein recht zeitaufwendiges Verfahren.

Ein Team von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen hat daher das iPAM (intelligent Programmable Array Microscope) entwickelt. Dieses Mikroskop soll derartige Abbildungen enorm beschleunigen. Etwa zwei Millionen biegsame Mikrospiegel sorgen für eine gleichzeitige Beleuchtung. Eine fortschrittliche Grafik-Software soll die Daten nahezu ohne Verzögerung auswerten. Das iPAM erlaubt eine individuelle Anpassung von Beleuchtung und Abbildung, ohne dabei größere Teile mechanisch zu bewegen. Im Erfolgsfall wird das iPAM eine sehr hohe Auflösung und Aufnahmegeschwindigkeit zu vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten bieten. Im Rahmen von VIP hat das iPAM-Projekt bis einschließlich 2015 eine Förderung im einstelligen Millionenbereich über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten. Ende 2015 wurde die Fördermaßnahme verlängert. Max-Planck-Innovation unterstützt Wissenschaftler der Institute insbesondere bei der VIP-Antragstellung und begleitet diese im weiteren Verlauf bei der Durchführung, unter anderem mit der Erstellung von Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der Entwicklung einer geeigneten Patentstrategie.

Darüber hinaus hat Max-Planck-Innovation eine Verlängerung derGO-Bio — Gründungsoffensive Biotechnologie, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), für das Projekt LEAP (low-energy anti-fibrillation pacing) unterstützt. Der BMBF-Wettbewerb GO-Bio gibt jüngeren, in der Forschung bereits erfahrenen Wissenschaftlern die Möglichkeit, in Deutschland mit einer eigenen Arbeitsgruppe innovative Forschungsthemen aus dem Gebiet der Biowissenschaften weiterzuentwickeln und zielgerichtet einer wirtschaftlichen Verwertung zuzuführen. Im Rahmen der Förderung soll das Anwendungspotenzial der Entwicklung herausgearbeitet, technologisch validiert und die kommerzielle Verwertung, prioritär mit dem Ziel der Gründung eines Biotech-Unternehmens, vorbereitet werden.

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Abb. 3: Neuartiger Niedrig-Energie-Defibrillator

Das Projekt Leap vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), das mithilfe von Max-Planck-Innovation in den letzten Jahren eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro erhalten hat, konnte im Jahr 2015 eine Verlängerung des Förderzeitraums erreichen. Das Preisgeld ermöglicht es den Forschern, die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung zu schaffen und ihre Erfindung eines Niedrig-Energie-Defibrillators konsequent weiterzuentwickeln. Klinisches Ziel ist hierbei ein implantierbarer Defibrillator, der ein ansonsten innerhalb von Minuten tödliches Herzkammerflimmern beenden kann, ohne dass dem Patienten ein traumatisch schmerzhafter und auch stark gewebeschädigender Stromschlag gegeben werden muss, wie es bisher der Fall ist.

Veranstaltungen

Max-Planck-Innovation organisiert jedes Jahr mit verschiedenen Partnern eine Reihe von Veranstaltungen. Diese sollen dazu beitragen, die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und den Transfer von Forschungsergebnissen in Produkte zu fördern.

Auf den vierten Innovation Days im Dezember 2015 in Berlin wurden aktuelle Forschungsprojekte der Max-Planck-Gesellschaft vorgestellt. Rund 250 Teilnehmer aus Industrie und Forschung haben die Veranstaltung besucht, die von Deutschlands führenden Forschungsorganisationen, der Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Leibniz-Gemeinschaft, organisiert wurde.

Schwerpunktthemen der Präsentationen waren die Bereiche Nutrition & Crop Science sowie Photonics und Sensor Technologies. Mehrere Ausgründungsprojekte, die auf Technologien verschiedener Max-Planck-Institute basieren, haben ihre Entwicklungen präsentiert, darunter Lipotype (Functional Food), Targenomix (Identifizierung von Herbizid-Zielmolekülen durch systembiologische Ansätze), Computomics (Einsatz der Next-Generation-Sequenzierung zur Beschleunigung von Pflanzenzüchtungsprogrammen und zur Verbesserung von Pflanzen), ultralumina (Hohllichtwellenleiter – UV-Licht und Strahlführung), nano.AR (Technische Anwendungen von biomimetischen Nanostrukturen) sowie ultraschnelle Diffraktions- und Imaging-Systeme. Die einzelnen Teams hatten die Gelegenheit, ihre Forschungsergebnisse Venture-Capital-Spezialisten vorzustellen, die aussichtsreiche Beteiligungsprojekte suchen. Das Projekt BIRD (Broadband Infrared Laser for Medical Diagnosis) wurde Industrievertretern präsentiert, die neue Technologien lizenzieren und weiterentwickeln wollen, um sie auf den Markt zu bringen.

Darüber hinaus boten die Innovation Days allen Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten, sich intensiv auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Über die Online-Partnering-Plattform konnten bereits im Vorfeld Treffen vereinbart werden. Die Besucher erhielten die Gelegenheit, sich mit potenziellen Forschungs-, Lizenz- oder Geschäftspartnern in spezielle Gesprächskabinen zurückzuziehen, um Zukunftstechnologien und mögliche Spin-offs zu besprechen. Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt der Innovation Days war die Verleihung des Karl Heinz Beckurts-Preises. Die Innovation Days wurden von Sponsoren wie Siemens, BASF, Bayer, Trumpf, Roche, Sanofi, DIN, Evonik, Zeiss und vielen weiteren Akteuren unterstützt.

Zum neunten Mal jährte sich 2015 der Biotech NetWorkshop. Die gemeinsam von Max-Planck-Innovation und dem Technologietransfer-Unternehmen Ascenion organisierte Gründerveranstaltung stellt eine Plattform zum Erfahrungsaustausch zwischen gründungsinteressierten Wissenschaftlern und erfahrenen Managern bereits ausgegründeter Life Science-Unternehmen aus der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz- und der Leibniz-Gemeinschaft sowie der Medizinischen Hochschule Hannover dar. Die Veranstaltung stößt Jahr für Jahr auf großes Interesse.

Im September 2015 fanden zum dritten Mal die gemeinsam von den Technologietransfereinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz veranstalteten Start-up Days in Dresden statt.

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Abb. 4: Gründerveranstaltung Start-up Days

Die Start-up Days bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Instituten der vier großen Forschungsorganisationen ein umfangreiches Informationsangebot zu allen relevanten Themen der Unternehmensgründung. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Wissenschaftler aus dem biologisch-medizinischen als auch chemisch-physikalisch-technischen Bereich. Die Wissenschaftler haben hier die Möglichkeit, sich durch ein umfangreiches Angebot an Vorträgen und interaktiven Workshops zu den relevanten Themen einer Unternehmensgründung zu informieren und weiterzubilden.

Zahlen und Fakten

Im Jahr 2015 wurden der Max-Planck-Innovation 137 Erfindungen gemeldet (2014: 131) und 69 Verwertungsverträge (inkl. Vereinbarungen zu Gemeinschaftserfindungen/TT-Vereinbarungen) abgeschlossen (2014: 80). Die Verwertungserlöse betragen voraussichtlich 22,0 Millionen Euro (2014: 25,7). Zu diesem Erlös trugen im Jahr 2015 ein Unternehmensverkauf mit einem unmittelbaren Erlös von rund 1,3 Millionen Euro sowie eine kleine Restzahlung aus einem früheren Unternehmensverkauf bei (2014: 100.000 Euro). Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 liegen aufgrund der nachgelagerten Abrechnung verschiedener Lizenznehmer erst ab Mitte 2016 vor.

Im Jahr 2015 gingen im Gründungsbereich drei Ausgründungen aus unterschiedlichen Max-Planck-Instituten hervor, die von Max-Planck-Innovation betreut wurden. Es konnten acht Neubeteiligungen abgeschlossen und für drei Ausgründungen jeweils eine externe Seed/Serie A-Finanzierung, sowie für eine weitere Ausgründung eine Kapitalerhöhung aus dem Gesellschafterkreis umgesetzt werden. Zusätzlich zu den hiermit eingeworbenen rund 8,7 Millionen Euro konnte eine weitere Ausgründung ein Gesellschafter-Nachrangdarlehen von mehr als 30 Millionen Euro zur Finanzierung sichern. Besonders erwähnenswert ist, dass darüber hinaus in den vergangenen Jahren zunehmend Fördermittel, etwa aus dem EXIST-Forschungstransfer, GO-Bio oder m4, für die Vorgründungsphase eingeworben wurden. Seit 2010 konnten allein 23 Gründungsvorhaben aus der Max-Planck-Gesellschaft mit Unterstützung von Max-Planck-Innovation ein Gesamtfördervolumen in Höhe von rund 19,5 Millionen Euro aus verschiedenen Förderprogrammen zur Technologievalidierung und Gründungsvorbereitung einwerben.

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