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Kooperation mit China


Zusammenarbeit mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Stand Mai 2007)

Forschung und Technologie sind für China die Kernelemente und Hoffnungsträger für weiteres wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt. China sucht in steigendem Maße die internationale Zusammenarbeit und ist damit für weltweit führende Forschungseinrichtungen und große internationale Konzerne ein begehrter Partner.

Die im Ausland, insbesondere in Europa und in den Vereinigten Staaten ausgebildeten chinesischen Wissenschaftler stellen ein exzellentes Rekrutierungspotential dar, das zu einer Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Forschung entscheidend beiträgt.

Europa und die USA sind die wichtigsten Kooperationspartner Chinas und in Europa wiederum ist die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) der zentrale Partner der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS), der größten und bedeutendsten Forschungsorganisation Chinas.

Die Max-Planck-Gesellschaft gehört zu den Pionieren in der Kooperation mit China. Mitten im Kalten Krieg zwischen den Machtblöcken und der in China herrschenden "Kulturrevolution" hatte 1974 eine Delegation der Max-Planck-Gesellschaft "eine Reise ins Unbekannte" gewagt. Zurückgekehrt war die deutsche Abordnung mit dem gegenseitigen Versprechen, jährlich einige Wissenschaftler zu kurzen Besuchen auszutauschen.

Portfolio

Inzwischen kommen fast acht Prozent aller ausländischen Nachwuchs- und Gastwissenschaftler, die an Max-Planck-Instituten forschen, aus China, davon etwa die Hälfte aus Instituten der CAS, der andere Teil aus den chinesischen Elitehochschulen. Im Jahr 2006 waren das über 620 chinesische Gastforscher an Max-Planck-Instituten.

Das Ergebnis dieses regen Wissenschaftleraustausches ist erfreulich: Fast Drittel aller Leitungspositionen in der CAS sind mit Wissenschaftlern besetzt, die in Deutschland als Stipendiaten der Max-Planck-Gesellschaft, der Humboldt-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgebildet wurden.

Ergänzt wird der Wissenschaftleraustausch durch eine Vielzahl von Projekten, über die ganze Breite der Disziplinen in denen an Max-Planck Instituten geforscht wird - von der Astronomie über die Materialforschung, die Biowissenschaften, die Mathematik bis hin zu Ökosystemforschung und Psychologie.

Zur gezielten Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses wurden in den 90er Jahren zwei Spezialprogramme entwickelt:

1. Selbständigen Nachwuchsgruppen

Die modellhafte Einrichtung von Selbständigen Nachwuchsgruppen in China im Jahr 1995 zielte darauf ab, jungen im Ausland lebenden chinesischen Forschern die Rückkehr nach China attraktiv zu machen, und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich für Leitungspositionen zu qualifizieren. Mit diesem Programm wird die Chinesische Akademie der Wissenschaften beim Aufbau eines modernen und wettbewerbsfähigen Forschungssystems unterstützt.

Gleichzeitig mit diesem Programm wurden auch wichtige Elemente, wie Wettbewerb und unabhängige Begutachtung eingeführt, denn die Auswahl der Nachwuchsgruppenleiter erfolgte auf der Basis einer internationalen Stellenausschreibung und die Begutachtung durch internationale Fachbeiräte.

Der erste Leiter der in Shanghai eingerichteten Selbständigen Nachwuchsgruppen, Dr. PEI Gang, wurde nach fünf Jahren zum Direktor des größten biowissenschaftlichen Zentrums der CAS, den Shanghai Institutes for Biological Sciences (SIBS) berufen. Auch der Leiter der zweiten Nachwuchsgruppe, Dr. HU Gengxi hat Karriere gemacht: Er finanziert seine Forschungsarbeiten inzwischen aus den Einnahmen mehrerer eigener international bekannter Biotech-Unternehmen.

Beide Forscher haben vielversprechende Karriereperspektiven in den USA zugunsten dieser Nachwuchsgruppenleiter-Positionen aufgegeben. In einem Interview hat Professor Pei Gang seine damaligen Überlegungen zusammen gefasst:

„ Natürlich wollte ich immer zurück nach China, denn ich bin Chinese und China ist meine Heimat. Aber ich wollte, wenn ich zurückkomme, etwas bewegen können. Als ich die Anzeige in „Science“ las, traute ich meinen Augen nicht. Hier war eine Position ausgeschrieben die mir beides ermöglichte: zurückzukehren und etwas zu bewegen.“

Um die guten Erfahrungen zu nutzen und Kontinuität zu garantieren, haben die Max-Planck-Gesellschaft und die Chinesische Akademie der Wissenschaften beschlossen, nach Beendigung der fünfjährigen Laufzeit der ersten beiden Gruppen das Programm in Shanghai fortzusetzen. Die beiden neuen Nachwuchsgruppen werden geleitet von dem Molekularbiologen Dr. Xu Guoliang, MPI für molekulare Genetik/ Columbia University (Thema: Genomic Methylation), und von Dr. Zhou Jinqiu, Princeton University (Thema: How DNA is accurately replicated).

Nachwuchsgruppen in Kunming/Biodiversitätsforschung

Im Jahr 2001 wurde das Konzept der Selbständigen Nachwuchsgruppen nach Kunming übertragen und dort am CAS-Institut für Zoologie zwei Gruppen eingerichtet.

Kunming, darin waren sich die Wissenschaftler beider Seiten einig, bietet aus vielerlei Hinsicht ideale Voraussetzungen für Biologen. Es liegt in einer Region, die sich durch eine bemerkenswerte Biodiversität auszeichnet: Über die Hälfte aller ethnischen Gruppen in China und über die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten kommen dort vor.

Die Erforschung der Artenvielfalt sowie der molekularen Wechselwirkungen zwischen den Organismen eines Ökosystems ist ein sehr dynamisches neues Forschungsgebiet, das international wie innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft große Beachtung findet.

Gemeinsam mit Experten aus deutschen Universitäten hat die Max-Planck-Gesellschaft die Biodiversitäts- und Ökosystemforschung als einen wichtigen neuen Schwerpunkt ihrer Kooperation mit China definiert. Hierbei wurde die Provinz Yunnan als eine für diese Forschung besonders prädestinierte Region identifiziert und die in Kunming von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften geförderten Institute für Zoologie und Botanik als sehr geeignete Partner einer langfristig angelegten Kooperation gewonnen.

Die Nachwuchsgruppen waren für folgende Forschungsgebiete ausgeschrieben: Biodiversity and Ecology, Animal Behavior, Primate Embryology, Gene Function, Gene Evolution, Ethno-Medicine and Anthropology.

Eine international besetzte Kommissionen zur Auswahl der Nachwuchsgruppenleiter hat die beiden jungen Genetiker Dr. Wang Wen, University of Chicago, Department for Ecology and Evolution, Dr. Mao Bingyu, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, als Leiter der ersten beiden Nachwuchsgruppen in Kunming ausgewählt.

2. Max-Planck- Partnergruppen

Zur Förderung der Netzwerkbildung und zur Verstärkung der Anbindung chinesischer Nachwuchskräfte an deutsche Forschungseinrichtungen wurde 1999 die Einrichtung von Partnergruppen in China vereinbart. Diese Gruppen werden von zurückgekehrten chinesischen Nachwuchswissenschaftlern geleitet, die vorher als Stipendiaten an Max-Planck-Instituten geforscht haben.

Begabte junge chinesische Forscher erhalten hier Gelegenheit, ihre mit deutschen Partnern begonnenen Projekte in China fortzusetzen, und sich für wissenschaftliche Leitungsfunktionen in China zu qualifizieren.

Analog zu den Selbständigen Nachwuchsgruppen unterstützt die Max-Planck-Gesellschaft die Gruppenleiter durch Gehaltszuschüsse, während die chinesische Seite Infrastruktur und Geräte sowie Mittel im Rahmen ihrer internen Nachwuchsförderungsprogramme bereit stellt.

Insgesamt hat die Max-Planck Gesellschaft bisher 18 Partnergruppen in China eingerichtet.

Das Partnergruppen-Programm hat sich sehr erfolgreich entwickelt. Die beteiligten Max-Planck-Institute profitieren von den guten chinesischen Nachwuchswissenschaftlern und Doktoranden, deren Qualifikation durch regelmäßige Kontakte der beteiligten Institute, auch auf Leitungsebene, sichergestellt ist. Zahlreiche Publikationen in internationalen Zeitschriften belegen das hohe Niveau der Kooperationen.


China Portal (nur englisch)
http://www.china.mpg.de/
Aktuelle Nachrichten aus China (allgemein)
http://www.faz.net/s/Rub62 ... Ecommon~SThemenseite.html
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