Ansprechpartner

Prof. Nicole Dubilier

Leiterin der Arbeitsgruppe Symbiose

Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie, Bremen

Telefon: +49 421 2028-932

E-Mail: ndubilie@­mpi-bremen.de

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Hydrothermalquellen im Atlantik

Nicole Dubilier und ihre Kollegen sind auf der Suche nach heißen Quellen in der Tiefsee. In ihrem Videoblog beschreiben sie den Alltag auf dem Forschungsschiff Meteor.

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Symbiosen sind Triebfedern der Evolution

Es sollte die Molekularbiologie sein. Es sollte die Symbiose von Würmern mit Bakterien sein. Molekularbiologie deshalb, weil sie auf eine gewisse Weise weniger beschwerlich ist als Physiologie: „Wenn es da einmal klappt, dann ist es gut. Man muss den Versuch nicht fünfmal wiederholen“, sagt die Forscherin. An der Symbiose faszinierte sie der Gedanke der Kooperation, dass nicht nur Egoismus und Konkurrenz die Evolution vorantreiben, sondern auch Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit als Motor von Entwicklung wirken. In dieser Lebensform gibt jeder etwas, was dem anderen hilft. „Das hat mich berührt“, sagt sie, „so sehr, dass es mich bekümmert hat, wenn manche Symbionten ihren Partner betrügen.“

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Nur noch in ruhigen Momenten kommt Nicole Dubilier dazu, selbst Dünnschnitte von organischem Material am Schneidegerät anzufertigen. [weniger]

Das alles wirkt wie eine typisch weibliche Sicht der Dinge: Kooperation statt Egoismus. Derlei Einwände kontert Nicole Dubilier mit Fakten und dem Herzblut der beseelten Forscherin. Dann erzählt sie davon, dass die Symbiose ein urzeitlicher Prozess ist: Ohne Symbiosen hätte sich das Leben auf der Erde nicht entwickeln können. Vor allem die Symbiose zwischen Bakterien und primitiven Einzellern habe die Ausbreitung und Evolution von pflanzlichen und tierischen Zellen befeuert und das Leben bestimmt.

Noch heute beherbergt nahezu jede pflanzliche, tierische und menschliche Zelle mit ihren winzigen Energiekraftwerken, den Mitochondrien, die Nachfahren früherer bakterieller Symbionten – ohne Mitochondrien könnten wir nicht atmen. Dann erzählt sie davon, dass im menschlichen Gedärm unzählige Bakterien gedeihen und sich etwa revanchieren, indem sie die Verdauung unterstützen oder womöglich das Immunsystem stärken. Wohin man auch blickt: Symbiosen, Symbiosen, Symbiosen.

So mag es erstaunen, dass das Forschungsgebiet Symbiose erst Mitte der 1990er-Jahre zaghaft Fahrt aufnahm. Um mehr über die Entstehung dieser Lebensgemeinschaften zu erfahren, brauchte es allerdings ein möglichst schlichtes Modellsystem. Da kamen Olav Gieres darmlose Flachwasser-Bermuda-Würmer mit ihren bakteriellen Symbionten wie bestellt. Die Kulturen der Würmer im Gepäck, machte sich Nicole Dubilier auf zur Harvard University in das Labor von Colleen Cavanaugh, die entscheidend an der Ent­deckung der symbiontisch lebenden Tiefsee-Röhrenwürmer beteiligt war. An derart prominenter Stelle holte sie sich das Rüstzeug der molekularen Technik.

 
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