Ansprechpartner

Prof. Nicole Dubilier

Leiterin der Arbeitsgruppe Symbiose

Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie, Bremen

Telefon: +49 421 2028-932

E-Mail: ndubilie@­mpi-bremen.de

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Hydrothermalquellen im Atlantik

Nicole Dubilier und ihre Kollegen sind auf der Suche nach heißen Quellen in der Tiefsee. In ihrem Videoblog beschreiben sie den Alltag auf dem Forschungsschiff Meteor.

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Nicole Dubilier erforscht am Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie Bakterien und Würmer in der Tiefsee

10. September 2010

Statt als Primaballerina, die sie einmal werden wollte, bewegt sie sich auf dem internationalen Parkett der Wissenschaft – und das mit großem Erfolg: Nicole Dubilier erforscht am Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie Bakterien und Würmer in der Tiefsee.

Text: Klaus Wilhelm

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Gestenreich im Seminarraum: Wenn Nicole Dubilier vor Studenten redet, setzt sie nicht nur auf Diskussion und Humor. Sie spricht auch mit ausgeprägter Mimik und mit ihren Händen. [weniger]

Welch ein Lachen! Tief, herzlich, einnehmend, natürlich, temperamentvoll, kumpelhaft, auch laut. Immer wieder bricht es aus Nicole Dubilier heraus – so, als könne sie gar nicht anders. Selbst, oder gerade, bei den Themen, die ihr Leben bedeuten: die Wissenschaft, die Familie, das Meer.

Man muss sich die Biologin des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie als fröhlichen, gar glücklichen Menschen vorstellen, wenn sie etwa von ihren Exkursionen mit den Forschungsschiffen Meteor, Sonne oder Maria S. Merian in den Atlantik oder Pazifik erzählt. Wenn sie von Symbiosen erzählt, diesen engen Zweckgemeinschaften verschiedener Organismen zum beiderseitigen Nutzen. Vom neuen Kosmos der Molekularbiologie, der die Geheimnisse dieser Symbiosen allmählich enthüllt. Und von Bakterien und Würmern. Ja: von Würmern! Und frisch, zuweilen freimütig in ihrer geerdeten Art erzählen kann sie mindestens so gut wie lachen – und forschen. Sie mag Geschichten und das Leben und ihr Leben. Das zumindest glaubt man sofort zu spüren.

Jetzt sitzt Nicole Dubilier in ihrem schlichten Büro im ersten Stock des Bremer Instituts. An der Pinnwand eine Karte mit Geburtstagsgrüßen von der Crew der Maria S. Merian und ein humoristischer „Taufschein“ von der Crew der Meteor für das Überqueren des Äquators auf hoher See. Ein paar Schreibtische und Regale mit Fachliteratur, ein Ausblick auf den Garten und den Teich des Instituts und in der Ferne den Wald des Bürgerparks – ein Ausblick, der durchaus als Quell der Kreativität dienen dürfte. Von diesem Büro aus leitet „Nicole von Wurm“, wie das selbstironische und doch tief symbolhafte Namensschild an der Bürotür bezeugt, seit 2001 die inzwischen zwölfköpfige Selbstständige Arbeitsgruppe „Symbiose“.

Dreierkiste mit einem Wurm und zwei Bakterien

Dieses Forschungsfeld hat das Energiebündel von der Waterkant – Nicole Dubilier lebt seit Ende der 1970er-Jahre in Hamburg – in der vergangenen Dekade maßgeblich mitgeprägt. Sie entdeckte eine neue Form der Zweckgemeinschaft: eine symbiontische „Dreierkiste“ mit einem Wurm und zwei Bakterien, bei der, anders als angenommen, alle Beteiligten profitieren. Die Entdeckung war der renommierten Fachzeitschrift Nature einen „Letter“ wert. Der Ritterschlag für jeden Forscher: „Ich war damals mächtig stolz.“ Sie lacht.

Tatsächlich hat der Wurm aus dem Mittelmeer vor Elba „mein wissenschaftliches Leben schlagartig verändert“, so Dubilier. Nichts deutete in jungen Jahren darauf hin: Weder hat sie als Kind Regenwürmer zerlegt, weil die sich so prächtig regenerieren. Noch hat sie zu Beginn ihres Biologiestudiums Leidenschaften für das Getier entwickelt. Im Gegenteil: Wie alle Bio-Zweitsemester musste sie einen Regenwurm präparieren und dessen Anatomie erkunden. Und den für alle Biologie-Studenten berühmt-berüchtigten Satz im Kükenthal, dem Leitfaden für das Zoologische Praktikum, lesen: „Die Vielfalt der Strukturen, ihre Organisation und Ordnung und die farbliche Abstimmung der Gewebe wird jeden begeistern, der nicht stumpfen Sinnes ist.“ Dubilier lacht: „Dann war ich wohl stumpf.“

 
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