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Topthema Sprache

<p>Sprache bedeutet Kommunikation. Und genau das ist es, was schon Babys antreibt: „Sie wollen kommunizieren – und nicht eine Sprache lernen.“ Angela Friederici weiß, wovon sie spricht; die Linguistin und Neurowissenschaftlerin erforscht die kognitiven Funktionen im erwachsenen und im sich entwickelnden Gehirn mit dem Fokus auf Sprache. </p>

Professionelle Sprachanfänger

21. Februar 2013

Sprache bedeutet Kommunikation. Und genau das ist es, was schon Babys antreibt: „Sie wollen kommunizieren – und nicht eine Sprache lernen.“ Angela Friederici weiß, wovon sie spricht; die Linguistin und Neurowissenschaftlerin erforscht die kognitiven Funktionen im erwachsenen und im sich entwickelnden Gehirn mit dem Fokus auf Sprache.

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<p>Lesen und Schreiben sind doch ganz einfach – jedes Schulkind kann das schon… Das stimmt nicht! Lesen und Schreiben sind eine der bedeutendsten, aber auch komplexesten kulturhistorischen Leistungen, welche die Menschheit hervorgebracht hat. Deswegen fällt es allen Kindern am Anfang auch sehr schwer – was bei Erwachsenen allerdings schnell in Vergessenheit gerät.</p>

Der schwierige Weg vom Laut zur Schrift

22. Februar 2013

Lesen und Schreiben sind doch ganz einfach – jedes Schulkind kann das schon… Das stimmt nicht! Lesen und Schreiben sind eine der bedeutendsten, aber auch komplexesten kulturhistorischen Leistungen, welche die Menschheit hervorgebracht hat. Deswegen fällt es allen Kindern am Anfang auch sehr schwer – was bei Erwachsenen allerdings schnell in Vergessenheit gerät.

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Peter Hagoort, Direktor am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik und des Donders-Instituts für Gehirn, Kognition und Verhalten, erhält in diesem Jahr den Akademie-Professor-Preis der Königlichen Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften (KNAW). Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert und würdigt die Lebensleistung von Forschern, die in ihren Fachgebieten führend sind und die Forschung wegweisend vorangetrieben haben. Die Ehrung findet am 21. Juni 2012 in Amsterdam statt.

Hohe Auszeichnung für Peter Hagoort

23. Mai 2012

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Sprachwissenschaften

Das Orchesterwerk der Sprache

Max-Planck-Direktor Peter Hagoort erforscht die Partitur des Gehirns, die Menschen sprechen lässt

20. Februar 2013

In unserem Kopf geht es wie in einem Orchester zu. Für Peter Hagoort, Direktor am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik ist dies ein treffendes Bild, wenn er erklärt, wie im Gehirn des Menschen Sprache entsteht. „Es gibt unterschiedliche Spieler, verschiedene Instrumente, die zeitlich aufeinander abgestimmt, perfekt zusammenklingen.“
Das Gehirn sammelt zunächst grammatische Informationen über ein Wort, ehe es Informationen über seinen Klang zusammenträgt. Bild vergrößern
Das Gehirn sammelt zunächst grammatische Informationen über ein Wort, ehe es Informationen über seinen Klang zusammenträgt.

Beim Sprechen wandeln wir unsere Gedanken in eine lineare Abfolge von Lauten um. Beim Sprachverstehen passiert genau das Gegenteil: Wir leiten eine Interpretation aus den Sprachlauten ab, die wir hören. An beiden Aspekten sind eng miteinander vernetzte Gehirnregionen – wie das Broca- und Wernicke-Areal – beteiligt, die die neurobiologische Grundlage unsere Sprachfähigkeit bilden.

Der 58-Jährige, Peter Hagoort, der sich schon als Jugendlicher sehr für Literatur und Sprache interessierte, fahndet seit den 1990er-Jahren nach diesen neurobiologischen Grundlagen unserer Kommunikation. Dabei beobachtet er mittels bildgebender Verfahren das Gehirn „in Aktion“: Wie steuert das komplexe Organ, wie wir sprechen und wie wir Gesprochenes verstehen?

Sprache sichtbar machen

Um dieses minutiöses Zusammenspiel zu verstehen, kombinierte er als einer der ersten Forscher psychologische Theorien mit neurowissenschaftlichen Methoden. Da dies nicht ohne neueste Technik geht, gründete Hagoort bereits 1999 in Nijmegen das Donders Zentrum für kognitives Neuro-Imaging. Dort bedient sich ein interdisziplinäres Team von Forschern neuer, hochentwickelter Techniken wie beispielsweise der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie oder der Positronen-Emissions-Tomografie, um herauszufinden, wie es dem Gehirn gelingt, Funktionen wie Gedächtnis, Sprache, Beobachtung, Aufmerksamkeit, Gefühle und Bewusstsein zu kombinieren.

Peter Hagoort Bild vergrößern
Peter Hagoort

Besonders faszinierte den Niederländer der Zeitablauf der Sprache. So entdeckte er beispielsweise, dass das Gehirn zunächst grammatische Informationen über ein Wort sammelt, ehe es Informationen über seinen Klang zusammenträgt. Diese erste, zuverlässige Echtzeitmessung von Spracherzeugung im Gehirn bildete die Grundlagen dafür, dass Forscher Sprechende beim Sprechen zusehen konnten und so neue Erkenntnisse auch darüber erhielten, warum das komplexe Orchesterwerk der Sprache beispielsweise nach Schlaganfällen oder Krankheiten, wie Dyslexie und Autismus gestört ist.

„Sprache ist ein essentieller Teil menschlicher Kultur, der uns von anderen Spezies unterscheidet“, sagt Hagoort. „Bereits Kleinkinder verstehen Sprache, noch bevor sie zu sprechen beginnen. Sie beherrschen komplexe Grammatiken – noch bevor sie 3 und 13 zusammenzählen können. „Unser Gehirn ist sehr früh auf Sprache eingestellt“,  betont Hagoort und verweist damit auf Forschungsergebnisse. Wie sich das Orchester im Kopf genau zusammensetzt und letztlich die Partitur des Sprachprozesses aussieht, daran forscht Hagoort weiter.

            BA

 
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