Ansprechpartner

Dr. Fabian Walter

Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg
Telefon:+49 6221 528-225

Hintergrundinformationen

Das IRAM-Interferometer

In den französischen Alpen, auf dem 2550 Meter hoch gelegenen Plateau de Bure, steht eines der leistungsfähigsten Teleskope für Millimeterstrahlung: das Observatorium des Institut de Radioastronomie Millimétrique, kurz IRAM.

Weitere Artikel

Was das Auge nicht sieht: Rund 400 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt treibt der Comahaufen im All. Optische Teleskope zeigen nur die einzelnen Galaxien (graue Flecken). Röntgenspäher wie der Satellit Rosat hingegen enthüllen eine ausgedehnte Gasatmosphäre (rot). Copyright: MPI für extraterrestrische Physik

Die Architektur des Alls

28. Januar 2013

Was das Auge nicht sieht: Rund 400 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt treibt der Comahaufen im All. Optische Teleskope zeigen nur die einzelnen Galaxien (graue Flecken). Röntgenspäher wie der Satellit Rosat hingegen enthüllen eine ausgedehnte Gasatmosphäre (rot). Copyright: MPI für extraterrestrische Physik [mehr]
Sollten die Kosmologen Recht haben, dann gibt es im All eine neue Form von Materie, die sechsmal häufiger vorkommt als die uns bekannte. Sie ist unsichtbar und heißt daher Dunkle Materie. Vor 80 Jahren erstmals postuliert, steht ihr direkter Nachweis bis heute aus. Forscher am Max-Planck-Institut für Physik in München und am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg wollen das kosmische Rätsel in den kommenden Jahren lösen.

Die Jagd nach dem Unsichtbaren

17. Dezember 2012

Sollten die Kosmologen Recht haben, dann gibt es im All eine neue Form von Materie, die sechsmal häufiger vorkommt als die uns bekannte. Sie ist unsichtbar und heißt daher Dunkle Materie. Vor 80 Jahren erstmals postuliert, steht ihr direkter Nachweis bis heute aus. Forscher am Max-Planck-Institut für Physik in München und am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg wollen das kosmische Rätsel in den kommenden Jahren lösen. [mehr]
<p>Astronomen gehen seit längerem davon aus, dass überreichliche Sternproduktion in der Gegenwart die Möglichkeiten einer Galaxie einschränkt, auch in Zukunft Sterne zu erzeugen. Nun hat ein Team, zu dem auch Fabian Walter vom Max-Planck-Institut für Astronomie gehört, die ersten detailreichen Bilder dieser Art selbstlimitierenden galaktischen Verhaltens aufgenommen: molekulares Gas, Rohmaterial der Sterngeburt, das aus den Sternentstehungsgebieten in der Sculptor-Galaxie (NGC 253) strömt. Die Beobachtungen gelangen mit dem jüngst in Betrieb genommenen Verbundteleskop ALMA in Chile.</p>

Die Grenzen des galaktischen Wachstums

24. Juli 2013

Astronomen gehen seit längerem davon aus, dass überreichliche Sternproduktion in der Gegenwart die Möglichkeiten einer Galaxie einschränkt, auch in Zukunft Sterne zu erzeugen. Nun hat ein Team, zu dem auch Fabian Walter vom Max-Planck-Institut für Astronomie gehört, die ersten detailreichen Bilder dieser Art selbstlimitierenden galaktischen Verhaltens aufgenommen: molekulares Gas, Rohmaterial der Sterngeburt, das aus den Sternentstehungsgebieten in der Sculptor-Galaxie (NGC 253) strömt. Die Beobachtungen gelangen mit dem jüngst in Betrieb genommenen Verbundteleskop ALMA in Chile.

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Astronomie

Sternfabriken am Ende der Welt

Wissenschaftler am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie wollen die dunkle Epoche des Universums erhellen

20. Dezember 2012

Als das All vor 13,7 Milliarden Jahren auf die Welt kam, gab es zunächst nur Strahlung. Doch wenige hundert Millionen Jahre später war der Raum erfüllt mit Galaxien – ungemein produktiven Sternfabriken, die nicht so recht ins Bild einer allmählichen kosmischen Evolution passen. Forscher wie Fabian Walter vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie versuchen, Licht in die dunkle Epoche des Universums zu bringen.

Text: Alexander Stirn

Tiefer Blick ins All: Dieser Ausschnitt aus dem <em>Hubble Ultra Deep Field</em> zeigt Galaxien am Rand von Raum und Zeit. In solchen jungen Milchstraßen werden jede Menge Sterne geboren. Bild vergrößern
Tiefer Blick ins All: Dieser Ausschnitt aus dem Hubble Ultra Deep Field zeigt Galaxien am Rand von Raum und Zeit. In solchen jungen Milchstraßen werden jede Menge Sterne geboren. [weniger]

Griffige Bezeichnungen für eigentlich unbegreifliche Vorgänge zu finden, hat Astronomen noch nie vor ein Problem gestellt: Dark Ages, das dunkle Zeitalter, nennen sie etwa jene Ära, die knapp 380000 Jahre nach der Geburt des Universums beginnt. Zu dieser Zeit machen sich die positiv geladenen Ionen aus dem Urknall gerade daran, frei umherschwirrende Elektronen einzufangen – das Nachleuchten des Big Bang verfliegt. Noch haben sich allerdings keine Sterne gebildet, die Licht in die plötzliche Dunkelheit bringen könnten.

Nicht nur kosmologisch ist das ferne Zeitalter eine dunkle Periode. Auch die Wissenschaft tut sich bisher schwer, die damaligen Vorgänge zu erhellen: Beobachtungen rund um die Geburt der ersten Sterne gibt es so gut wie keine. Die Forscher sind daher auf Simulationen und theoretische Überlegungen angewiesen.

Langsam ändert sich das jedoch. „Da unsere Teleskope immer besser und immer empfindlicher werden, sehen wir heute Dinge, die vor zehn Jahren nicht möglich waren“, sagt Fabian Walter, Astronom am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie. Dort untersucht der 41-Jährige, wie und wann die ersten Sterne entstanden sind, wie produktiv die frühen Galaxien waren und wo genau die stellaren Kinderstuben lagen.

Ein ums andere Mal stellen er und seine Kollegen die Theoretiker dabei vor ungeahnte Probleme – und das dürfte so weitergehen. Walter sagt: „Das Studium von Galaxien in der Frühphase des Universums wird sich in den kommenden Jahren zu einem zentralen Forschungsgebiet für Astronomen entwickeln.

Teleskop durchleuchtet die Jugend des Alls

Eine Galaxie taucht auf: Das Objekt HDF850.1 ist auf dem Ausschnitt des <em>Hubble Deep Field</em> (gelbes Quadrat) gar nicht zu sehen. <br /><br /> Bild vergrößern
Eine Galaxie taucht auf: Das Objekt HDF850.1 ist auf dem Ausschnitt des Hubble Deep Field (gelbes Quadrat) gar nicht zu sehen.

[weniger]

Noch ist es eine Detektivarbeit – eine mühsame Suche, die so gar nichts mit den bunten Bildern zu tun hat, welche die Astronomie sonst produziert. Im Treppenhaus des Heidelberger Instituts, einem Betonbau auf dem Königstuhl hoch über der Stadt, hängen viele dieser typisch-farbenfrohen Aufnahmen. Sie zeigen planetarische Nebel, Sternhaufen, Spiralgalaxien. Zwischen all den Hinguckern hängt auch eine unscheinbare Aufnahme, hauptsächlich schwarz, mit vielen pixeligen Farbklecksen. „Hubble Ultra Deep Field“ steht darunter.

Es ist ein Blick in die tiefsten Tiefen des Alls. Viele hundert Stunden lang hat das Weltraumteleskop Hubble seine Augen auf eine Region des Himmels gerichtet, die auf einem Daumennagel am ausgestreckten Arm nur einen Quadratmillimeter groß wäre. Selbst extrem alte, extrem schwach leuchtende Objekte sind darauf noch auszumachen. „Manche dieser Galaxienbilder setzen sich lediglich aus ein paar hundert Photonen zusammen“, sagt Walter und deutet auf einen rötlich schimmernden Fleck.

Die Farbe ist kein Zufall: Seit dem Urknall hat sich das Universum immer weiter ausgedehnt. Dabei wurden auch die Photonen, die Teilchen des Lichts, gestreckt. Ihre Wellenlänge hat sich zwangsläufig vergrößert – und zwar umso mehr, je weiter das Objekt, das sie einst ausgesandt hat, von der Erde entfernt ist.

 
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