Die Autoren

<p>ist Mitglied der Rechtsabteilung des Wellcome Trust. Er ist für den Datenverbund, Open Access und für Digitalisierung zuständig. Zudem betreut er die juristische Seite britischer und internationaler Programme zur Forschungsförderung. Außerdem gehört Bird dem Beratungskomitee der amerikanischen Gesundheitsbehörde für die Datenbank PubMed Central an.</p>

Chris Bird

ist Mitglied der Rechtsabteilung des Wellcome Trust. Er ist für den Datenverbund, Open Access und für Digitalisierung zuständig. Zudem betreut er die juristische Seite britischer und internationaler Programme zur Forschungsförderung. Außerdem gehört Bird dem Beratungskomitee der amerikanischen Gesundheitsbehörde für die Datenbank PubMed Central an.

<p>hat einen Masterabschluss in Genetik der University of Cambridge und arbeitet heute als Richtlinienberater des Wellcome Trust. In dieser Rolle koordiniert er strategische Planungsaktivitäten und zeichnet federführend ver antwortlich für die Entwicklung sowie Vermittlung der Trust-Richtlinien zur Datennutzung, zum Open-Access-Veröffentlichungskonzept und zur Gentechnik.</p>

David Carr

hat einen Masterabschluss in Genetik der University of Cambridge und arbeitet heute als Richtlinienberater des Wellcome Trust. In dieser Rolle koordiniert er strategische Planungsaktivitäten und zeichnet federführend ver antwortlich für die Entwicklung sowie Vermittlung der Trust-Richtlinien zur Datennutzung, zum Open-Access-Veröffentlichungskonzept und zur Gentechnik.

Kulturwissenschaften . Rechtswissenschaften . Sozialwissenschaften

Eine neue Arena für die Wissenschaft

Wissenschaft lebt von Ergebnissen – und die sollen frei zugänglich sein

7. November 2012

Das steckt, auf einen kurzen Nenner gebracht, hinter dem Schlagwort Open Access. Aber in der Welt der Wissenschaft ist diese Form des Publizierens noch keineswegs die Norm. Unsere Autoren fordern, dass Politik und Forschungseinrichtungen den Weg ebnen und aktiv zu einem Meinungswandel beitragen.

Text: Chris Bird und David Carr

Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen müssen immer höhere Subskriptionsgebühren an die Verlage zahlen, um Zugang zu Ergebnissen jener Forschung zu erhalten, die sich zumindest teilweise aus ihren Finanzmitteln und Ressourcen speisten. Bild vergrößern
Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen müssen immer höhere Subskriptionsgebühren an die Verlage zahlen, um Zugang zu Ergebnissen jener Forschung zu erhalten, die sich zumindest teilweise aus ihren Finanzmitteln und Ressourcen speisten. [weniger]

Wenngleich die Open-Access-Bewegung mittlerweile mehr als 20 Jahre alt ist, stellt sie im Zusammenhang mit der Publikation wissenschaftlicher Texte eine relativ neue Entwicklung dar. Seit den Anfangstagen im Jahr 1665, als die Royal Society die erste Ausgabe ihrer Philosophical Transactions veröffentlichte, war das wissenschaftliche Publikationswesen geprägt durch ein grundlegendes Abkommen zwischen der Gemeinschaft der Forscher auf der einen und den Verlagen auf der anderen Seite.

Als Gegenleistung dafür, dass ihre Arbeit eine weite Verbreitung in der Fachwelt erfuhr – einschließlich der damit verbundenen Anerkennung ihres gesellschaftlichen Status und ihrer fachlichen Reputation –, waren die Wissenschaftler bereit, auf jede Art von Bezahlung sowie auf die Rechte zu verzichten, die Autoren gewöhnlich zustehen. In „Peer-Reviews“ begutachteten Experten die Artikel vor der Veröffentlichung und garantierten so deren Qualität. In klassischen Modellen wissenschaftlicher Publikationen kompensieren die Verlage die Kosten für die Herstellung und Verteilung der Artikel, einschließlich jener für die Koordinierung der Peer-Reviews, indem sie von den Lesern und Bibliotheken für den Zugriff auf ihre Zeitschriften Gebühren verlangen.

Mehr als drei Jahrhunderte lang hat dieses Verfahren verhältnismäßig gut funktioniert. In den 1990er-Jahren kamen jedoch erste Zweifel auf, ob die Interessen der Wissenschaft tatsächlich noch bestmöglich vertreten waren. Dabei brachten zwei wichtige Triebfedern die Dinge nachhaltig in Bewegung: Erstens eröffnete das aufkommende Internet völlig neue Möglichkeiten, Forschungsergebnisse in kürzester Zeit zu verbreiten – obendrein zu erheblich geringeren Kosten, da die bisherige Abhängigkeit von gedruckten Publikationen wegfiel.

Zweitens mussten Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen immer höhere Subskriptionsgebühren an die Verlage zahlen, um Zugang zu Ergebnissen jener Forschung zu erhalten, die sich zumindest teilweise aus ihren Finanzmitteln und Ressourcen speisten. Zu profitieren schienen davon allein die kommerziellen Verlage, verzeichneten sie doch stetig steigende Gewinne.

Diese Faktoren führten schließlich zur Entwicklung neuer Publikationskonzepte, bei denen es darum ging, Informationen mithilfe der Möglichkeiten des Internets allen frei zugänglich zu machen. Anfang des neuen Jahrtausends erreichten diese Bemühungen mit dem Start der frei zugänglichen Datenbank PubMed Central, der Public Library of Science (PLOS) und des Verlags BioMed Central einen ersten Höhepunkt.

Es folgte eine Reihe von Stellungnahmen und Erklärungen aus einflussreichen Kreisen. Zu nennen sind hier vor allem die Budapest-Initiative aus dem Jahr 2002, die Bethesda-Stellungnahme 2003 sowie die Berliner Erklärung aus demselben Jahr. Die Berliner Erklärung war das Ergebnis der ersten Berlin-Konferenz der Max-Planck-Gesellschaft zum Thema Open Access. Seitdem gilt diese jährlich stattfindende Veranstaltung als das wichtigste internationale Diskussionsforum.

Seit der Ausbreitung der Open-Access-Bewegung haben sich zwei Methoden herauskristallisiert, mit deren Hilfe Forschungsarbeiten öffentlich zugänglich gemacht werden können: das goldene und das grüne Modell. Beim goldenen Open Access richtet der Verlag sofort zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einen freien Zugriff ein und stellt dem Autor im Gegenzug eine Gebühr in Rechnung; außerdem erhält das Dokument eine geeignete Lizenz, sodass die Inhalte weiterverwendet werden können – vorausgesetzt, es erfolgt die korrekte Zitierung mit Nennung des Autors.

 
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