5. November 2012
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Angesichts wachsender Schuldenberge und dem zunehmenden Druck der EU auf die deutsche Politik stellt sich die Frage, wie groß die Handlungsspielräume der Bundesregierung derzeit sind. Wolfgang Streeck sieht in der Austeritätspolitik eine akute Gefahr für die demokratische Werteordnung: denn wie lassen sich gleiche Bildungschancen und soziale Gerechtigkeit finanzieren, wenn jeder Steuereuro bereits verplant ist? Das Problem kleiner werdender Gestaltungsmöglichkeiten der Politik beurteilt er mit Blick auf die langfristige Entwicklung der Allianz zwischen Demokratie und Kapitalismus. Sie begann in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Geschichte aufeinander folgender Wirtschaftskrisen. Wie sind die aktuellen Bemühungen zur Stabilisierung des Euro, der Stabilitätspakt und die Situation der USA vor und nach der Bankenkrise vor diesem Hintergrund zu beurteilen? Und welche wirtschaftspolitischen Entscheidungen sind die richtigen?
Wolfgang Streeck leitet zusammen mit Jens Beckert das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Frankfurt/M., Bielefeld, der Columbia University New York und am Wissenschaftszentrum Berlin lehrte und forschte er als Professor für Soziologie und Industrielle Beziehungen an der University of Wisconsin-Madison. Er gehört zu den renommiertesten deutschen Soziologen, der sein Fach eng mit Politikwissenschaft und Ökonomie verbindet. Schwerpunkte seiner vielfältigen Arbeit sind die Konstitution des modernen Sozialstaates, die Theorie des institutionellen Wandels, Kapitalismusforschung und derzeit insbesondere die staatlichen Finanzkrisen in unterschiedlichen nationalen Systemen.
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Streeck, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Moderation: Ralph Bollmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
TERMIN 5.11.2012, 19 Uhr
ORT Einstein-Saal
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Jägerstr. 22/23
10117 Berlin-Mitte
Anmeldung erbeten bis zum 30.10.2012 unter: mpgberlin@gv.mpg.de