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Berlin. Science Slam

Bühne frei für die Wissenschaft

Beim Science Slam am 13. September in Berlin kam es darauf an, Forschungsergebnisse möglichst unterhaltsam, ungewöhnlich und fantasievoll auf die Bühne zu bringen. Drei Nachwuchsforscher aus Max-Planck-Instituten stellten sich der Herausforderung - und überzeugten das Publikum durch ihre kreativen Ideen.

13. September 2012

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Der Sieger des Abends, Simon Barke vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, begeisterte durch seine lebhafte Erklärung der Raumzeit. [weniger]

Die Nachwuchsforscher präsentierten Fakten und Erkenntnisse ihrer Forschungsprojekte schmackhaft verpackt in jeweils zehn Minuten origineller Live-Unterhaltung und stellten sich der Entscheidung des Publikums. Die Zuschauer waren dabei die Punktrichter und kürten den Gewinner des Abends. Mit dabei waren im Kreuzberger Club Lido auch drei Slammer aus Max-Planck-Instituten: Der Sieger des Abends, Simon Barke vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, begeisterte auch Nicht-Physiker für die unsichtbare vierte Dimension, die Raumzeit. Sebastian Bathiany vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie ging der Dreiecksbeziehung zwischen Pflanzen, Regen und Klima nach. Und wem Würfelspiele zu ungewiss sind, den konnte Jan Nagler beruhigen: der Sieg ist (fast) vorhersehbar! Er versucht am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation dem Zufall auf die Spur zu kommen.

Was reizt sie an Science Slams teilzunehmen? "Die einfachsten Dinge sind oft derart kompliziert und langatmig umschrieben, dass niemand mehr weiß, was gemeint ist", sagt Simon Barke. "Ein Science Slam ist das Gegenteil. Mir macht es Spaß zu zeigen, dass Physik - so komplex sie auch sein mag - verständlich ist und gleichzeitig sogar unterhalten und vor allem faszinieren kann. Wenn Zuschauer, die anfangs stöhnen, wenn ein "Physiker" angekündigt wird, hinterher begeistert mehr wissen wollen, habe ich gewonnen".

Für Jan Nagler ist ein Science Slam wie ein Urlaub: "entspanntes Erzählen im kleinen Kreis ohne größere Zeitlimits". Sebastian Bathiany fasziniert "das Ausdenken von zum Teil witzigen Geschichten": "Meine Erfahrung als Student war, dass viele Wissenschaftler nicht besonders anschaulich erklären, vielleicht weil sie sich nicht erinnern, wie es ist, wenn man etwas nicht versteht. Oft wird dann die Ausrede bemüht, man könne komplizierte Dinge eben nicht erklären. Ich hoffe, dass Science Slams dazu beitragen, dass solche Vorurteile abgebaut werden".

Nach dem Vorbild des Poetry Slam hat sich der Science Slam inzwischen als beliebte wie anspruchsvolle Veranstaltung in ganz Deutschland etabliert. Auch zum Science Slam in Berlin kamen mehr als 500 überwiegend junge Leute, die sich im Club Lido auf ausverkauften Plätzen drängelten. Im Gegensatz zum Poetry Slam sind beim Science Slam Requisiten, Powerpoint-Präsentationen und die Einbindung nichtsahnender Zuhörer erlaubt. Die Idee dazu hatte 2009 die Molekularbiologin und Wissenschaftsjournalistin Julia Offe, die davon überzeugt ist, dass auch schwierige Forschung für jeden Laien zu verstehen ist.

Neben Simon Barke und Sebastian Bathiany, welche die ersten beiden Plätze belegten, spielte sich Arndt Pechstein von der Freien Universität Berlin auf den dritten Rang.

CR/BA


        

 
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