Holger Mitterer
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12. November 2009
Mitterer und McQueen konnten zum ersten Mal nachweisen, dass sich Zuhörer auf den ungewohnten regionalen Akzent einer Fremdsprache einstellen können. Niederländische Studenten verbesserten ihr Hörverständnis von schottischem oder australischem Englisch bereits nach 25 Minuten Videopräsentation. Die englische Untertitelung des Filmmaterials steigerte diesen Lerneffekt. Eine niederländische Untertitelung wirkte sich dagegen nachteilig aus. Mitterer und McQueen erklären diese Effekte mit früheren Forschungsergebnissen ihrer Gruppe über perzeptuelles Lernen für die Sprachwahrnehmung.
Zuhörer können ihr Wissen darüber, wie Wörter normalerweise klingen, dazu benutzen, um - allgemein, unabhängig von den gehörten Wörtern - die ungewohnt ausgesprochene Sprache entsprechend anzupassen. Das scheint bei einer Untertitelung ebenfalls zuzutreffen. Wenn ein englisches Wort mit schottischem Akzent ausgesprochen wurde, erklärten die englischen Untertitel dem Wahrnehmenden, um welches Wort es ging, und damit auch, wie es üblicherweise klingt. Dadurch wurde es für die Studenten einfacher, sich auf den Akzent einzustellen. Im Gegensatz dazu erfüllten niederländische Untertitel diese Lernfunktion nicht und lenkten die Studenten, indem sie ihnen eine Übersetzung der gesprochenen Inhalte lieferten, von der ungewohnten Aussprache ab.
Aus den Ergebnissen lassen sich auch Schlüsse zum besseren Erlernen von Fremdsprachen ziehen. Da fremdsprachliche Untertitel die Gewöhnung Erwachsener an Fremdsprachen offensichtlich fördern, sollten sie auch, wann immer möglich (etwa auf DVDs), eingesetzt werden, um das Hörverständnis beim Erlernen von Fremdsprachen zu verbessern. Da muttersprachliche Untertitelungen dieser Art von Lernen eher im Wege stehen, sollten auch in Fernsehprogrammen fremdsprachliche Untertitel als optionales Angebot zur Verfügung stehen, fordern die Wissenschaftler.