13. Juni 2012
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Die Gesamtheit aller Proteine einer Zelle oder eines Organismus bezeichnet man als Proteom und seine Erforschung als Proteomik. Der Mathematiker und Physiker Matthias Mann hat die „large scale proteomics“ und damit die Erfassung aller Proteine von biologischen Systemen entscheidend geprägt. Als sein größter Verdienst gilt, dass er das aus der Physik stammende Verfahren der Massenspektrometrie auf molekularbiologische Fragestellungen übertragen hat. Neben der technischen Weiterentwicklung der Methode, haben Mann und seine Kollegen auch bioinformatische Werkzeuge entworfen, welche die ungeheuren Datenmengen aus dem Massenspektrometer analysieren und auswerten können. Seine Methode ist auch von medizinischem Interesse, um beispielsweise das Proteom von gesunden Zellen und Tumorzellen zu vergleichen. Matthias Mann wurde bereits mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet: Allein 2012 erhielt er den Leibniz-Preis, den Schering-Preis und den Louis-Jeantet-Preis.
Mit dem Körber-Preis ehrt die Körber-Stiftung jährlich in Europa tätige Wissenschaftler für Forschungsarbeiten, die sich durch hohes Anwendungspotenzial auszeichnen. Gremien, die sich aus exzellenten, europäischen Wissenschaftlern zusammensetzen, wählen geeignete Kandidaten aus und legen sie dem Kuratorium zur Entscheidung vor. Zusammen mit einem Preisgeld von 750.000 Euro wird den Preisträgern die Auszeichnung im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses verliehen. Mit F.-Ulrich Hartl gewann bereits 2006 ein Direktor des MPIB den Preis.