Science Gallery Talks. Berlin

Leben wir bald ohne Öl? Woher kommt die Energie von morgen?

Beim Science Gallery Talk diskutiert das Publikum mit. Wie können wir die Zukunft der Energie gestalten?

27. Juni 2012

Beim vierten Science Gallery Talk ist wieder das Publikum gefragt: Wie geht es weiter mit der Energiewende? Welche Verantwortung tragen Politiker, Wirtschaft und Verbraucher? Und welche Lösungen hat die Wissenschaft für eine saubere und sichere Energieversorung jenseits von Atomkraft, Kohle und Öl?
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Der Ausbau der Leitungsnetze ist Teil der Energiewende - doch woher kommt der Strom von morgen?

Vor einem Jahr beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie. Zugleich betonen Klimaforscher, dass der CO2-Ausstoß die zentrale Ursache für die Erderwärmung seit den 1980er Jahren ist. – Zwei Fakten, die die Debatte um die Machbarkeit der deutschen Energiewende nicht abreißen lassen. Der vierte Science Gallery Talk greift das Thema auf und fragt Forscher, Laien und Verantwortliche in eingespielten Videoclips und live auf der Bühne. Wie kann eine sichere und saubere Energieversorgung realisiert werden, wenn der globale Bedarf steigt? Welche neuartigen Energiequellen wird die Forschung erschließen? Und wie kann die Energiewende partizipativ gestaltet werden? 

Bei der Frage, wie ein neues Energiesystem zu realisieren ist, hoffen viele auf die Naturwissenschaften. Chemiker, Physiker und Biologen sind gefordert, neuartige Energiequellen zu erschließen, indem sie innovative Technologien vorantreiben. Das allerdings funktioniert erst, wenn die Grundlagen von Prozessen der Energiewandlung im Detail verstanden sind. Der Chemiker und Experte für globale Energiefragen Ferdi Schüth leitet am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung Mülheim die Abteilung Heterogene Katalyse. Neue Katalysatoren als Motoren chemischer Wandlungsprozesse sind ein entscheidendes Hilfsmittel, in Zukunft regenerativ gewonnene Energie kosteneffizient umzuwandeln, zu speichern und transportabel zu machen. In der Entwicklung sind bereits neue Feststoffe, die Wasserstoff sicher speichern können, um z.B. Autos anzutreiben.

Zu fragen ist aber auch nach den Folgen der Umbau des Energiesystems für unseren Lebensstil und die Ökonomie. Die Energiewende ist nicht nur ein technisches, sondern ein gesellschaftliches Problem. Beim Gallery Talk diskutiert Ferdi Schüth deshalb mit der Politikwissenschaftlerin Miranda Schreurs. Sie leitet die Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin und ist Mitglied zahlreicher internationaler Beratungsgremien zur Nachhaltigkeit und Energiepolitik. Im Kern steht dabei die Frage, wie Politiker zu einem wirtschaftlich realistischen  Energiekonzept finden und dabei die Bürger integrieren – national und international. Immer mehr Menschen sind zwar bereit, mehr Geld für saubere Energie auszugeben, doch alltägliche Gewohnheiten zu ändern, bleibt schwierig. Dass zu jeder Uhrzeit ausreichend Strom aus der Steckdose kommt, erscheint heute selbstverständlich, ist tatsächlich aber eine der größten Herausforderungen an die Energieunternehmen, die durch eine steuerbare Kraftwerkstechnik gelöst ist. Wenn wir in Zukunft mehr Strom aus den weniger berechenbaren Energiequellen Wind, Sonne und Wasser gewinnen wollen, könnte das die gleichmäßige Bereitstellung von Energie in Frage stellen. Gibt es dafür technische Lösungen? Oder müssen sich auch das Wirtschaftssystem und das Verbraucherverhalten ändern? Verbraucher, Wissenschaft, Unternehmen, Staaten - bei wem liegt die Verantwortung auf dem Weg in eine postkarbone Kultur?

Wie immer ist das Publikum zur Diskussion eingeladen – intermedial, partizipativ und transdisziplinär. Es wählt per Laserpointer den Experten auf der Bühne oder das nächste Thema im Videoclip und redet am Mikrofon oder per SMS mit.

Mit den Energieexperten:

Prof. Dr. Ferdi Schüth, Chemiker, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung Mülheim

Prof. Dr. Miranda Schreurs, Politikwissenschaftlerin, Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin

Konzeption, Moderation, Filme: Dr. Roman Brinzanik, Tobias Hülswitt, Gunther Kreis

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Beim Science Gallery Talk hat das Publikum die Qual der Wahl: Zwei Experten auf der Bühne und Videoclips setzen das nächste Diskussionsthema. [weniger]

Die Veranstaltung basiert auf dem Buch Werden wir die Erde retten? (Erscheint in Kürze im Suhrkamp Verlag)

Die Max Planck Science Gallery ist vor und nach der Veranstaltung für Sie geöffnet.

27.6.2012, 20 Uhr

Leibniz-Saal │ Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Markgrafenstr. 37/38 │ 10117 Berlin-Mitte

EINTRITT FREI

 
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