26. April 2008
Der 150. Geburtstag des Nobelpreisträgers für Physik, Max Planck, wurde am 26. April 2008 im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt mit einem Festakt gefeiert. Neben der Max-Planck-Gesellschaft ehrten vier weitere Institutionen den berühmten Physiker: die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Physikalische Gesellschaft sowie die Humboldt-Universität zu Berlin. Allen diesen Institutionen war Planck in seiner prägenden Berliner Zeit als Forscher und Wissenschaftsmanager auf besondere Weise verbunden.
Nach der Begrüßung durch Max-Planck-Präsident Peter Gruss hielt Anton Zeilinger vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien den Festvortrag. Der Regisseur und Oscarpreisträger Volker Schlöndorff las aus Briefen und Reden von Max Planck und unterbrach so als "Alter Ego" von Max Planck seine eigene Geburtstagsfeier.
Max Planck, am 23. April 1858 in Kiel geboren, wurde 1889 als außerordentlicher Professor an die Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität für Theoretische Physik berufen, deren Rektor er von 1913/1914 war. "….seit 1889 bin ich hier in Berlin an der Universität …. Also ein alter Berliner. Aber so richtige alte Berliner gibt’s eigentlich gar nicht, die hier geboren sind; da kommt man von einer Universität auf die andere, und dafür bin ich eigentlich sehr sesshaft", schrieb Planck in einem Brief. In der Tat wurde Berlin der Ort seiner größten wissenschaftlichen Erfolge, für mehr als ein halbes Jahrhundert war er mit der Berliner Universität verbunden.
Unmittelbar nach seinem Umzug von Kiel trat Planck in die Physikalische Gesellschaft ein, die er als Vorstandsmitglied, Schatzmeister und Beisitzer maßgeblich prägte. Hier hielt er auch am 14. Dezember 1900 seinen bahnbrechenden Vortrag über die Quantenhypothese, mit der Planck das bis dahin geltende physikalische Weltbild - wider Willen - auf den Kopf stellte und hierfür 1918 den Nobelpreis für Physik erhielt.
In späteren Lebensjahren übernahm Planck vermehrt Aufgaben in Politik und Wissenschaftsorganisationen: Planck war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und über ein Vierteljahrhundert beständiger Sekretär der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Damit war er im vierteljährigen Turnus der Präsident der Akademie und bekleidete so eine der wichtigsten wissenschaftlich-organisatorischen Ämter, die ein Forscher - ohne ganz in den Staatsdienst zu wechseln - übernehmen konnte.
Im Jahr 1930 wurde der 72-jährige Max Planck Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, wobei seine beiden Amtsperioden durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten geprägt waren. Nach dem Krieg erklärte sich Planck bereit, nochmals als Interimspräsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zu fungieren. Als moralische Autorität und Forscher von Weltruhm avancierte Planck im Nachkriegsdeutschland und bei den Westalliierten noch zu Lebzeiten zum Hoffnungsträger eines anderen, besseren Deutschlands. Durch die Bereitschaft der Nachfolgeorganisation der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft seinen Namen zur Verfügung zu stellen, verhinderte er die Zerschlagung der Gesellschaft: 1948 - ein Jahr nach dem Tod Plancks - wurde die Max-Planck-Gesellschaft gegründet.