Prof. Jonathon Howard
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4. Mai 2006
Wenn Zellen sich teilen, bauen sie einen gigantischen Apparat auf, die so genannte Zellteilungsspindel. Diese besteht aus Mikrotubuli, winzigen Protein-Polymeren, die - je nach Bedarf - wie ein Gerüst auf- und abgebaut werden können und gleichsam die Schienen bilden, entlang derer Motorproteine die Chromosomenhälften mit der Erbgutinformation in die entstehenden Tochterzellen ziehen. Bisher noch unklar war die Frage, wie die Länge der Mikrotubuli eigentlich geregelt wird und auf welche Weise die daran beteiligten Proteine überhaupt die Enden der zu regulierenden Mikrotubuli erreichen.
Die Max-Planck-Forscher untersuchten am Beispiel des Proteins MCAK, wie dieses die Enden von Mikrotubuli auffindet. Howard und seine Kollegen fanden die Antwort: "Wir verfolgten einzelne MCAK-Moleküle unter dem Mikroskop und konnten sehen: MCAK dockt nach dem Zufallsprinzip irgendwo an einem Mikrotubulus an und rutscht dann auf dessen Oberfläche hin und her", so der australische Biophysiker.
Diese Zufallsstrategie ist erstaunlich effizient und erfolgreich - auf diese Weise kann MCAK sehr schnell die Mikrotubuli-Enden lokalisieren. Howard weiter: "Wenn es dann dort angekommen ist, frisst es sich wie Pacman, der Computersmiley aus den 1980er-Jahren, in das Ende hinein und lässt nicht wieder los". Die Chromosomenhälften folgen dieser Bewegung und werden so akkurat auf die Tochterzellen verteilt.