23. September 2005
Kaffee oder Tee, Rock oder Hose? In welche Aktie sollte man investieren? Soll ich den Job wechseln? Tagtäglich treffen wir eine Unzahl von Entscheidungen - oft ohne groß darüber nachzudenken. Häufig stehen wir dabei unter Zeitdruck, und meistens stehen uns auch nicht alle Informationen zur Verfügung. Trotzdem sind wir in der Lage, schnell und erfolgreich zu entscheiden. Beim Max-Planck-Forum am 27. September in Berlin wird Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, im Gespräch mit dem Publizisten Roger de Weck erläutern, dass partielle Unwissenheit sogar von Vorteil sein kann. Seine Forschung zeigt, dass dem Menschen eine "adaptive Werkzeugkiste" mit einer Vielzahl von Entscheidungsregeln (Heuristiken) zur Verfügung steht, die, angepasst an die jeweilige Situation, die Entscheidungsfindung erheblich vereinfachen.
Prof. Gerd Gigerenzer beschäftigt sich sich in seinem Forschungsbereich "Adaptives Verhalten und Kognition" mit der Untersuchung kognitiver Strategien, mit denen Menschen unter Zeitdruck und unvollständigem Wissen Urteile fällen und Entscheidungen treffen. Die Forscher seiner Gruppe kommen aus so unterschiedlichen Fachrichtungen wie Ökonomie, Informatik, Psychologie, Mathematik, Anthropologie und Biologie. Sie greifen auf eine Vielzahl von Methoden zurück, um die Regeln zu finden, die den meisten Entscheidungen zugrunde liegen. Gigerenzer preist die Flexibilität des Menschen, die er mit dem schönen Bild des "adaptiven Werkzeugkastens" beschreibt: Entscheidungsregeln können nicht einfach von einer Situation auf die andere übertragen werden, sondern werden an konkrete Situationen und spezifische Problemlagen angepasst.
Das aktuelle Forum ist das 10. in der Berliner Veranstaltungsreihe, die viermal im Jahr aktuelle Themen aus der Forschung der 78 Max-Planck-Institute vorstellt. Das Spektrum reicht von den immer wieder aktuellen Problemen des Geistigen Eigentum über die Zukunft des Alterns, das Völkerrecht bis hin zum Klimaschutz. Die Grüne Gentechnik wurde ebenso erörtert wie die strafrechtlichen Aspekte der Diskussion über den Freien Willen oder die globalen Bedrohungen von "Infektionen, Seuchen, Pandemien". Mit der Diskussion über diese gesellschaftlich relevanten Themen fördert die Max-Planck-Gesellschaft aktiv den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Die Veranstaltung findet am 27. September um 18.00 Uhr im Kultursaal des Quartier 110, Friedrichstr. 180-184/Ecke Taubenstraße statt.
Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung:
Max-Planck-Gesellschaft, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 030/278718-12 oder E-Mail MPG-Forum@vf-holtzbrinck.de.