Priv.-Doz. Dr. Thomas Rudel
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26. Juli 2005
Bei jedem fünften Tumor ist das Ras-Krebsgen verändert. Ein Hauptweg, über den Ras seine transformierende Aktivität vermittelt, ist das Raf-Gen, das selbst in einer Vielzahl menschlicher Tumore verändert vorkommt. Bei zahlreichen Krebsarten verursacht ein ständig aktivierter Ras-Signalweg ein entartetes Zellwachstum. Diese Veränderungen führen schließlich auch dazu, dass sich Krebszellen aus dem Zellverband lösen, im Körper beginnen umher zu wandern und neue Tochtertumore ausbilden.
Die Berliner Forscher entdeckten bei ihrer systematischen Suche nach Genen, die an der Krebsentstehung beteiligt sind, das Prohibitin als wichtiges Glied in der von Ras kontrollierten Signalkette. Wird die Bildung von Prohibitin in Tumorzellen verhindert, stellen diese ihr Umherwandern ein und verbinden sich wieder mit ihren Nachbarzellen.
Dieses auffällige, für Tumorzellen ganz untypische Verhalten läst sich eindrucksvoll im Mikroskop beobachten (s. Abb.): Ohne Prohibitin bilden Krebszellen große Zellklumpen.
Thomas Rudel und weitere Mitarbeiter der Abteilung Molekulare Biologie konnten in Zusammenarbeit mit Ulf Rapp von der Universität Würzburg die Wirkung des Prohibitins aufklären. Prohibitin ist für die Aktivierung des ersten Gliedes des Ras-Signalweges, des Raf-Proteins, verantwortlich. Weil selbst daueraktives Ras-Protein ohne Prohibitin keine tumorfördernde Signale aussenden konnte, hoffen die Forscher, dass man in Zukunft Tumorerkrankungen durch die Hemmung von Prohibitin therapieren kann.