8. Januar 2004
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Aufgrund ihres therapeutischen Potenzials bilden Stammzellen heute ein Schwerpunktthema biomedizinischer Forschung. Um aber dieses Potenzial auch verwirklichen zu können, muss man jene Signalfaktoren kennen, die die Entwicklung einer Stammzelle in die verschiedenen Zelltypen eines Organismus steuern. Ein wichtiger Faktor in der Stammzellbiologie ist das Signalprotein "Wnt". Bei etlichen Arten von Stammzellen, wie zum Beispiel embryonalen Stammzellen oder Stammzellen des Zentralnervensystems, führt "Wnt" zur Zellvermehrung, während gleichzeitig die Entstehung ausgereifter Zelltypen unterdrückt wird.
Wissenschaftler vom Institut für Zellbiologie der ETH Zürich haben nun in Zusammenarbeit mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg eine neue Rolle von "Wnt" entdeckt. In ihrer Studie, die vom Wissenschaftsmagazin "Science" am 8. Januar 2004 vorab in "Science Express" veröffentlicht wird, zeigen die Forscher, dass "Wnt" in Stammzellen des peripheren Nervensystems keinen Einfluss auf deren Vermehrung hat, sondern im Gegenteil die Entstehung bestimmter Nervenzellen anregt. Stammzellen verschiedener Herkunft scheinen also recht unterschiedlich auf die gleichen Signale aus ihrer Umgebung zu reagieren. Für eine zurzeit noch visionäre Stammzelltherapie könnte das bedeuten, dass ein bestimmter Stammzelltyp zwar für die Behandlung einer bestimmten Nervenkrankheit in Frage käme, hingegen ungeeignet für die Therapie einer anderen Krankheit oder Verletzung wäre.