Ansprechpartner

Angelika Lange-Gao

Minerva-Stiftung
Telefon:+49 89 2108-1420

Claudia Kahmen

Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München
Telefon:+49 89 2108-1468

Interview

Im Gespräch mit Martin Stratmann, Max-Planck-Vizepräsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Minerva-Stiftung

Junge Wissenschaftler für das andere Land begeistern

Im Gespräch mit Martin Stratmann, Max-Planck-Vizepräsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Minerva-Stiftung [mehr]

Die Minerva-Stiftung

Die in den sechziger Jahren als Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft gegründete Minerva Stiftung ist heute das Flaggschiff der deutsch-israelischen Wissenschaftskooperationen. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und arbeitet eng mit bedeutenden Universitäten und Forschungseinrichtungen in Israel zusammen. [mehr]

Kooperationen mit Israel

Die Wissenschaft als Brückenbauer

Israel zeigt, wie sehr sich hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung langfristig auszahlen: So hat das Land bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 7,8 Millionen Einwohnern seit der Staatsgründung 1948 bereits sechs Nobelpreisträger in den Bereichen Chemie, Wirtschaft und Weltraumforschung hervorgebracht - das belegt die hohe wissenschaftliche Qualität. Von Peter Gruss

Aktuelles

Auf den Spuren menschlicher Evolution

Gründung des Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot/Israel

11. Januar 2012

Der bereits gut ausgebauten und vielfältigen Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und dem israelischen Weizmann Institut wird ein neuer Baustein hinzugefügt: Am 11. Januar 2012 unterzeichneten Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Weizmann-Präsident Daniel Zajfman den Gründungsvertrag für das neue Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot.
Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Weizmann-Präsident Daniel Zajfman unterzeichnen den Gründungsvertrag für das neue Center Bild vergrößern
Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Weizmann-Präsident Daniel Zajfman unterzeichnen den Gründungsvertrag für das neue Center [weniger]

„Mit der Gründung des gemeinsamen Max Planck Centers gelingt es uns, die historisch gewachsene und mehr als fünfzigjährige Zusammenarbeit der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Weizmann Institut weiter zu vertiefen ″, betonte Max-Planck-Präsident Peter Gruss. Es schließen sich hier zwei in der Grundlagenforschung hervorragend aufgestellte Forschungseinrichtungen zusammen, um neue richtungsweisende Erkenntnisse sowohl in der Archäologie als auch in der Anthropologie zu gewinnen.“

Leiten werden das neue Center Professor Jean-Jacques Hublin, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und Professor Steve Weiner vom Kimmel Center für Archäometrie am Weizmann Institut in Rehovot, Israel.

Wie verbreiten sich Ideen? Warum und wie verändert sich ein Lebensstil? Wie lassen sich unterschiedliche Entwicklungsstadien in verschiedenen Teilen der Welt erklären? Warum migrieren Gruppen von einem geographischen Ort zu einem anderen? Dies sind zentrale Fragen des ersten Forschungsschwerpunktes „The Timing of Cultural Change“ im neuen Center. Die Forscher interessiert dabei insbesondere der Zeitpunkt kulturellen Wandels, aber auch die Verbreitung kultureller Traditionen in einer Region. Antworten hierauf kann die hochauflösende Radiokohlenstoffdatierung bieten. Mit Hilfe der Massenspektrometrie ist eine Präzisierung auf +/- 20 bis 40 Jahre möglich. Mit der Radiokohlenstoff-Kalibrierkurve kann man zudem mitunter bis zu 50.000 Jahre zurückgehen und so den kulturellen Wandel über diesen gewaltigen Zeitraum dokumentieren.

Im Max Planck Weizmann Center soll die Arbeit auf der Ausgrabungsstätte mit der Arbeit im Labor und der Analyse mit Hilfe der Radiokohlenstoffdatierung kombiniert werden, um so verlässliche Ergebnisse zu erhalten.

Der zweite Forschungsbereich des Max Planck Weizmann Centers befasst sich mit dem Thema Knochen- und Zahnstrukturen und deren funktioneller Bedeutung.

Die levantinische Region an der Grenze zwischen Afrika und Eurasien ist einer der zentralen Orte der menschlichen Evolution. Die Forscher interessiert dabei besonders das Nebeneinander von Neandertalern und frühen modernen Menschen. Normalerweise basiert die traditionelle Erforschung von Fossilien auf der beschreibenden Morphologie von Knochen und Zähnen. Seit einiger Zeit werden jedoch zunehmend 3D-Computer-Rekonstruktionen, die auf CT-Scans basieren, verwendet. Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie ist hier weltweit führend. Ein neues hoch auflösendes µCT-Gerät am Weizmann Institut kann hierzu weitere detaillierte Informationen über Zahn- und Knochenstrukturen anbieten. In der Abteilung „Biomaterialien“, geleitet von Professor Peter Fratzl, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm, erforschen Wissenschaftler die Beziehung zwischen Struktur und Funktion bei modernen Knochen und Zähnen. Zu diesem Thema arbeitet auch Professor Steve Weiner vom Weizmann Institut.

Forschungsergebnisse über das Verhältnis zwischen Struktur, Morphologie und Funktion in modernen Knochen und Zähnen können als Basis für die Erforschung dieses Verhältnisses bei fossilen Menschen dienen, von dem man momentan noch kaum etwas weiß. Mit Hilfe dieses neuen Ansatzes erhoffen sich die Wissenschaftler neuartige Ergebnisse, die radikale Veränderungen im Bereich der Anthropologie bewirken könnten.

„Das Kimmel Center in Rehovot, Israel, und das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gehören zu den weltweit innovativsten Forschungszentren auf dem Gebiet der Archäometrie und der Untersuchung zur Knochenentwicklung. Darüber hinaus ergänzen sich beide Seiten hervorragend dank der zwei unterschiedlichen Kompetenzbereiche“, berichtete Professor Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, „Für mich ist es sehr aufregend, mitzuerleben, wie diese beiden Institutionen nunmehr das neue gemeinsame wissenschaftliche Projekt ins Leben rufen.“

Das Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology ist das erste Center, das die Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam mit dem israelischen Weizmann Institut aufbaut. Aktuell werden zehn Max Planck Center an neun Standorten weltweit vorbereitet beziehungsweise aufgebaut.

 
loading content