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Sandra Jacob

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Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig

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Originalveröffentlichung

Eric W. Holman, Cecil H. Brown, Søren Wichmann, André Müller, Viveka Velupillai, Harald Hammarström, Sebastian Sauppe, Hagen Jung, Dik Bakker, Pamela Brown, Oleg Belyaev, Matthias Urban, Robert Mailhammer, Johann-Mattis List, Dmitry Egorov
Automated Dating of the World’s Language Families based on Lexical Similarity
Current Anthropology, 1. Dezember 2011

Film

Sprachwissenschaften

Forscher datieren Sprachfamilien der Welt

Internationales Konsortium entwickelt automatische Methode um zu bestimmen, wann prähistorische Sprachen gesprochen wurden

5. Dezember 2011

Das internationale Forscherkonsortium ASJP (Automated Similarity Judgment Program) hat eine Methode entwickelt, mit der automatisch der Zeitpunkt bestimmt werden kann, an dem eine prähistorische Sprache gesprochen wurde. Das Konsortium ist in der Abteilung Linguistik des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ansässig.
Verteilung der Sprachen und Dialekte entsprechend der ASJP-Datenbank. Bild vergrößern
Verteilung der Sprachen und Dialekte entsprechend der ASJP-Datenbank.

Die Methode baut auf einem bereits als Glottochronologie bekannten Ansatz auf und datiert die Ursprachen aller Sprachfamilien der Welt, z.B. Indoeuropäisch, Austronesisch und Maya. Grundlage der neuen Methode ist die Beobachtung, dass umso mehr Zeit seit der Aufspaltung einer Ursprache in mehrere Tochtersprachen vergangen sein muss, je größer die sprachlichen Unterschiede zwischen ihnen sind. Der Zeitpunkt, zu dem die Ursprache zuletzt gesprochen wurde, wird durch die Quantifizierung der Unterschiede im Vokabular zwischen den Sprachen einer Familie bestimmt.

Der Studie liegt eine Datenbank zugrunde, die über mehrere Jahre von den Mitgliedern des ASJP-Konsortiums erstellt wurde und die von bisher nicht dagewesener Größe ist – in ihr ist über die Hälfte der weltweit über 6000 gesprochenen Sprachen erfasst. „Die ASJP-Daten erleichtern es, Sprachen aus lange vergangenen Zeiten mit archäologischen Befunden und Ereignissen zu verknüpfen und somit mehr über prähistorische Völker zu erfahren“, sagt Søren Wichmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

An der Studie waren folgende Institutionen beteiligt: University of California, Los Angeles; Northern Illinois University; University of West Florida; Leiden University; Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie; Universität Leipzig; Justus Liebig Universität Gießen; Radboud Universiteit Nijmegen; University of Amsterdam; University of Lancaster; Moscow State University; Arizona State University; Heinrich Heine Universität Düsseldorf; Kazan State University.

SJ/HR

 
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