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6. Oktober 2011
Text: Hubert Beyerle
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Die Aggression schien geradezu ein Ventil zu suchen. Sie fand es im Tod von Mark Duggan, der durch eine Polizeikugel starb. Obwohl der Hergang des Polizeieinsatzes noch unklar war, brach sich die Gewalt im Londoner Stadtteil Tottenham Bahn und steckte schnell andere britische Städte an.
Die Auseinandersetzungen vor allem zwischen Jugendlichen und der Polizei verselbständigten sich in Großbritannien ebenso wie die Krawalle, von denen im Herbst 2005 französische Vorstädte heimgesucht wurden. Anlass war auch in Frankreich eine Polizeiaktion mit tödlichem Ausgang: In dem Pariser Vorort Clichy-sous-Bois starben zwei Jugendliche an Stromschlägen, als sie sich vor Polizisten in eine Transformatorstation flüchteten. Gerüchte kamen auf, die Polizei sei schuld an dem Tod der Jugendlichen. Daraufhin erschütterten Jugendunruhen, die von Paris ausgingen, ganz Frankreich.
Französische Regierung erklärt den Notstand
Die Bilanz nach vier Wochen Straßenkampf in der Pariser Banlieue und in 200 weiteren Vorstädten im ganzen Land: Straßenzüge, die Schlachtfeldern glichen, über 9000 ausgebrannte Autos und 3000 Festnahmen. Die Regierung musste den Notstand erklären, das Land schien aus den Fugen zu geraten.
Manche fürchteten, das Feuer könne in andere Länder überschlagen. Doch das geschah nicht. Auch in Deutschland blieb es ruhig, trotz einer breiten Berichterstattung in Fernsehen und Zeitungen. Zu Krawallen dieser Art kam es in anderen Ländern auch vorher oder später nicht. Warum?