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Wissenschaft braucht die Wirtschaft, so wie die Wirtschaft die Wissenschaft braucht. Das Beispiel Indien zeigt einmal mehr, das wirtschaftlicher Erfolg vor allem auf Investitionen in Bildung und Forschung fußt. Von Peter Gruss

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Chemie . Klimaforschung

Diese Lösungen und Chemikalien verwenden die Chemiker um Bhola Gurjar, um in Luftproben die Konzentration von Schadstoffen wie Stickoxiden und Schwefeldioxid zu bestimmen. Bild vergrößern
Diese Lösungen und Chemikalien verwenden die Chemiker um Bhola Gurjar, um in Luftproben die Konzentration von Schadstoffen wie Stickoxiden und Schwefeldioxid zu bestimmen. [weniger]

Als er in Mainz eintraf, bot Lelieveld ihm an, sich ein beliebiges Forschungsthema auszusuchen. „Das war eine ziemliche Überraschung“, sagt Gurjar. In Indien schiebe ein Mentor seine Schützlinge gewöhnlich taktvoll, aber bestimmt in eine thematische Richtung. „Ich entschied mich für die Luftverschmutzung in Megastädten, und Lelieveld teilte meine Begeisterung für dieses Thema offenbar.“

Megastädte, davon waren beide Forscher überzeugt, würden künftig immer wichtiger, auch in der Forschung. Und tatsächlich stieg die Zahl der Ballungsräume mit zehn Millionen Einwohnern oder mehr von zwei im Jahre 1950, als gerade einmal Tokio und New York diese Grenze überschritten, auf 20 zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Einigen Prognosen zufolge soll die Bevölkerung in Städten bis zum Jahr 2030 weltweit auf fünf Milliarden Menschen anwachsen. Acht der zehn größten Megastädte werden dann in Asien oder Afrika liegen.

Luftschadstoffe lösen viele Krankheiten aus

Mit dieser Entwicklung geht einher, dass immer mehr Menschen gesundheitsschädliche Luft atmen werden. Die Probleme unterscheiden sich dabei von Stadt zu Stadt. Die hohe Verkehrsdichte und die industriellen Aktivitäten erzeugen über Megastädten nämlich jeweils eine charakteristische Luftverschmutzung. In unterschiedlicher Zusammensetzung finden sich in der  Stadtluft erkleckliche Mengen Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Oxide des Stickstoffs, Feinstaub – wie etwa Rußpartikel – sowie organische Verbindungen, die etwa bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen freigesetzt werden. Manche Megastädte erzeugen dabei mehr Abgase als ganze Länder. So setzte etwa Peking im Jahr 2000 insgesamt 2,7 Millionen Tonnen Kohlenmonoxid frei, mehr als Portugal – dabei nimmt Peking nur ein Fünftel der Fläche Portugals ein.

Die Abgaskonzentrationen, die sich so ergeben, sind der Gesundheit gewiss nicht zuträglich. Seit Langem werden sie mit Atemwegserkrankungen wie Asthma in Verbindung gebracht, doch in den letzten Jahren wurden auch Zusammenhänge zwischen der Luftverschmutzung und einer Reihe anderer Krankheiten nachgewiesen: von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Brustkrebs.

Vor fünf Jahren haben Forscher der Universität New York, der Mount Sinai School of Medicine sowie der Universität Michigan Ergebnisse geliefert, denen zufolge Feinstaub mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern Atherosklerose verursachen kann, die wiederum einen Risikofaktor für Herzerkrankungen darstellt. Vor zwei Jahren berichteten Forscher des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, dass Feistaub von weniger als 20 Nanometer Größe noch stärkere Entzündungen hervorrufen kann als größere Mikropartikel. Und erst kürzlich berichteten Wissenschaftler am Institut für Krebsepidemiologie in Kopenhagen, dass eine langfristige Belastung selbst durch eine geringe Luftverschmutzung das Risiko erhöht, eine schwere und chronische obstruktive Lungenerkrankung zu erleiden, die den Menschen das Atmen zur Last macht.

Damit wird immer deutlicher, dass nicht nur hochgradig verschmutzte Luft einen Risikofaktor darstellt – sie schadet selbst bei einer kurzfristigen Belastung. Vielmehr können selbst geringe Schadstoffkonzentrationen schädlich sein, wenn Menschen ihnen über lange Zeit ausgesetzt bleiben.

 
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