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Prof. Dr. Johannes Lelieveld

Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz

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Chemie . Klimaforschung

Geprägt von der Katastrophe in Bhopal

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Einen Beitrag zu besserer Luftqualität in Megacitys möchten Bhola R. Gurjar (Mitte) und seine Mitarbeiter, hier Pralhad Walvekar (rechts) und Ajay S. Nagpure, leisten. [weniger]

Zur Analyse der Luftqualität und deren Auswirkung auf die Gesundheit fand Gurjar erst auf Umwegen. Vor fast 40 Jahren erhielt er ein staatliches Stipendium, das ihm half, sich an einer Ingenieurschule in Jodhpur einzuschreiben. Er erinnert sich noch daran, wie er beim Licht einer Kerosinlampe in seinem Dorf Daulatpura studierte. Ohne sich darüber viele Gedanken zu machen, hatte er sich für die Fachrichtung Bauingenieurwesen entschieden. „Die Vorstellung, Ingenieurwesen zu studieren, begeisterte mich so sehr, dass es mir nicht so wichtig war, welchen Zweig ich wählte. Der Junge, der neben mir sein Formular ausfüllte, entschied sich für Bauwesen, und daher tat ich das auch“, erinnert sich Gurjar.

Nachdem er sein Ingenieurdiplom erhalten hatte, arbeitete er in seinem ersten Job am Bau einer Landebahn in Westindien mit. Doch er empfand die Zusammenarbeit mit Baufirmen und den bürokratischen Aufwand bei öffentlichen Bauvorhaben als so frustrierend, dass er gleich wieder in die akademische Welt zurückkehrte. An seinem College schloss er zunächst einen Master-Studiengang ab und promovierte dann am IIT in Neu-Delhi.

Mit der Bewertung von Umweltrisiken begann er sich verstärkt in den 1990er-Jahren zu beschäftigen, während er am IIT in Neu-Delhi studierte. Schon damals interessierten ihn Luftschadstoffe, nicht zuletzt weil man in Indien zu der Zeit noch die bis dahin schlimmste Industriekatastrophe der Geschichte in frischer Erinnerung hatte: Im Dezember 1984 war in Bhopal aus einem Leck in einem Lagertank das giftige Gas Methylisocyanat entwichen und hatte mindestens 2500 Menschen getötet.

Das Thema Megacitys wird immer relevanter

Das Unglück sensibilierte auch Gurjar für die Gefahren, die von Luftschadstoffen ausgehen. Daher erstellte er eine Risikobewertungsstudie und setzte darin die Krebsraten in einigen indischen Städten in Beziehung zu potenziell karzinogenen Substanzen, die Umweltschutzbehörden dort dokumentiert hatten. Noch am Tag, an dem er seine Doktorurkunde vom IIT in Neu-Delhi erhielt, erfuhr Gurjar von einem Wissenschaftler aus den USA, dass Jos Lelieveld für seine Abteilung promovierte Wissenschaftler suchte. Die Gruppe widmet sich der Atmosphärenchemie, und Lelieveld selbst hatte die Wechselwirkungen zwischen der Atmosphärenchemie und dem Klima studiert und auch den Einfluss des Monsuns auf die Umweltverschmutzung und die Selbstreinigungskraft der Atmosphäre untersucht.

Gurjar bewarb sich, und man bot ihm eine dreijährige Forschungsstelle an. Fast gleichzeitig hätte er ein Stipendium für die Universität Harvard haben können. Lelieveld gewann ihn schließlich zum einen mit einer Analyse, die belegte, dass die Max-Planck-Gesellschaft in der Atmosphärenchemie mehr Publikationen vorzuweisen hatte als Harvard. Zum anderen, so gibt Gurjar heute zu, erlaubte ihm das Gehalt eines promovierten Forschers in Deutschland, seine Frau mitzunehmen. Das Harvard-Stipendium hätte dagegen gerade mal für ihn selbst gereicht.

 
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